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Hitze, Hormus, WM-Achtelfinale: der Samstagmittag im Überblick

USA und Iran liefern sich Angriffe in der Strasse von Hormus, Europa stöhnt unter 41 Grad, die Schweiz trifft im WM-Achtelfinal vermutlich auf Iran.

Von der MacherPost-Redaktion 27.06.2026, 10:00 ♪ 12 Min Audio · 1'549 Wörter
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Hitze, Hormus, WM-Achtelfinale: der Samstagmittag im Überblick

Am Samstagmittag blickt Europa auf eine beispiellose Hitzewelle, der Nahe Osten steht vor einer neuen Eskalationsstufe zwischen den USA und Iran, und die Schweiz fiebert dem Achtelfinal gegen Iran entgegen. Hier ist die Lage am Mittag des 27. Juni 2026.

Iran-USA-Konflikt in der Strasse von Hormus

Die USA und Iran haben sich in der Nacht auf Samstag gegenseitig angegriffen, obwohl zwischen Washington und Teheran eine Waffenruhe gilt. Das US Central Command flog am Freitagabend Schläge gegen iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Küstenradaranlagen, nachdem iranische Revolutionsgarden einen singapurflaggigen Containerfrachter der Reederei Evergreen beschossen hatten. Vier Drohnen waren am Donnerstag auf Schiffe in der Strasse von Hormuz abgefeuert worden, eine traf den Frachter «Ever Lovely» und beschädigte die Brücke. Die Besatzung blieb nach Angaben der Reederei unverletzt. Die iranische Seite feuerte in der Nacht Gegenschläge auf US-Stützpunkte in der Golfregion; die USA bestätigte die Angriffe zunächst nicht. US-Vizepräsident J.D. Vance schrieb auf X: «Gewalt wird mit Gewalt beantwortet.» Rund 500 Schiffe sitzen in der Meerenge fest, die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) stoppte die Evakuierung von etwa 11'000 gestrandeten Seeleuten. Hintergrund ist ein 14-Punkte-Memorandum vom 17. Juni 2026, das am Streit über iranische Transitgebühren zerrieben ist. Die NZZ bezeichnet den Waffenstillstand als «nur auf dem Papier haltend». (Quellen: SRF, BBC, NZZ)

Venezuela: Militär übernimmt Kontrolle im Erdbebengebiet

Nach den zwei schweren Erdstössen am Mittwochabend (Magnitude 7.5) ist die offizielle Opferzahl in Venezuela auf 920 gestiegen. Jorge Rodrígüz, Präsident der Nationalversammlung und Bruder der amtierenden Präsidentin Delcy Rodrígüz, nannte am Freitagabend zudem 3'360 Verletzte; 172 Menschen werden weiter unter Trümmern vermutet, Tendenz steigend. Am stärksten betroffen ist der Küstenstaat La Guaira mit der Stadt Caraballeda; Hunderte Gebäude sind zerstört, darunter Spitäler und Einkaufszentren. Die venezolanische Armee übernimmt ab Samstagmorgen die Kontrolle in der Katastrophenregion. Aus dem Ausland trafen Rettungsteams ein: 14 britische Feuerwehrleute flogen ab RAF Brize Norton unter Leitung der Merseyside Fire and Rescue, die USA sagten 150 Mio. USD an Hilfsgeldern zu. Auch die Schweiz entsandte eine Equipe des Schweizerischen Vereins für Such- und Rettungshunde (REDOG). (Quellen: BBC, SRF, FAZ)

Europa-Hitze: Saarbrücken-Rekord 41,3°C, Beznau-AKW vom Netz

Der Deutsche Wetterdienst registrierte am Freitag in Saarbrücken einen vorläufigen Allzeitrekord von 41,3°C. Auch Belgien (40°C in Kleine Brogel), die Niederlande (39,4°C in Limburg) und Grossbritannien (37,1°C in Cavendish) meldeten provisorische Juni-Rekorde. Mindestens 150 Mio. Menschen in Europa lagen am Freitag über 35°C, wie die Nachrichtenagentur AFP auf Basis von Wetterdaten berechnete. Die Weltwetterattribution WWA stuft die Hitzewelle als «die schwerste je aufgezeichnete im Juni» ein. In der Schweiz erreichte die Aare am Freitag 25°C, den Grenzwert für die Flusswasserkühlung; das AKW Beznau (AG) nahm daraufhin beide Reaktoren vom Netz. Basel mass 38,8°C, ein neuer Stationsrekord seit Messbeginn. Mehrere Kantone, darunter St. Gallen, Graubünden und Basel-Stadt, verhängten Waldbrandverbote. (Quellen: BBC, FAZ, SRF)

Asien-Börsen brechen ein: Chipflation schickt Apple auf Jahrestief

Südkoreas Leitindex Kospi fiel am Freitag zwischenzeitlich um 8 Prozent und löste zum dritten Mal in dieser Woche den 20-minütigen Circuit-Breaker aus. Am Tagesschluss stand ein Minus von 5,8 Prozent. Japans Nikkei 225 verlor über 4 Prozent, die Aktie der SoftBank Group brach um 12,5 Prozent ein. Auslöser war die Preiserhöhung Apples für iPads und MacBooks am Donnerstag: Apple-Aktie gab in den USA 6 Prozent nach, der grösste Tagesverlust seit über einem Jahr. Hintergrund ist die Chipflation: explodierende Speicherchip-Preise wegen des KI-Booms belasten die Margen der Gerätehersteller. David Makaryan, Portfoliomanager bei Alpha Pacific Group, sagte der BBC, Investoren würden bei Tech-Bewertungen «sehr viel selektiver». Schweizer Halbleiterwerte wie AMS Osram und VAT Group gerieten mit dem Sektor unter Druck. (Quellen: BBC, SRF)

Trump droht Europa mit 100-Prozent-Zöllen wegen Digitalsteuer

US-Präsident Donald Trump kündigte auf Truth Social 100-prozentige Zölle auf Waren aus «zahlreichen europäischen Ländern» an, falls diese Digitalsteuern beschliessen. Die Zölle sollten auch bereits unterzeichnete Abkommen ersetzen. Die EU-Kommission wies die Drohung als «ungerechtfertigt» zurück und kündigte an, man werde sich gegen solche Massnahmen «rasch und entschlossen» verteidigen. Brisant ist der Zeitpunkt: Erst am 25. Juni hatten die EU-Länder in Luxemburg das Zollabkommen mit den USA gebilligt. Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin reist «nächste Woche» zu Verhandlungen nach Washington. Die Schweizer Wirtschaft warnt vor einem «zweiten Zollhammer»; Uhren-, Pharma- und Maschinenexporte wären unmittelbar betroffen. (Quellen: SRF, BBC, NZZ)

Israel und Libanon unterzeichnen US-vermitteltes Rahmenabkommen

In Washington unterzeichneten Israel und Libanon am Freitag ein 14-Punkte-Rahmenabkommen, das von US-Aussenminister Marco Rubio vermittelt wurde. Beide Staaten verpflichten sich, in internationalen Foren keine «feindlichen oder nachteiligen Handlungen» mehr zu unternehmen, und zur Freilassung von Gefangenen und Rückgabe sterblicher Überreste. Die libanesische Armee soll «wirksame staatliche Autorität» auf dem gesamten Territorium wiederherstellen, «vorbehaltlich der verifizierten Entwaffnung nicht-staatlicher bewaffneter Gruppen». Die Hisbollah ist nicht Vertragspartei; in den vergangenen Tagen kam es weiterhin zu begrenzten Kämpfen im Südlibanon. Washington fürchtet, der Israel-Libanon-Konflikt könne den grösseren USA-Iran-Friedensdeal untergraben. (Quelle: BBC)

Ukraine-Krieg: Drohnen über Moskau, Selenskyj bietet Verhandlungen an

Kiew hat nach Angaben der FAZ in der Nacht auf Samstag Moskau mit Drohnen angegriffen. FAZ-Korrespondent Friedrich Schmidt sprach von einem «Hauch von Kontrollverlust» über der russischen Hauptstadt und einer wachsenden Kriegsmüdigkeit im Land. Russland rief auf der Krim den Ausnahmezustand aus. Die ukrainische Seite meldete drei Tote bei russischen Angriffen; Präsident Wolodymyr Selenskyj bot in einer Videobotschaft Friedensverhandlungen an. Am Freitag starb zudem Sergej Iwanow, ein langjähriger KGB-Kamerad Putins und früherer Verteidigungsminister, im Alter von 76 Jahren. Die FAZ würdigte ihn als «zu stark, um Putins Statthalter zu werden». In Brüssel ringt die EU derweil um die Frage, wer bei möglichen Verhandlungen mit Moskau führt. (Quellen: FAZ, NZZ)

WM 2026: K.o.-Phase beginnt, Schweiz trifft wohl auf Iran

Die Sechzehntelfinals der Fussball-Weltmeisterschaft starten am Sonntag. Schweizer Medien berichten, der Gegner sei «zu 92 Prozent sicher der Iran». Deutschland trifft im Achtelfinal auf Paraguay; die DFB-Elf um Joshua Kimmich hatte in der Gruppenphase 1:2 gegen Ecuador verloren und steht in der Diskussion um die Systemumstellung. Für die grösste Sensation sorgte WM-Neuling Kap Verde, der ungeschlagen in die K.o.-Runde einzog und dort auf Argentinien um Lionel Messi trifft. Uruguay schied nach einem 0:1 gegen Spanien aus, Ägypten nach einem 1:1 gegen Iran. Frankreich sicherte mit einem Kantersieg gegen Norwegen den Gruppensieg; Senegal zog ebenfalls weiter. (Quellen: SRF, FAZ)

Ehemaliger SNB-Chef Hans Meyer mit 90 Jahren gestorben

Hans Meyer, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank von 1996 bis 2000, ist am 17. Juni im Alter von 90 Jahren gestorben. Die Todesanzeige im Tages-Anzeiger wurde am Samstagmorgen veröffentlicht. Meyer arbeitete rund 30 Jahre für die SNB: ab 1972 als Generalsekretär, ab 1985 als Mitglied des Direktoriums, 1988 bis 1996 als Vizepräsident und schliesslich vier Jahre als Präsident. Die Nationalbank würdigt seine Verdienste um die Revision der Währungsverfassung, die Einführung des heute noch geltenden geldpolitischen Konzepts sowie die Modernisierung der Zahlungssysteme. Auch den Studienzentrum-Aufbau in Gerzensee prägte er massgeblich. (Quelle: SRF)

Rösti halbiert CO₂-Sanktionen für Autoimporteure

Die Schweizer Autoimporteure zahlen für das vergangene Jahr rund 100 Mio. Franken CO₂-Sanktionen, weil der durchschnittliche Ausstoss neu zugelassener Personenwagen 101,6 g CO₂/km betrug. Gesetzliches Ziel waren 93,6 g CO₂/km. Ohne eine vom Bundesrat angepasste Berechnungsformel wären es 200 Mio. Franken gewesen. Den grössten Anteil tragen die Volkswagen-Gruppe inklusive Porsche mit 54 Mio. Franken, BMW mit 19 Mio. und Ferrari mit 9 Mio. Franken. Tesla, Polestar, Renault, Volvo und die Emil-Frey-Gruppe (Toyota, Kia) zahlen nichts. Bundesrat Albert Rösti verteidigt die Formelanpassung; SP und Grüne kritisieren sie als Geschenk an die Autobranche. (Quelle: SRF)

Apple-Preiserhöhungen um bis zu 25 Prozent wegen Chipflation

Apple hat weltweit die Preise für iPads und MacBooks um 15 bis 25 Prozent erhöht. In der Schweiz kosten iPads neu rund 430 Franken statt 350 Franken, einige Laptops wurden um 200 Franken teurer. iPhones bleiben vorerst ausgenommen. Apple-CEO Tim Cook begründete die Erhöhung mit explodierenden Speicherchip-Kosten, eine Folge der stark gestiegenen Nachfrage aus dem KI-Boom. Andere PC-Hersteller hatten ihre Preise bereits um 10 bis 20 Prozent angehoben. Apple-Aktie verlor am Donnerstag 6 Prozent und löste damit den Ausverkauf an den asiatischen Börsen aus. (Quelle: SRF)

OpenAI schränkt Zugang zu GPT-5.6 auf US-Druck ein

OpenAI hat den Zugang zur Vorschau-Version der GPT-5.6-Modellreihe eingeschränkt. Auf Verlangen der US-Regierung erhalten vorerst nur «eine kleine, vertrauenswürdige Gruppe von Partnern» Zugriff, zunächst ausschliesslich in den Vereinigten Staaten. OpenAI betont, solche Zugangskontrollen sollten «langfristig nicht zur Norm werden»; derzeit sei das Einverständnis aber «der beste Weg, den Zugang in den kommenden Wochen zu erweitern». Hintergrund ist ein vergleichbarer Vorgang beim Konkurrenten Anthropic, dessen leistungsstärkstes KI-Modell auf US-Behördendruck zurückgezogen worden war. In einer zweiten Meldung gab Bosch bekannt, dass CEO Stefan Hartung vorzeitig zum 1. Juli abtritt; Nachfolger wird sein bisheriger Vize Christian Fischer. (Quelle: NZZ)

Die Märkte heute

Gold notiert am Morgen bei 4'096,30 USD pro Unze, ein Minus von 2,05 Prozent gegenüber dem Vortag. Der MSCI World fällt auf 4'744,35 Punkte, ein Tagesverlust von 1,61 Prozent, getrieben vom Tech-Selloff an den asiatischen Börsen. Bitcoin notiert bei 60'378 USD, ein Plus von 0,38 Prozent auf 24-Stunden-Sicht. Der Euro steht bei 0,9218 Franken, der US-Dollar bei 0,8085 Franken, beide gemessen am Frankfurter EZB-Referenzkurs vom Donnerstag. Schweizer Börsen sind am Samstag geschlossen. (Quellen: CoinGecko, Yahoo Finance, EZB)

Ausblick

Am Nachmittag und Abend werden weitere Hitzerekorde erwartet, der Deutsche Wetterdienst rechnet mit bis zu 42 Grad. Am Sonntag starten die Sechzehntelfinals der WM. In den kommenden Tagen könnte Bundespräsident Parmelin Richtung Washington aufbrechen; die Schweizer Wirtschaft hält die mögliche Trump-Zolldrohung im Auge.

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