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Schweizer Börse auf Rekord, Hormus bleibt offen, Apple wird teurer

SMI schliesst auf Allzeithoch über 14'000 Punkten, USA und Iran setzen Angriffe in der Meerenge von Hormus fort, Apple erhöht Preise um bis zu 25 Prozent wegen Chip-Knappheit im KI-Boom.

Von der MacherPost-Redaktion 28.06.2026, 10:00 ♪ 14 Min Audio · 1'773 Wörter
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Schweizer Börse auf Rekord, Hormus bleibt offen, Apple wird teurer

Die wichtigsten Entwicklungen bis zur Mittagszeit.


Guten Tag, willkommen zur Mittagsausgabe von Macher-Post am Sonntag, achtundzwanzigster Juni zweitausendsechsundzwanzig.


Schweizer Leitindex knackt die 14'000

Der Swiss Market Index hat am Mittwoch ein neues Allzeithoch erreicht und zum Handelsschluss 14'117.75 Punkte markiert. Das sind 1.49 Prozent über dem Vortagesschluss und über der bisherigen Bestmarke von 14'063.53 Punkten aus dem Februar, bevor der Iran-Krieg die Märkte durchgeschüttelt hatte. Zeitweise war der SMI nach Ausbruch der Kämpfe auf 12'053.51 Punkte abgestürzt. Nun hat er sämtliche Verluste aus der Phase der geschlossenen Strasse von Hormus wieder wettgemacht.

Der Anstieg kommt für Beobachter nicht aus dem Nichts. Die Wall Street hatte in den Wochen zuvor mehrfach neue Höchststände erreicht, der heimische Markt lief hinterher. Mit dem heutigen Schlussstand hat die Schweiz den Rückstand aufgearbeitet. Die Halbjahresberichtssaison steht bevor, in den kommenden Wochen werden Nestlé, Novartis und Roche ihre Zahlen vorlegen. Bei Nestlé schauen Anleger besonders auf den Ausblick für das zweite Halbjahr, in dem sich der starke Franken unmittelbar auf die Margen durchschlagen dürfte.


Apple erhöht Preise um bis zu 25 Prozent

Wer ein iPad oder ein MacBook kaufen will, muss jetzt deutlich mehr bezahlen. Apple hat die Preise für Computer und Tablets weltweit um 15 bis 25 Prozent angehoben, je nach Modell. Konkret verteuert sich ein iPad von rund 350 auf 430 Franken, bei einem Laptop kommen schnell 200 Franken dazu. iPhones sind von der Erhöhung vorerst ausgenommen.

Apple begründet den Schritt mit massiv gestiegenen Komponentenkosten, primär bei Speicherchips. Der globale KI-Boom treibt die Nachfrage nach diesen Chips in ungeahnte Höhen. Für KI-Anwendungen braucht es enorme Rechenleistung, und die Hersteller können den Engpass nicht schnell genug auflösen. Auch klassische PC-Hersteller geben die Mehrkosten weiter, Laptops und Computer kosten 10 bis 20 Prozent mehr als noch vor Monaten. In Schweizer Detailhandelsfilialen liegen teilweise noch alte Lagerbestände zu den bisherigen Preisen, das wird sich in den nächsten Wochen aber rasch ausverkaufen.


Angriffe in der Strasse von Hormus gehen weiter

In der Nacht auf Sonntag haben sich die Vereinigten Staaten und Iran erneut Angriffe in der Meerenge von Hormus geliefert, obwohl ein im Mai vermittelter Waffenstillstand die Lage eigentlich hätte beruhigen sollen. Die iranische Regierung hat neue Angriffe auf Frachtschiffe gemeldet, die US-Seite hat mit Vergeltungsschlägen reagiert. Der Ölpreis Brent Crude liegt seit Tagen wieder über 85 Dollar pro Fass. In den USA ist Sprit laut Erhebungen im Juni rund 450 Dollar pro Haushalt und Jahr teurer als im Vorjahr.

Für die Schweiz hat die Entwicklung zwei Seiten. Einerseits fliesst ein Teil der Mehrkosten an den Zapfsäulen früher oder später auch hierzulande an die Konsumenten weiter. Andererseits bleibt die Schweizer Inflation mit rund 1.4 Prozent im Mai deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 3.2 Prozent. Die Schweizerische Nationalbank hat zuletzt keine Anzeichen für eine weitere Zinssenkung im Juni erkennen lassen. Für die exportorientierte Industrie, vom Uhrenhersteller über die Chemie bis zum Maschinenbau, ist der starke Franken das grössere Problem als die Energiekosten. In der Westschweiz haben erste Mittelständler Kurzarbeit angekündigt.


Serbiens Präsident Vucic kündigt Rücktritt an

Nach eineinhalb Jahren regierungskritischer Proteste hat der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Samstagabend vor Anhängern in Belgrad seinen baldigen Rücktritt angekündigt. «Ich werde nur noch wenige Wochen Präsident sein, dann trete ich zurück», sagte er. Zugleich kündigte er vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an. Ein konkretes Datum nannte er nicht. Beobachter werten die Ankündigung als taktisches Manöver, Vucic dürfte als Spitzenkandidat seiner Partei SNS ins Rennen gehen und im Fall eines Wahlsieges Ministerpräsident werden.

Auslöser der Protestwelle war der Einsturz eines Vordachs am Bahnhof der nordserbischen Stadt Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen starben. Seither demonstrieren Studierende und Bürger landesweit gegen Korruption und Missmanagement. Für die Schweiz hat das Thema begrenzte direkte Bedeutung, die Entwicklungszusammenarbeit mit Belgrad ist indes an Fortschritte bei Rechtsstaat und Demokratie gekoppelt. Schweizer Firmen sind in Serbien vor allem in der Maschinen- und Pharma-Zulieferung aktiv.


Bundesrat verzichtet vorerst auf weitere Sparpakete

Der Bundesrat will für das kommende Jahr auf ein weiteres Sparpaket verzichten. Grund sind Steuermehreinnahmen von 1.8 Milliarden Franken, die vor allem aus höheren Gewinnsteuern grosser Unternehmen stammen. Damit fällt eine ursprünglich für den Herbst angekündigte Übung zur Haushaltskonsolidierung vorerst weg. Die Lage bleibt aber angespannt, mehrere Departemente hatten in den vergangenen Wochen zusätzliche Kürzungen angemeldet, sollten die Einnahmen nicht wie erwartet sprudeln.


Rösti halbiert CO2-Strafe für die Autobranche

Autoimporteure in der Schweiz müssen für das laufende Jahr nur rund 100 Millionen Franken an CO2-Sanktionen bezahlen, nicht die ursprünglich veranschlagten 200 Millionen. Bundesrat Albert Rösti hat die Schwelle bei den Neuwagen-Emissionen leicht angehoben, die Branche kommt damit glimpflicher davon als zunächst befürchtet. Umweltverbände kritisieren den Schritt als Verwässerung der Klimaziele, die Autobranche spricht von einem notwendigen Entgegenkommen in einer schwierigen Konjunkturphase.


Hitze drückt die Produktivität auf den Baustellen

Auf den Schweizer Grossbaustellen läuft der Alltag ab 6 Uhr morgens statt um 7 Uhr, die Schicht endet eine Stunde früher. Grund ist die anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. Eine Studie der Allianz zeigt, dass die Arbeitsproduktivität pro zusätzlichem Grad über 30 um rund 3 Prozent sinkt, auf Baustellen mit direkter Sonneneinstrahlung dürfte der Effekt noch stärker ausfallen. Die Gewerkschaft Syna fordert, Baustellen ab 33 Grad ganz zu schliessen, der Branchenverband Infra Suisse verweist auf laufende Verträge und Konventionalstrafen bei Verzug.


KI-Skepsis kehrt an die Finanzmärkte zurück

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, oft Bank der Zentralbanken genannt, schlägt Alarm. Aus historischer Sicht hätten technologische Revolutionen häufig in Finanzkrisen gemündet, schreibt die BIZ in einem am Wochenende veröffentlichten Bericht. Der Wettlauf um die Vorherrschaft im KI-Sektor nehme historische Ausmasse an. An den Aktienmärkten hat die Skepsis bereits zugeschlagen: Am Dienstag verloren asiatische und amerikanische Tech-Titel deutlich, der Ausverkauf hat sich im Verlauf der Woche aber wieder beruhigt.

Die Schweizer Privatbanken, deren Vermögensverwaltung traditionell auf Stabilität setzt, reagierten prompt. Eine aktuelle Erhebung unter Europas Privatbanken, die diese Woche veröffentlicht wurde, sieht 60 Prozent der Institute mit stagnierenden oder sinkenden Gewinnen konfrontiert. KI-gestützte Strategiewechsel und der Druck durch kostengünstigere Vermögensverwalter gelten als grösste Herausforderung. Schweizer Häuser wie Pictet oder Vontobel investieren stark in eigene KI-Lösungen, um die Margen zu verteidigen. Eine konkrete Empfehlung an Anleger gibt es bislang nicht, klar ist nur, dass die kommenden Inflationsdaten und die Quartalsberichte der grossen Tech-Konzerne für Juli entscheidend werden.


Immer mehr private Vermieter in der Schweiz verlassen sich bei der Festlegung der Miete auf Chat-GPT, ohne parallel einen Anwalt zu konsultieren. Was die automatische Schätzung taugt, zeigt sich erst im Streitfall. Vor Gericht haben die Berechnungen bisher keine Chance. Die Schlichtungsbehörden stützen sich weiterhin auf den ortsüblichen Referenzzinssatz und auf Vergleichsmieten aus den amtlichen Statistiken. Für die wachsende Zahl von Kleinanlegern, die mit dem Kauf einer Wohnung Altersvorsorge betreiben, bleibt die Unsicherheit darum gross. Wer sich auf das Tool verlässt und die Miete deutlich über dem Marktniveau ansetzt, riskiert eine Korrektur durch die Behörde und im schlimmsten Fall eine zivilrechtliche Klage der Mieter wegen überhöhter Forderung. Empirische Erhebungen zeigen zudem, dass die KI-Werte je nach Tagesform des Modells um mehrere hundert Franken pro Monat schwanken können, gerade in städtischen Lagen mit knappem Angebot.


Trump droht Europäern mit 100 Prozent Zöllen

US-Präsident Donald Trump hat europäischen Regierungen mit neuen Zöllen in Höhe von 100 Prozent gedroht, falls sie an ihren Plänen für eine Digitalsteuer auf amerikanische Tech-Konzerne festhalten. Die EU hat umgehend reagiert und auf bestehende Verhandlungen im Rahmen der ÖCD verwiesen. Für die Schweiz, die derzeit kein entsprechendes Vorhaben verfolgt, geht von der Drohung direkt wenig aus. Mittelbar aber schon: Sollte die EU einknicken und die Digitalsteuer fallenlassen, geraten Schweizer Tech-Standorte wie Zürich und Lausanne stärker unter Druck, ihre eigenen Standortvorteile neu zu verteidigen. Für die Uhren- und Luxusindustrie, die seit Jahren unter chinesischen Zöllen leidet, wäre ein weiterer Eskalationsschritt im transatlantischen Handel eine schlechte Nachricht. Schweizer Wirtschaftsverbände fordern vom Bundesrat, die laufenden Verhandlungen über ein bilaterales Abkommen mit Washington nicht zu gefährden.


Bardella überholt Le Pen

Jordan Bardella, Vorsitzender des Rassemblement National, hat in den Umfragen zur französischen Präsidentschaftswahl seine Mentorin Marine Le Pen deutlich überflügelt. Der 30-Jährige liegt in den jüngsten Erhebungen mit weitem Abstand vorne, vor allem wirtschaftspolitisch distanziert er sich von der bisherigen Parteilinie. Sollte das Berufungsgericht in Paris Le Pen weiterhin die Wählbarkeit entziehen, rückt eine Kandidatur Bardellas 2027 in greifbare Nähe. Für Schweizer Anleger mit Exposure in französischen Small Caps ist das Szenario relevant, ein Wahlsieg der rechten Mitte würde nach Einschätzung von Marktbeobachtern kurzfristig für Volatilität sorgen.


Spaniens Tomaten unter Druck

Die spanische Vormachtstellung im europäischen Tomatenmarkt wackelt. Höhere Löhne in Andalusien und der harte Preiskampf der Schweizer Detailhändler setzen den Produzenten zu. Auch der Wegfall der russischen Absatzmärkte nach dem Iran-Krieg spielt eine Rolle. Für Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz bedeutet das vorerst steigende Preise im Früchtesortiment, mittelfristig dürfte sich die Lieferkette stärker nach Marokko und in die Türkei verlagern.


WM-Spiel Iran gegen Ägypten fällt auf den Pride-Tag

Das WM-Gruppenspiel zwischen dem Iran und Ägypten am Sonntag in Seattle fällt ausgerechnet auf den Tag der dortigen Pride-Parade. Die Fifa hat Fans erlaubt, Regenbogenflaggen ins Stadion zu tragen, und dies ausdrücklich als Symbol für Menschenrechte eingeordnet. Beide Mannschaften halten sich bedeckt. Irans Trainer Amir Ghalenöi sagte, man sei nur zum Fussballspielen hier. Die iranische Equipe war im Vorfeld von Reisebeschränkungen des US-Heimatschutzministeriums betroffen und hatte vergeblich beantragt, ihre Gruppenspiele nach Mexiko zu verlegen.


Die Märkte heute

Der Euro steht zum Franken bei 0.9218, das ist der Stand der EZB-Referenz vom Donnerstag. Der Dollar notiert bei 0.8085 Franken. Gold kostet 4'096.30 Dollar pro Unze, ein Minus von 0.81 Prozent seit Handelsbeginn am Freitag. Der MSCI World liegt bei 4'744.35 Punkten, ein Verlust von 0.18 Prozent seit dem letzten Handelsfreitag. Bitcoin wechselt bei 60'304 Dollar den Besitzer, ein Minus von 0.12 Prozent innert 24 Stunden.


Zum Wetter heute Nachmittag und morgen Montag: in Zürich aktuell 29 Grad und leicht bewölkt bei einer Höchsttemperatur von 34 Grad, morgen 30 Grad und trocken. In Bern 29 Grad und leicht bewölkt, Höchstwert 35 Grad, morgen 30 Grad mit etwas Niederschlag. In Basel 32 Grad und leicht bewölkt, Höchstwert 37 Grad mit örtlichen Schauern am Nachmittag, morgen 31 Grad und trocken. In Genf 32 Grad und klar, Höchstwert 37 Grad, morgen 33 Grad und trocken. In Lugano 30 Grad und bedeckt, Höchstwert 34 Grad mit Gewittern am Nachmittag, morgen ebenfalls 34 Grad mit Niederschlag. In den Alpen oberhalb von 2'000 Metern bleibt es winterlich mit Werten um den Gefrierpunkt.


Das war die Mittagsausgabe von Macher-Post am Sonntag, achtundzwanzigster Juni zweitausendsechsundzwanzig. Die Macher-Post-Redaktion verabschiedet sich, bis heute Abend um achtzehn Uhr.

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