Das Abend-Briefing zum 30. Juni 2026: ein politischer Tagsieg für die Geburtsbürgerschaft in den USA, eine historische WM-Pleite für Deutschland, neue EU-Hürden für Schweizer Stahl und ein UBS-Bericht, der die Vermögensungleichheit schärfer zeichnet als je zuvor. Die Schweiz streitet über die E-ID, ein neues AKW und ein Gewaltverbrechen in Bellach. Die Märkte schliessen das Halbjahr mit einem deutlichen Plus ab, der Goldpreis bleibt über 4'000 US-Dollar.
Der Supreme Court hat am Dienstag eine zentrale migrationspolitische Linie von US-Präsident Donald Trump gekippt. In den USA geborene Kinder erhalten weiterhin automatisch die US-Staatsbürgerschaft, urteilten die Richterinnen und Richter in Washington (SRF, 17:07 Uhr). Das Gericht folgte damit nicht dem Argument der Regierung, wonach der 14. Verfassungszusatz per Executive Order einschränkbar sei. Trump hatte die Neubewertung als eine seiner ersten Amtshandlungen im Januar angekündigt und die automatische Einbürgerung wiederholt als Einwanderungsmagneten kritisiert. Das Urteil gilt als eine der deutlichsten Niederlagen seiner zweiten Amtszeit, nur sechs Monate nach Amtsantritt. In den vergangenen Tagen hatte er wiederholt auf eine Entscheidung im Sinn seiner Linie gedrängt. Beobachter werten das Verdikt als Signal, dass der Supreme Court auch in dieser konservativen Besetzung klare verfassungsrechtliche Schranken zieht. Menschenrechtlerinnen und Einwanderungsanwälte hatten im Vorfeld vor einem Präzedenzfall gewarnt, der Millionen Betroffene zu Staatenlosen gemacht hätte.