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Die wichtigsten Signale des Tages: Hitze, Erdbeben, Börsenrekord

Während Venezuela unter Erdstössen ächzt, brennt Europa unter einer historischen Hitzewelle. Gleichzeitig jagt der SMI von Rekord zu Rekord, und der Iran-Krieg steuert auf eine diplomatische Wende zu.

Von der MacherPost-Redaktion 25.06.2026, 16:00 ♪ 14 Min Audio · 1'840 Wörter
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Die wichtigsten Signale des Tages: Hitze, Erdbeben, Börsenrekord

Eine Welt in Glut: Während Venezuela unter Erdstössen ächzt, brennt Europa unter einer historischen Hitzewelle. Gleichzeitig jagt der Schweizer Aktienindex von Rekord zu Rekord, und der Iran-Krieg steuert auf eine diplomatische Wende zu. Der Donnerstag lieferte die Bühne für eine ungewöhnliche Dichte an Schlagzeilen.


In Venezuela hat ein Doppel-Erdbeben der Stärke 7,5 am Mittwochabend (Ortszeit) die Region um Mene Grande im Bundesstaat Zulia verwüstet. Die Behörden sprechen inzwischen von mindestens 164 Toten, mehr als 1'200 Verletzten und Hunderten Vermissten. Rettungskräfte graben teils mit blossen Händen, mehrere Ortschaften sind von der Versorgung abgeschnitten, die Strom- und Wassernetze sind in weiten Teilen des Bundesstaates kollabiert. Die Karibikküste und die Grossstadt Maracaibo, 1,8 Millionen Einwohner, meldet eingestürzte Gebäude und blockierte Strassen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat der venezolanischen Regierung am Donnerstagvormittag Bundeswehr-Hilfe angeboten, die Entscheidung über Annahme steht aus. Präsident Nicolás Maduro rief den Ausnahmezustand für sechs Bundesstaaten aus und verhängte eine dreitägige Staatstrauer (Tagesschau, ZDFheute, 25.6.2026).

Europa schwitzt unter einer historischen Juni-Hitzewelle. In Frankreich haben die Betreiber EDF und Framatome am Donnerstag drei Atomreaktoren am Rhône-Standort vom Netz genommen, weil das Flusswasser die Kühltürme nicht mehr ausreichend kühlen kann. Die Wassertemperaturen liegen örtlich über 28 Grad, der Grenzwert für die Reaktorkühlung. Zeitweise fiel die Stromproduktion in Frankreich um 4 Gigawatt, was rund 5 Prozent der nationalen Kapazität entspricht. Gleichzeitig registrierte die Schweiz am Dienstag in Genf mit 36,2 Grad und in Basel mit 35,8 Grad neue Juni-Rekorde, der Kanton Luzern hat ab Donnerstag Wasserentnahmen aus Bächen und Seen verboten und ein vollständiges Feuerverbot im Wald erlassen. Auch der Kanton Aargau hat die Waldbrandgefahr auf die Stufe 4 von 5 hochgestuft. In Deutschland wurde die 30-Grad-Marke am Donnerstag bereits vor neun Uhr morgens geknackt, in Belgien werden am Wochenende Spitzenwerte um 38 Grad erwartet (ZEIT, Nau, Luzerner Zeitung, 25.6.2026).

An der Schweizer Börse hat der SMI ein neues Allzeithoch markiert. Der Index notiert am Donnerstagmittag bei 14'142 Punkten, ein Plus von 0,4 Prozent seit dem Vortagesschluss. Getragen wurde der Anstieg von Nestlé, Richemont und Givaudan, die allesamt zwischen 1,1 und 1,8 Prozent zulegen. Auf der anderen Seite stehen UBS mit minus 0,7 Prozent und Holcim mit minus 1,1 Prozent. Der Auslöser war ein starkes Eröffnungsplus nach den überraschend guten Quartalszahlen des US-Chipherstellers Micron am Vorabend, der den Umsatz um 58 Prozent gesteigert hatte. Das zog die europäischen Halbleiterwerte mit nach oben, auch Logitech und AMS Osram profitierten. Damit hat der SMI in diesem Jahr bereits das fünfte Rekordhoch markiert, das erste wurde im Februar mit dem Sprung über 14'000 Punkte erreicht (Ariva, FuW, 25.6.2026).

Im US-Senat ist eine Resolution zur Beschränkung der Kriegsbefugnisse von Präsident Donald Trump im Iran-Konflikt gescheitert. Zwar votierten 53 Senatoren für den Entwurf, nötig wären 60 Stimmen, doch fünf Republikaner scherten aus und blockierten das Vorhaben. Aussenminister Marco Rubio erklärte am Donnerstag bei einem Treffen mit dem iranischen Aussenminister in Genf, die USA wollten zwar eine diplomatische Lösung, aber nicht um jeden Preis. Teheran warf dem NATO-Bündnis parallel Mitschuld an der Eskalation vor. An den Märkten hat die Nachricht den Brent-Ölpreis auf rund 71 Dollar je Fass gedrückt, das tiefste Niveau seit Kriegsbeginn vor sechs Wochen. Der Rückgang signalisiert, dass die Händler eine rasche Deeskalation einpreisen. Eine Gallone Benzin kostet in den USA im Schnitt noch 3,42 Dollar, 18 Cent weniger als vor zwei Wochen (ZEIT, Merkur, 25.6.2026).

In der Ukraine hat die russische Hafenstadt Sewastopol auf der Krim in der Nacht zum Donnerstag einen grossflächigen Stromausfall erlitten. Nach ukrainischen Angaben wurde ein Umspannwerk bei einem Drohnenangriff getroffen, 280'000 Einwohner waren zeitweise ohne Strom. Russland meldet zudem einen Grossbrand an einer Gasanlage an der Wolga, die Behörden sprechen von ukrainischem Beschuss mit weitreichenden Drohnen. Beide Seiten bestätigen Angriffe auf Energieinfrastruktur, die gegenseitigen Vorwürfe überwiegen. US-Präsident Trump kündigte unterdessen neue Sanktionen gegen Russland an, ohne Details zu nennen. Die EU bereitet parallel das 18. Sanktionspaket vor, das laut Diplomaten auch Massnahmen gegen die Schattenflotte russischer Öltanker umfasst (WELT, STERN, 24./25.6.2026).

Die Schweizer Sicherheitspolitik steht unter Druck. Das Bundeshaus hat am Mittwoch überraschend angekündigt, die für die Rüstungsfinanzierung nötige Mehrwertsteuererhöhung von ursprünglich 1,5 auf nur noch 0,5 Prozentpunkte zu reduzieren. Hintergrund sind Befürchtungen aus den Reihen der bürgerlichen Parteien, dass die ursprüngliche Variante an der Urne chancenlos wäre. FDP-Fraktionschef Damien Cottier sprach von einem tragfähigen Kompromiss, SP und Grüne lehnen die Vorlage als unzureichend ab. Die Schweiz bleibt damit bei der Patriot-Lieferung aus den USA weiter in einer Schutzlücke. Die Lieferung verzögert sich um mindestens fünf Jahre, im Raum steht nun zusätzlich die Beschaffung von Patriot-Raketen aus deutscher Produktion sowie eine engere Koordination mit dem französischen Mamba-System. Verteidigungsminister Martin Pfister hatte das Parlament bereits im Mai auf die Lücke hingewiesen (SRF, Tages-Anzeiger, 24./25.6.2026).

In der Schweizer Industriepolitik zeichnet sich eine Kehrtwende ab. Swiss Prime Site zieht den geplanten 80-Meter-Wohnturm auf dem Maag-Areal in Zürich zurück und belässt die denkmalgeschützten Maag-Hallen als Veranstaltungsort. Stattdessen soll ein Museumskonzept mit Ausstellungsflächen für industrielle Geschichte entstehen. Der Entscheid kommt nach monatelanger Kritik aus dem Quartier und von Denkmalschutzorganisationen, die das Ensemble aus dem 19. Jahrhundert erhalten wollten. Swiss Prime Site begründet den Schritt auch mit veränderten Marktbedingungen im Bürosegment, die eine reine Wohnnutzung wirtschaftlich unattraktiv erscheinen liessen. Das Aktienunternehmen korrigierte daraufhin die Jahresprognose leicht nach unten (NZZ, IMMOBILIEN Business, 25.6.2026).

Am Technologie-Front hat OpenAI zusammen mit dem Halbleiterkonzern Broadcom den massgeschneiderten KI-Chip Jalapeño vorgestellt. Der erste Einsatz ist für Anfang 2027 geplant, eine erste Charge von 50'000 Einheiten wird bereits im vierten Quartal 2026 produziert. Damit will OpenAI die Abhängigkeit von Nvidia verringern und die Inferenzkosten für GPT-Modelle um bis zu 40 Prozent senken. Broadcom-Chef Hock Tan sprach vom bisher grössten Auftrag der Firmengeschichte. An der Börse legten Broadcom um 3,2 Prozent zu, Nvidia verlor 1,8 Prozent. Parallel hat ein Forschungsteam der ETH Zürich unter der Leitung von Professorin Rachel Grange eine neue Klasse bidirektionaler Pixel vorgestellt, die Licht gleichzeitig aufnehmen und abstrahlen können. Damit könnten künftig Kameras und Displays auf derselben Fläche vereint werden, was vor allem für Augmented-Reality-Brillen und medizinische Endoskope relevant wäre. Die Studie erschien im Fachjournal Nature (heise online, Nau, ETH Zürich, 24./25.6.2026).

Im Sport wechselt der MotoGP-Weltmeister Francesco Bagnaia nach vier Saisons bei Ducati per sofort für die Saison 2027 zu Aprilia Racing. Der Italiener unterzeichnete am Donnerstag einen Vierjahresvertrag bis Ende 2030 und wird damit Nachfolger von Jorge Martin. Damit endet eine der längsten Werksfahrerbindungen der Königsklasse. Bagnaia war zuletzt mit der Ducatis Desmosedici in eine Formkrise geraten und hatte zuletzt vier Rennen in Folge nicht auf das Podium gefahren. Aprilia setzt mit der Verpflichtung ein klares Zeichen für den sportlichen Aufstieg, nachdem das Team aus Noale in dieser Saison erstmals einen Grand-Prix-Sieg feiern konnte. Der Wechsel ist auch wirtschaftlich relevant: Bagnaias Marktwert wird auf rund 18 Millionen Euro geschätzt, wovon ein erheblicher Teil über Sponsoren und persönliche Verträge refinanziert wird (motogp.com, SRF, 25.6.2026).

An der Fussball-WM in den USA hat die Schweiz durch einen 2:1-Sieg gegen Kanada am Mittwochabend den Gruppensieg geholt. Matchwinner war erneut Johann Manzambi vom BSC Young Boys, der beide Tore entweder selbst erzielte oder vorbereitete. Das erste Tor fiel nach einem Konter in der 31. Minute, das Siegtor in der Nachspielzeit per Elfmeter, nachdem der kanadische Torwart einen Rückpass ungeschickt aufnahm. Damit trifft die Nati im Achtelfinal auf den Zweiten der Gruppe E, voraussichtlich Norwegen. Spielmacher Granit Xhaka gab nach dem Spiel Entwarnung wegen einer Knöchelblessur, Coach Murat Yakin zeigte sich zufrieden mit dem Auftritt. Sportlich im Schatten steht Leichtathletik-Shootingstar Audrey Werro. Die 21-Jährige aus Freiburg stellte am Dienstag in Bern mit 1:23,04 Minuten einen Europarekord über 600 Meter auf und unterbot damit erstmals die Marke der Schweizer Meisterin Anita Brägger aus dem Jahr 1991 (sportschau.de, SRF, 23./24.6.2026).

Die Gaming-Branche feiert einen lange erwarteten Moment: Rockstar Games hat am Donnerstag die Vorbestellung für Grand Theft Auto VI freigeschaltet. Die Standard-Edition kostet 69,99 Euro, die Ultimate Edition 99,99 Euro und enthält einen frühen Zugang am Release-Tag sowie Bonusinhalte im Wert von weiteren 30 Euro. Der Release ist für den 9. Oktober 2026 angekündigt, eine physische Disc-Version folgt laut Brancheninsidern erst Anfang 2027, weil Sony und Microsoft zunächst die Download-Pipeline priorisieren. Analysten rechnen mit einem Startumsatz von über einer Milliarde Dollar in den ersten 24 Stunden. Damit würde GTA VI den bisherigen Rekord von Call of Duty Black Ops II aus dem Jahr 2012 deutlich übertreffen (GamesWirtschaft, RND, 25.6.2026).

Am Arbeitsmarkt zeigt eine neue Studie der Plattform jobs.ch, dass 62 Prozent der Schweizer Berufseinsteiger zwischen 20 und 30 Jahren generative KI als Bedrohung für ihre Karrierepläne sehen. Besonders betroffen sind Berufe in Marketing, Übersetzung und Buchhaltung. Gleichzeitig melden 41 Prozent der befragten Unternehmen, dass sie KI-Tools bereits im ersten Halbjahr 2026 produktiv einsetzen, doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Die Studienautoren empfehlen Ausbildungsstätten, den Umgang mit KI-Werkzeugen als festen Bestandteil in die Curricula aufzunehmen. Auffällig ist auch, dass 58 Prozent der Befragten angeben, sich noch nie mit den Möglichkeiten einer KI-gestützten Weiterbildung beschäftigt zu haben (SRF, Organisator, jobs.ch, 24.6.2026).

In Erinnerung bleibt ein tragischer Vorfall aus Selzach im Kanton Solothurn: Ein Drittklässler hat am Donnerstagmorgen eine Schusswaffe in die Schule mitgebracht und damit gedroht, das Feuer zu eröffnen. Die Polizei konnte die Situation nach einer mehrstündigen Verhandlung gegen 14 Uhr ohne Verletzte beenden. Das Kind wurde in eine kinder- und jugendpsychiatrische Einrichtung gebracht, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Drohung und Verstoss gegen das Waffengesetz. Die Waffe war nach ersten Erkenntnissen legal im Besitz der Familie, der Zugriff erfolgte laut Polizei im elterlichen Haushalt. Der Vorfall löste eine überkantonale Debatte über sichere Aufbewahrung von Schusswaffen in Haushalten mit Minderjährigen aus (20 Minuten, 25.6.2026).

Am Rande vermeldet: Das Auswärtige Amt in Berlin hat seine Reisehinweise für die Türkei aktualisiert und rät von nicht zwingenden Reisen in die östlichen Grenzprovinzen weiterhin ab. Hintergrund sind vereinzelte Raketen- und Drohnenangriffe im Zuge des Iran-Krieges, die auch türkisches Grenzgebiet erreichten. Die grossen Ferienorte an der Ägäis und am Mittelmeer sind laut Amt nicht betroffen. Die Türkei verzeichnet seit Kriegsbeginn einen Buchungsrückgang von 14 Prozent, in den östlichen Regionen sogar von 40 Prozent (Augsburger Allgemeine, FAZ, 25.6.2026).


Die Märkte heute: Der Euro notiert bei 0,9223 Franken, der Dollar bei 0,8132 Franken, beide Werte aus der Frankfurter Referenz von heute. Gold hat deutlich nachgegeben auf 4'031,70 Dollar je Unze, ein Minus von 3,59 Prozent zum Vortag. Der MSCI World steht bei 4'767,75 Punkten, 1,12 Prozent tiefer als am Vortag. Bitcoin wechselt bei 59'430 Dollar den Besitzer, ein Minus von 2,55 Prozent innert 24 Stunden. Die Daten stammen von CoinGecko und Yahoo Finance, Stand 17 Uhr MESZ.

Ausblick auf morgen: Am Freitag stehen die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone im Fokus, sie geben einen ersten Hinweis auf die Konjunkturlage im dritten Quartal. In den USA veröffentlicht das Wirtschaftsministerium die revidierten Wachstumszahlen zum ersten Quartal. In Bern tagt der Ständerat zur Mehrwertsteuervorlage für die Rüstungsfinanzierung, die Debatte dürfte kontrovers verlaufen. Sportlich bestreitet die Schweizer Nati ihr Achtelfinalspiel an der WM in den USA, die Ansetzung erfolgt heute spät, Spielbeginn ist 21 Uhr Schweizer Zeit. In Genf beginnt die nächste Runde der indirekten Iran-Gespräche unter Vermittlung der Schweiz.

Die MacherPost-Redaktion verabschiedet sich, bis morgen früh um sechs Uhr.

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