Guten Morgen. Die Nacht brachte Bilder aus Caracas, eine Eskalation an der Strasse von Hormus und das erste Sommerspiel der DFB-Elf in den Sechzehntelfinals mit Niederlage. Wir beginnen mit dem Beben, das ein ganzes Land erschüttert hat.
Zwei schwere Erdstösse haben Venezuela in der Nacht zum Donnerstag getroffen. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärken mit 7,2 und 7,5 an, nur 39 Sekunden lagen zwischen den Beben, 20 Nachbeben folgten. Gesundheitsminister Carlos Alvarado sprach am späten Abend von mindestens 235 Toten und mehr als 4'300 Verletzten. Rund 10'000 Personen gelten laut örtlichen Behörden als vermisst, etwa 250 Gebäude wurden zerstört. Am stärksten betroffen ist der Grossraum Caracas, aus dem eingestürzte Häuser gemeldet werden. Es war das heftigste Beben in dem Land seit mehr als einem Jahrhundert. Das Beben kommt weniger als sechs Monate nach der Festnahme des damaligen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte, die das Land in eine Phase politischer Unsicherheit gestürzt hatte. Knapp 50 Einsatzkräfte des deutschen Technischen Hilfswerks (THW), darunter vier Rettungshundeführer mit Hunden, fliegen am Freitagmorgen vom Fliegerhorst Wunstorf aus mit einer Bundeswehrmaschine in das Katastrophengebiet. THW-Präsidentin Sabine Lackner erklärte in Köln, die ersten 72 Stunden nach einem Beben seien entscheidend, um Überlebende zu bergen. Auch die USA stellten nach Angaben von US-Aussenministerium und Regionalkommando Southcom ein amphibisches Transportschiff, ein Küstenkampfschiff und Transportflugzeuge bereit, dazu 150 Millionen Dollar humanitäre Hilfe, von denen 100 Millionen direkt an das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten OCHA fliessen sollen. Kanada kündigte 5 Millionen kanadische Dollar an, Mexiko und Kuba schickten ebenfalls Rettungsteams (Tagesschau, BBC, Reuters, Guardian).