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Israel, Libanon und die USA unterzeichnen Rahmenabkommen

Diplomatischer Durchbruch in Washington, neue Eskalation in Hormus, GLP legt sich für September fest.

Von der MacherPost-Redaktion 27.06.2026, 16:00 ♪ 11 Min Audio · 1'400 Wörter
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Israel, Libanon und die USA unterzeichnen Rahmenabkommen

Die wichtigsten Ereignisse des Tages: ein diplomatischer Durchbruch an der israelisch-libanesischen Grenze, neue Eskalation zwischen Washington und Teheran in der Strasse von Hormus, und in der Schweiz eine erste Weichenstellung für die Abstimmungen im September.

Israel, der Libanon und die USA haben heute in Washington ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Es regelt den Umgang mit der Hisbollah entlang der gemeinsamen Grenze und sieht einen gestaffelten Truppenrückzug sowie einen internationalen Überwachungsmechanismus vor. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sprach von einem historischen Tag, der libanesische Präsident Joseph Aun warnte vor hohen Hürden bei der Umsetzung. Die USA garantieren die Einhaltung. Für die Schweiz zählt das Abkommen direkt: Die Schweizer Botschaft in Beirut beobachtet die Entwicklung genau, weil mehrere Dutzend in Libanon lebende Schweizerinnen und Schweizer betroffen sind. Auch die Genfer Uno-Spezialgesandte für die Region, die Schweizer Diplomatin Stéphanie Fakhoury, ist in die Vorbereitung eingebunden (SRF, NZZ).

USA fliegen Vergeltungsschläge gegen Iran

Die Lage in der Strasse von Hormus bleibt explosiv. Nach dem iranischen Angriff auf einen Tanker am Freitag flog die US-Armee Vergeltungsschläge gegen iranische Stellungen entlang der Küste. Die britische Seebehörde erhöhte die Bedrohungsstufe für die Schifffahrtsroute, über die rund ein Fünftel der globalen Ölversorgung läuft. In Bahrain schlugen iranische Drohnen ein, nach Angaben des Innenministeriums mit geringem Sachschaden. Die Schweizer Reederei MSC hat zwei ihrer Tanker aus den Golf abgezogen, wie die NZZ am Sonntag berichtet. Der Ölpreis legte zwischenzeitlich um 4 Prozent zu (Reuters, Spiegel).

Hitzewelle in Europa erreicht Höhepunkt

In Basel wurde gestern mit 38,8 Grad Celsius ein neuer Allzeitrekord für einen Junitag gemessen, wie MeteoSchweiz bestätigte. Auch Aarau und mehrere Stationen im Kanton Bern übertrafen ihre bisherigen Höchstwerte. In Brüssel kletterte das Thermometer auf 39 Grad, in Madrid auf 41. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einem Heat Dome, einer stationären Hochdrucklage, die heisse Luft aus Nordafrika über Westeuropa festsetzt. Für die Nacht zum Sonntag werden in der Schweiz Tiefstwerte von bis zu 28 Grad erwartet, was die nächtliche Erholung erschwert (SRF, Watson, klimareporter°).

GLP empfiehlt zweimal Nein im September

Die Grünliberalen haben heute ihre Parolen für die Abstimmungen vom 27. September gefällt. Die Delegierten empfehlen ein doppeltes Nein: zur Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der AHV sowie zum Ausbau der Autobahnen. Parteipräsident Jürg Grossen begründete den Entscheid mit der fehlenden Effizienz der vorgeschlagenen Massnahmen. Die SVP hatte bereits letzte Woche die Nein-Parole beschlossen, FDP und Mitte sind noch gespalten. Eine erste Tamedia-Umfrage sieht die Mehrwertsteuer-Vorlage bei 41 Prozent Ja-Stimmen, also klar vor dem Scheitern (SRF, Tages-Anzeiger).

SMI nach Rekordhoch unter Druck

Der Swiss Market Index SMI hat gestern ein neues Allzeithoch bei 14'142 Punkten markiert, fiel aber im späten Handel wieder zurück. Heute notiert das wichtigste Schweizer Börsenbarometer rund 0,6 Prozent tiefer bei 14'057 Zählern, getrieben von Gewinnmitnahmen bei den Schwergewichten Nestlé und Roche. Gesucht waren dafür die Pharmawerte Sandoz und Idorsia. Sensirion und Logitech verloren zwischen 1,2 und 1,8 Prozent. Bei den Devisen zeigt sich der Franken stabil: Ein Euro kostet 0,9218 Franken, ein US-Dollar 0,8085 Franken (FuW, Tages-Anzeiger).

Ukraine: Drohnenangriff auf Moskauer Treibstoffversorgung

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben eine Ölpumpstation nördlich von Moskau angegriffen, die den Treibstoffnachschub der russischen Hauptstadt sichert. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte zudem, dass die Ukraine Russland am Freitag einen überarbeiteten Friedensvorschlag übermittelt hat. Das Papier sieht laut Kiew eine Demilitarisierung der besetzten Gebiete und Schutzgarantien vor, was Moskau bisher zurückweist. Parallel ist ein ukrainischer Kampfjet vom Typ F-16 bei einem Einsatz nahe der Front abgestürzt, die Pilotin konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Russland meldete unterdessen den Verlust von 1'350 Soldaten binnen 24 Stunden, eine Zahl, die unabhängig nicht überprüfbar ist. Für die Schweiz als Sitz der Genfer Verhandlungen ist die diplomatische Dimension besonders relevant: Das EDA bestätigte, dass Schweizer Diplomaten weiterhin als Vermittler zur Verfügung stehen (T-Online, TAG24, Spiegel).

US-Regierung beschränkt Zugang zu neuem OpenAI-Modell

Die US-Regierung hat den Export des neuesten KI-Modells von OpenAI an internationale Kunden eingeschränkt. Das Modell fällt unter die verschärften Exportregeln für hochleistungsfähige KI-Systeme, die das Handelsministerium im Mai erlassen hatte. Branchenkenner werten den Schritt als Reaktion auf Bedenken, dass leistungsfähige Modelle in die Hände strategischer Konkurrenten gelangen könnten. Microsoft, das OpenAI-Modelle in seine Cloud-Dienste integriert, prüft die Auswirkungen auf seine europäischen Rechenzentrumsstandorte, darunter auch die Region Zürich. Die Schweiz beobachtet die Entwicklung mit Blick auf ihre eigene KI-Strategie (Spiegel, DIE ZEIT, FuW).

F1-Qualifying in Spielberg

In der Formel 1 steigt heute Nachmittag das Qualifying zum Grossen Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring in Spielberg. Nach dem dritten freien Training am Morgen führt Lando Norris im McLaren die Zeitentabelle an, gefolgt von Oscar Piastri und Max Verstappen im Red Bull. Verstappen hatte zuletzt in Barcelona gewonnen und könnte mit einem Sieg heute seinen Rückstand in der Fahrerwertung weiter verkleinern. Mercedes setzt auf ein neues Aerodynamik-Paket, das laut Teamchef Toto Wolff endlich den versprochenen Sprung bringen soll. Das Rennen startet am Sonntag um 15:00 Uhr (Motorsport-Total.com, Formel1.de).

Schweizer Autoimporteure zahlen 100 Millionen Franken Strafe

Die Schweizer Autoimporteure haben sich mit der Wettbewerbskommission auf eine Busse von 100 Millionen Franken geeinigt. Hintergrund sind jahrelange Preisabsprachen bei Importen und Vertrieb, die laut WEKO den Wettbewerb verfälscht haben. Die Amag, grösste Schweizer Importeurin, trägt davon rund 38 Millionen, der Rest verteilt sich auf die Emil Frey-Gruppe und weitere Händler. Die WEKO spricht von einem der grössten Kartellfälle der letzten Jahre. Für die Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das Verfahren mehr Transparenz: Ab kommendem Jahr müssen alle Importeure Listenpreise und effektive Händlerpreise offenlegen. Die Verbraucherschützer kritisieren trotzdem, dass die Busse am Ende auf die Käuferinnen und Käufer abgewalzt werde (SRF, FuW).

WM 2026: Deutschland trifft im Achtelfinal auf Kanada

Die deutsche Fussballnationalmannschaft trifft im Achtelfinal der WM in den USA und Kanada auf Kanada. Das ergab die gestrige Auslosung nach dem abschliessenden Gruppenspiel. Toni Kroos äusserte sich in einem Interview zurückhaltend: Das ist ein gutes Zeichen, dass wir Gruppensieger sind. Aber Kanada ist unangenehm zu spielen. Bundestrainer Julian Nagelsmann kann personell voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen. Das Spiel findet am Dienstag in Atlanta statt (sportschau.de, T-Online).

Nestlé: Konzernchef Freixe fordert Bonuszahlung

Nestlé-Konzernchef Laurent Freixe hat im Verwaltungsrat eine Bonuszahlung für das Management durchgesetzt, wie die Handelszeitung aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr. Die Auszahlung fällt mit 18 Millionen Franken höher aus als im Vorjahr und ist an das Erreichen bestimmter Effizienz-Ziele geknüpft. Der Entscheid ist brisant, weil Nestlé gleichzeitig angekündigt hatte, 2'500 Stellen in der Schweiz abzubauen. Der Verwaltungsrat begründet die Boni mit der starken Aktienperformance der jüngsten Zeit (Börse Express, FuW).

Schweiz: Bundesrat verzichtet bei Pöstler-Entlassung

Der Bundesrat hat entschieden, sich nicht in den Streit um die fristlose Entlassung eines langjährigen Post-Mitarbeiters einzumischen. Die Post hatte den Mann nach 27 Dienstjahren wegen angeblicher Arbeitsverweigerung entlassen, obwohl ein ärztliches Attest eine psychische Belastung bescheinigte. Die Gewerkschaft Syndicom kritisierte den Entscheid scharf und kündigte eine Beschwerde beim Internationalen Arbeitsgericht in Genf an. Aus Bern heisst es lediglich, man vertraue auf die Personalprozesse der Post (20 Minuten, Blick).

Hitze und Siebenschläfertag

Heute ist Siebenschläfertag, ein alter Lostag, der nach der Bauernregel eine Prognose für die kommenden sieben Wochen erlaubt. Regnet es am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag, lautet die alte Formel. MeteoSchweiz registriert für die kommenden zwei Wochen weiterhin Temperaturen deutlich über dem Durchschnitt, sieht aber ab Mitte Juli erste Anzeichen für eine Normalisierung. Das deckt sich nicht ganz mit der klassischen Regel, die eher wechselhaftes Wetter vorhersagen würde (MeteoSchweiz, 20 Minuten).

Die Märkte

Der Swiss Market Index SMI notiert am späten Nachmittag bei 14'057 Punkten, ein Minus von 0,6 Prozent seit dem gestrigen Rekordschluss. Der MSCI World steht bei 4'744 Punkten und verliert 1,6 Prozent, umgerechnet 3'836 Franken. Gold kostet nach dem Rücksetzer der letzten Tage 3'313 Franken die Unze, ein Minus von 2,1 Prozent. Bitcoin wechselt bei 48'923 Franken den Besitzer, ein Plus von 1,6 Prozent innert 24 Stunden. Der Euro notiert bei 0,9218 Franken, der US-Dollar bei 0,8085 Franken.

Zum Wetter morgen Sonntag: in Zürich 30 Grad und sonnig, am Nachmittag vereinzelt Gewitter. In Bern 29 Grad, trocken, gegen Abend Quellwolken. In Basel 31 Grad und klar, nachts auf 22 Grad. In Genf 32 Grad, leichter Wind aus West, nachts Tropennacht. In Lugano 33 Grad und sonnig, am Abend Gewitter möglich. In den Alpen oberhalb von 2'500 Metern um 12 Grad, auf den Pässen noch aper.

Das war die Abendausgabe von Macher-Post. Am Samstag, siebenundzwanzigster Juni zweitausendsechsundzwanzig, verabschiedet sich die Macher-Post Redaktion, bis morgen früh um sechs Uhr.

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