Warum der Welthandel zwischen Washington und Peking gerade neu geordnet wird, was das Europäer und Schweizer konkret kostet, und warum die nächste Phase härter wird als die bisherige.
Amerika baut gerade seine Zollmauer ein zweites Mal auf. Im Februar 2026 hat der Supreme Court die IEEPA-Tarife der Regierung Trump gekippt, jene Sonderzölle, die der Präsident seit 2025 unter Berufung auf nationale Notstände verhängt hatte. Die Regierung reagierte nicht mit Rückzug, sondern mit einem neuen, grösseren Gebäude: einer Section-301-Architektur, die 60 Volkswirtschaften gleichzeitig betrifft und in der Spitze 12,5 Prozent Zoll auf Importe aus Ländern vorsieht, die Zwangsarbeit nicht verbieten. Eine Modellrechnung schätzt das maximale Aufkommen auf 166 Milliarden Dollar pro Jahr. Brüssel zieht unterdessen mit einer eigenen Section 301 nach, weil Chinas Exportüberschüsse unerträglich geworden sind. Peking antwortet mit dem, was es seit drei Jahren perfektioniert: eine eigene Abschottung, kombiniert mit einem Renminbi-Zahlungssystem, das den Dollar in Asien langsam umgeht. Was hier entsteht, ist kein Handelskrieg im alten Sinn, sondern die Neukartierung der globalen Wirtschaft in zwei weitgehend getrennte Sphären. Wer das verstehen will, muss weiter zurückblicken als bis zu den Schlagzeilen der Woche.