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Mittags-Update: Iran unter Druck, Caracas unter Schock

Iran-Dialog unter Vorbehalt, Caracas nach Erdbeben im Ausnahmezustand, heissester Junitag der Messgeschichte in Basel.

Von der MacherPost-Redaktion 26.06.2026, 10:00 ♪ 13 Min Audio · 1'632 Wörter
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Mittags-Update: Iran unter Druck, Caracas unter Schock

Am Vormittag verschärft Washington den Ton gegenüber Teheran, ein Schweizer Rettungsteam fliegt nach Venezuela, der Bund korrigiert seine Mehrwertsteuerpläne, und die Schweiz misst den heissesten Junitag seit Beginn der Aufzeichnungen. An den Finanzmärkten kassiert Gold einen weiteren Rückschlag, derweil sich die Schweizer Nati auf ihren Sechzehntelfinalgegner vorbereitet.

Iran: Rubio zieht die Verhandlungslinie nach. US-Aussenminister Marco Rubio hat den laufenden Atomdialog mit Teheran am Vormittag öffentlich unter einen klaren Vorbehalt gestellt. Eine Einigung werde es «nicht um jeden Preis» geben, sagte Rubio vor Journalisten in Washington. Die iranische Führung wirft der NATO unterdessen «Mitschuld» an der Eskalation in der Strasse von Hormus vor, wie der Kurier unter Berufung auf das iranische Aussenministerium berichtet. Praktisch bedeutet das: Im Persischen Golf sind nach Informationen von RND weiterhin mehrere Öltanker festgesetzt, was die ohnehin engen Energiemärkte zusätzlich unter Druck setzt. Das deutsche Nachrichtenportal T-Online zitiert US-Kongressquellen, wonach die USA in den vergangenen Wochen Tausende Raketen verschossen haben und die Munitionslager spürbar leerer geworden sind. Damit verschiebt sich das Risiko auf den Rohstoffmärkten, nicht nur in Genf und Zürich reagieren die Händler nervös. Die Europäer beobachten die Lage mit wachsender Sorge: Ein längerer Ausfall der Hormus-Route hätte unmittelbare Folgen für die ohnehin engen Energieimporte Deutschlands und Italiens (Kurier, RND, T-Online).

Venezuela: Erdbeben-Serie fordert Dutzende Tote. Die venezolanische Präsidentin hat am späten Donnerstagabend (Ortszeit) die Bevölkerung direkt informiert, nachdem mehrere schwere Beben das Land erschüttert haben. Die Luzerner Zeitung spricht von Dutzenden Toten und Hunderten Verletzten, ganze Stadtviertel in Caracas und an der Karibikküste sind eingestürzt. Das Epizentrum lag nach Angaben des US-Erdbebendiensts USGS in der Region um den Bundesstaat Zulia, wo mehrere Erdstösse mit Magnituden über 6 innerhalb kurzer Zeit registriert wurden. Das Technische Hilfswerk THW aus Deutschland hat erste Helferteams in das Katastrophengebiet geschickt, ein Schweizer Rettungsteam ist nach Angaben von SWI swissinfo.ch ebenfalls unterwegs. Die neue Regierung in Caracas steht damit wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt vor einer Belastungsprobe, die weit über eine politische Krise hinausgeht (Luzerner Zeitung, NZZ, SWI, ZDFheute).

Schweiz: Bundesrat halbiert die geplante MWST-Erhöhung. Der Bundesrat will die Mehrwertsteuer zur Finanzierung der zusätzlichen Rüstungsausgaben nur um 0,5 Prozentpunkte statt der ursprünglich vorgesehenen 1 Prozentpunkt anheben. Das hat die Landesregierung am Mittwoch beschlossen, die Nachricht dominiert am Freitagvormittag die politische Debatte in Bern. Verteidigungsminister Martin Pfister hatte zunächst 1 Prozentpunkt verlangt, um die auf 1 Prozent des BIP erhöhten Armeeausgaben zu finanzieren; nach internen Diskussionen und Widerstand aus der Wirtschaft lenkte der Bundesrat teilweise ein. Die SP lehnt das Vorhaben auch in der abgespeckten Variante ab und spricht von «falschen Prioritäten». Die Weltwoche kritisiert aus dem entgegengesetzten Lager, die Vorlage diene einer schleichenden Annäherung an die Nato. In den nächsten Wochen wird das Parlament über die definitive Variante entscheiden (SRF, SWI, SP Schweiz, Die Weltwoche).

Hitzerekord: 38 Grad in Basel. Am Donnerstag wurde in Basel mit exakt 38,0 Grad Celsius der heisseste Junitag in der Schweiz seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung registriert. Watson spricht von einem historischen Wert, der Genfer Staatsrat ordnete am Donnerstag zwischenzeitlich einen Arbeitsunterbruch für den öffentlichen Dienst an. In mehreren Kantonen gelten mittlerweile strikte Waldbrandwarnungen der Stufe 4 von 5, in Basel-Landschaft wurden zudem Badeverbote wegen Blaualgen verhängt. Für die Landwirtschaft zeichnen sich Ernteausfälle ab, 20 Minuten spricht mit einem Gemüsebauern aus dem Aargau, der schon jetzt 30 Prozent Einbussen bei Salat und Bohnen erwartet. Die Hitzewelle hält laut SRF noch bis Anfang nächster Woche an, am Samstag werden im Mittelland erneut Höchstwerte um 36 Grad erwartet (Watson, SWI, SRF, 20 Minuten).

Apple verteuert iPads und MacBooks. Der US-Konzern Apple hat die Preise für mehrere iPad- und MacBook-Modelle weltweit angehoben. Das bestätigen SRF, die Finanz und Wirtschaft sowie der Schweizer Online-Händler Digitec unabhängig voneinander. Betroffen sind vor allem Geräte mit dem neuen M5-Chip und Modelle aus dem Pro-Segment, die Preisanpassung liegt je nach Modell zwischen 4 und 12 Prozent. Als Grund nennt der Blick den anhaltenden Boom bei KI-Hardware und die Verknappung bestimmter Halbleiter, auch Apples eigene Neural-Engine-Bausteine sind betroffen. Für eine Kundin aus Zürich, die am Donnerstagabend ein neues MacBook Pro bestellen wollte, bedeutete das ein Aufschlag von 250 Franken auf der UVP (SRF, FuW, Blick, Digitec).

Schweizer Nati: Sechzehntelfinal-Gegner erst am Nachmittag. An der Fussball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada steht die Schweizer Nationalmannschaft nach der Vorrunde im Sechzehntelfinal, das hat die Fifa am Donnerstagabend bestätigt. Wer der Gegner wird, entscheidet sich am späten Nachmittag Schweizer Zeit, wenn die letzten Vorrundenpartien abgeschlossen sind. Als wahrscheinlichste Lose gelten laut SRF und Watson Österreich, die Elfenbeinküste oder ein zweiter Gruppensieger aus den Pfaden der USA. Im Schweizer Lager gibt man sich gelassen: Blerim Dzemaili sagte dem Blick, er wünsche sich Algerien. Sicher ist, dass die Nati auf einen unangenehmen Gegner trifft, der mitten in Formkurve und Vorbereitung steht (Blick, SRF, Watson, Nau).

Deutschland verliert gegen Ecuador. Am späten Donnerstagabend Schweizer Zeit hat die deutsche Nationalmannschaft ihr drittes Vorrundenspiel an der WM 2026 mit 0:1 gegen Ecuador verloren. Das Tor fiel in der 73. Minute durch Enner Valencia, wie Watson und die 20 Minuten übereinstimmend berichten. Die DFB-Auswahl steht trotzdem im Sechzehntelfinal, Torhüter Marc-André ter Stegen wehrte sich nach Spielschluss gegen Kritik an seiner Leistung und verwies auf mehrere gehaltene Chancen. Für Gesprächsstoff sorgt auch das 0:0 der gastgebenden USA gegen Australien, durch das die Australier als Gruppendritte in die K.o.-Phase einzogen. Aus Schweizer Sicht eröffnet das zusätzliche Optionen im Tableau (Watson, 20 Minuten, Tages-Anzeiger).

Parmelin reist nach Washington. Wirtschaftsminister Guy Parmelin fliegt kommende Woche in die USA, um die festgefahrenen Zollverhandlungen mit der Trump-Administration persönlich voranzubringen. Die Reise erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Drohungen aus Washington mit neuen Zöllen auf Schweizer Industrieexporte, insbesondere Pharma und Uhren. Der Tages-Anzeiger fragt in einem Kommentar, ob Parmelin in einen eigenen «Keller-Sutter-Moment» rutschen könnte, sollte er ohne greifbares Ergebnis nach Bern zurückkehren. Eine Delegation aus dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) bereitet die Gespräche bereits vor. Aus Kreisen des Departements heisst es, man erwarte «nichts Konkretes, aber ein Signal» (Tages-Anzeiger, FuW).

Rheinmetall: 15 Prozent Minus nach Fregatten-Debakel. Die Aktie des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall hat am Donnerstag zeitweise mehr als 15 Prozent verloren, nachdem der Konzern bei einer grossen Marineausschreibung für Fregatten leer ausgegangen war. Der Auftrag im Volumen von mehreren Milliarden Euro ging an einen Mitbewerber, womit Rheinmetall ein zentrales Standbein im Marinegeschäft verliert. Morningstar wertet den Kurseinbruch als übertrieben und verweist auf das intakte Landsystem-Geschäft, der Markt straft den Titel dennoch weiter ab. Auch Wettbewerber wie TKMS, RENK und Hensoldt gerieten unter Druck, wie finanzen.at berichtet. Die Diskussion über die europäische Verteidigungsfähigkeit bekommt damit eine unerwartete börsentechnische Facette (Handelsblatt, Morningstar, finanzen.at, Ariva).

Fed-Chefwechsel drückt Gold und Bitcoin. Die Bestätigung eines neuen Chefs der US-Notenbank Federal Reserve hat am Donnerstagabend die Kurse von Gold und Bitcoin unter Druck gesetzt. Wie Inside Paradeplatz berichtet, gilt der designierte neue Fed-Chef als deutlich falkenhafter als die bisherige Amtsinhaberin. Gold notiert am Freitagmittag bei knapp 4'049 US-Dollar pro Unze, ein Tagesverlust von 3,2 Prozent, Bitcoin fiel unter die Marke von 60'200 US-Dollar. Gleichzeitig gewinnt der Dollar gegenüber dem Franken leicht an Terrain. Der MSCI World verliert 1,6 Prozent auf 4'744 Punkte, der SMI hatte am Vortag ein Rekordhoch erreicht und schloss im Plus (Inside Paradeplatz, Marktdaten).

Wimbledon ohne Schweizer Qualifikantinnen und Qualifikanten. Während das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon am Montag beginnt, ist das Schweizer Abenteuer in der Qualifikation bereits am Donnerstag zu Ende gegangen. Wie Blick berichtet, scheiterten die Schweizer Spielerinnen und Spieler in teils dramatischen Matches, darunter eine verloren gegangene Drei-Satz-Führung im Entscheidungssatz. Im Hauptfeld stehen mit Stan Wawrinka und Belinda Bencic zwei bekannte Namen; bei den Männern hofft Wawrinka auf einen guten Losentscheid, bei den Frauen kämpft Bencic um den Anschluss an die Weltspitze. Das Turnier in London ist mit einem Preisgeld von insgesamt 64,5 Millionen Pfund dotiert (Blick, blue News, tennisnet.com).

Ukraine: Drohnenangriff auf Moskau. Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht auf Freitag nach eigenen Angaben erneut mehrere Drohnen auf das Stadtgebiet von Moskau und die russische Hauptstadtregion geschickt. Wie die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf den Kiewer Militärgeheimdienst HUR berichtet, sollen Ziele in der russischen Rüstungs- und Logistikinfrastruktur getroffen worden sein, darunter ein Treibstofflager im Oblast Tula. Parallel berichtet WEB.DE, dass die Ukraine die Krim mit einer Serie nächtlicher Drohnenangriffe zunehmend von der russischen Versorgung abschneidet. Russland reagierte mit verstärkten GPS-Störungen im Ostseeraum, was auch den Flugverkehr in der Schweiz tangierte (Frankfurter Rundschau, WEB.DE, Watson).

Die Märkte heute. Der Schweizer Franken zeigt sich am Mittag in einer robusten Verfassung: 1 Euro kostet 0,9223 Franken, 1 US-Dollar 0,8132 Franken, beide Werte stammen aus der EZB-Referenz vom Vortag. Gold notiert bei 4'048,8 US-Dollar pro Unze, ein Minus von 3,2 Prozent innert 24 Stunden, ausgelöst durch die Bestätigung des neuen Fed-Chefs. Bitcoin fällt auf 60'138 US-Dollar, ein Verlust von 2,4 Prozent. Der MSCI World liegt bei 4'744,49 Punkten mit einem Minus von 1,6 Prozent. Der Schweizer Leitindex SMI hatte am Mittwoch ein Allzeithoch erreicht, der Anstieg wurde vor allem von Richemont, Givaudan und Nestlé getragen, während Holcim, UBS und Logitech am Tabellenende standen (Marktdaten FuW, Cash, Nau).

Ausblick auf den Nachmittag. In der Schweiz fällt um 14:00 Uhr die Entscheidung, auf wen die Nati im WM-Sechzehntelfinal trifft. In Brüssel beginnt ein ausserordentliches Treffen der EU-Aussenminister zur Lage in Nahost, bei dem auch die neuen US-Sanktionen gegen den Iran zur Sprache kommen dürften. An der Wall Street startet die Berichtssaison mit den Quartalszahlen von Nike und FedEx; von den Konjunkturdaten stehen die vorläufigen US-Verbraucherstimmungsdaten der Universität Michigan auf der Agenda. Im US-Senat wird am späten Nachmittag (MEZ) über das neue Sanktionspaket gegen den Iran debattiert, das auch Drittstaaten wie China und Indien in die Pflicht nehmen soll. In Caracas dürfte die Opferbilanz der Erdbebenserie im Laufe des Tages weiter steigen, erste Hilfslieferungen aus Kolumbien und Brasilien sind unterwegs. Und am Abend öffnen die Asien-Börsen, die Vorgaben aus der schwachen Wall Street dürften dort für einen verhaltenen Start sorgen.

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