Die Europäische Union hat am 1. Juli 2026 die mit Washington im Frühjahr vereinbarten Zollzusagen umgesetzt und gleichzeitig die zollfreien Stahlimporte halbiert. Damit vollendet Brüssel ein Abkommen, das US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf als grossen Deal verkauft hatte, und nimmt der US-Regierung zugleich ein Argument für weitere Strafzölle. Das ist das politisch gewichtigste Signal des Tages. Daneben fallen schwere Aussagen aus Israel, eine überraschende Kehrtwende der US-Regierung bei Künstlicher Intelligenz, neue Konjunkturdaten aus der Schweiz und der Auftakt der zweiten Wimbledon-Woche ins Gewicht.
Kurz vor Mitternacht zum 1. Juli hat die EU-Kommission die im Mai mit dem Weissen Haus ausgehandelten Zollzugeständnisse in Kraft gesetzt. Die Massnahme betrifft nach Angaben der «Zeit» (Ausgabe 1. Juli) vor allem industrielle Güter. Im Gegenzug halbiert Brüssel die zollfreie Stahlquote für Importe ausserhalb der EU, wie der «Spiegel» heute Morgen berichtet. Brüssel folgt damit einem Mechanismus, den Trump selbst in den Verhandlungen verlangt hatte. Für die Schweiz, die seit Anfang Juni mit einem US-Strafzoll von 12,5 Prozent rechnen muss, bedeutet das: Das Trump-Lager verliert ein Druckmittel, weil die EU die Forderungen aus Washington ohne Streit erfüllt hat. Wirtschaftsverbände in Zürich sehen die Verhandlungsposition von Bundesrat Guy Parmelin damit zusätzlich geschwächt, schreibt die «NZZ». Parmelin war vergangene Woche nach Washington gereist, um einen bilateralen Deal zu erreichen. Bisher ohne Ergebnis.