Der US-Kongress hat in der Nacht auf Mittwoch zum ersten Mal in der laufenden Legislaturperiode eine War Powers Resolution gegen einen von Präsident Donald Trump geführten Krieg verabschiedet. Das Repräsentantenhaus richtete sich damit gegen den Militäreinsatz im Iran, den Trump ohne formelle Kriegserklärung angeordnet hatte. Die Resolution ist rechtlich weitgehend symbolisch, weil Trump ein Veto in Aussicht stellte. Politisch erhöht sie aber den Druck auf das Weisse Haus, den Konflikt zu beenden und vor dem Kongress rechenschaftspflichtig zu werden. Zeitgleich warnte Aussenminister Marco Rubio die iranische Führung, keine Schiffsgebühren in der Strasse von Hormuz zu erheben. "Kein Land darf Maut für die freie Durchfahrt verlangen", sagte Rubio am Dienstagabend in Washington. Im Hintergrund steht ein vor wenigen Tagen unter Vermittlung der Schweiz in Genf ausgehandeltes Abkommen zwischen Washington und Teheran, das einen Waffenstillstand festigt und binnen 60 Tagen in ein umfassendes Abkommen münden soll. Der NZZ-Podcast Geopolitik wertet das Resultat kritisch: Der Iran-Experte Simon Wolfgang Fuchs sieht das Regime in Teheran als heimlichen Sieger, weil die USA "fast alle ihre Kriegsziele verfehlt" hätten (BBC, NZZ).
Die Lage in der Meerenge bleibt dennoch angespannt. Die Vereinten Nationen kündigten an, gestrandete Seeleute aus der Strasse von Hormuz zu evakuieren, nachdem der Schiffsverkehr seit dem US-iranischen Abkommen wieder deutlich zugenommen hat. Am Samstag allein passierten 42 Schiffe die Route. Am Dienstag zogen weitere Dutzend Frachter durch die Wasserstrasse, die zwischen dem Iran und Oman liegt und rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abwickelt. Eine Sperrung hätte unmittelbare Folgen für die Treibstoffpreise in Europa und damit auch für die Schweiz (BBC).