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Iran zögert bei Inspektoren, Hitzewelle rollt über Europa

Verhandlungen im Bürgenstock ohne Durchbruch, Temperaturen über 40 Grad, SNB strafft Geldpolitik.

Von der MacherPost-Redaktion 23.06.2026, 10:00 ♪ 15 Min Audio · 1'921 Wörter
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Iran zögert bei Inspektoren, Hitzewelle rollt über Europa

Guten Tag zur Mittagsausgabe von MacherPost am Dienstag, 23. Juni 2026.

Die Verhandlungen um das iranische Nuklearprogramm treten auf der Stelle, während eine Hitzewelle Europa mit Temperaturen über 40 Grad erfasst. In London wackelt der Stuhl von Premierminister Keir Starmer. Die Schweizerische Nationalbank strafft ihre Geldpolitik erneut. Und am Fussball trennen sich Norwegen und Frankreich nach torreichen Auftritten in der WM-Vorrunde.


Iran bleibt bei Inspektoren-Verhandlungen hart

Die Gespräche über die Rückkehr internationaler Atominspektoren in den Iran kommen nicht voran. Wie die iranische Regierung am Montag mitteilte, wird es über die bereits gemachten Zusagen hinaus keine neuen Verpflichtungen geben. US-Vizepräsident JD Vance hatte zuvor erklärt, die IAEA solle wieder Zugang zu den Atomanlagen erhalten.

Die Differenzen sind substanziell. Washington fordert eine sofortige und unbeschränkte Inspektion der Anreicherungsanlagen in Natanz und Fordow. Teheran pocht auf den Schutz der Standorte, die im Juni vergangenen Jahres während des zwölftägigen Krieges mit Israel bombardiert worden waren. Wie die BBC unter Berufung auf iranische Regierungsvertreter berichtet, soll es beim Treffen im Bürgenstock keine neuen Zusagen gegeben haben.

Für die Schweiz ist der Fall delikat. Bern hatte das Treffen logistisch ermöglicht und gilt in der Region als neutraler Vermittler. Sollten die Gespräche endgültig scheitern, steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer israelischer oder amerikanischer Militärschläge gegen iranische Infrastruktur. Davon wäre auch die Schweizer Diplomatie betroffen, die sich als Brückenbauer zwischen West und Islamischer Republik positioniert hat.


Hitzewelle erfasst Westeuropa

Frankreich, Italien, Spanien und Grossbritannien haben am Dienstag die höchsten Hitzewarnstufen ausgerufen. In weiten Teilen Südfrankreichs und im spanischen Andalusien werden Temperaturen von bis zu 42 Grad erwartet. In Paris, wo am Montag die erste Hitzewarnung der Stufe Rot seit vier Jahren ausgelöst wurde, kühlten sich Anwohner und Touristen in den Kanälen ab.

In England rechnen Meteorologen mit dem heissesten Junitag seit Beginn der Aufzeichnungen. Bis zu 40 Grad sind möglich. Schulen blieben teilweise geschlossen, der Bahnverkehr wurde auf das Nötigste reduziert. Auch der Flughafen London Heathway meldete Einschränkungen beim Startbetrieb, weil der Asphalt den Belastungen nicht standhält.

Die Behörden registrierten in ganz Europa in der vergangenen Woche mindestens 17 Hitzetote, die meisten davon ältere Menschen in schlecht isolierten Wohnungen. Die Weltwetterorganisation WMO führt die extreme Witterung auf ein Zusammenspiel von Hochdruckgebiet über dem Kontinent und einem starken El-Niño-Effekt im Pazifik zurück. Die zweite Junihälfte dürfte heiss bleiben, erste Entwarnungen sind frühestens Anfang Juli zu erwarten, wie die BBC unter Berufung auf nationale Wetterdienste berichtet.


Russland verstärkt Truppenaufmarsch im Donbas

Die russische Armee konzentriert nach britischen Geheimdiensterkenntnissen mehrere tausend zusätzliche Soldaten in Richtung der Städte Slovjansk und Kramatorsk im ostukrainischen Donezbecken. Damit rückt ein Angriff auf die letzten grossen ukrainischen Bollwerke im Donbas näher.

Die ukrainische Generalstab erklärte am Dienstag, die Verteidiger hätten in den vergangenen 24 Stunden 14 russische Angriffe in diesem Abschnitt abgewehrt. Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte von den westlichen Verbündeten erneut zusätzliche Flugabwehrsysteme, insbesondere Patriot-Batterien. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte bei einem Besuch in Kiew ein neues Hilfspaket im Wert von 1,5 Milliarden Euro an, das unter anderem Munition und Drohnenabwehr umfasst.

Derweil liefen hinter den Kulissen Gespräche über einen möglichen Waffenstillstand. US-Sondergesandter Keith Kellogg traf in Genf mit Vertretern beider Seiten zusammen. Konkrete Ergebnisse wurden nicht bekannt. Die BBC wertet die Truppenverstärkung als Signal, dass Moskau vorerst nicht an einer schnellen Einigung interessiert ist.


Starmer steht in London vor dem Aus

Der britische Premierminister Keir Starmer erwägt nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters den Rücktritt vom Amt des Labour-Chefs. Eine Entscheidung könnte bereits am Montag fallen. Die Spekulationen hatten sich am Freitag zugespitzt, als der frühere Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, bei einer Nachwahl in Makerfield einen Sitz im Unterhaus gewann und sich als Herausforderer in Stellung brachte.

In der Labour-Fraktion wächst der Unmut über Starmers Führung. Kritiker werfen ihm vor, die Sozialreformen zu zögerlich umzusetzen und die Bürgergesellschaft mit neuen Einschränkungen beim Wahlrecht zu überfordern. Eine am Montag veröffentlichte Umfrage sieht Labour nur noch fünf Prozentpunkte vor der konservativen Opposition.

Für die Schweiz ist die Entwicklung in London weniger direkt relevant, aber die Brexit-Folgen halten die britische Wirtschaft weiterhin gedämpft. Das Pfund verlor am Dienstagvormittag 0,8 Prozent gegenüber dem Franken auf 1,12 Franken. Sollte es zu einem Wechsel an der Parteispitze kommen, dürfte auch die Position Londons gegenüber Brüssel wieder in Bewegung geraten.


Explosion in Katar fordert 13 Tote

In der katarischen Hauptstadt Doha sind am Montagabend bei einer Gasexplosion in einem Industriekomplex mindestens 13 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Das Landwirtschaftsministerium erklärte, ein Leck an einer Ammoniak-Pipeline sei die Ursache gewesen.

Der Energiekonzern QatarEnergy, der den Komplex gemeinsam mit dem US-Partner ExxonMobil betreibt, sprach von einem tragischen Unfall. Die Produktion auf dem Gelände, das auch Düngemittel herstellt, wurde vorübergehend eingestellt. Die Behörden ordneten eine unabhängige Untersuchung an.

Katar ist einer der wichtigsten LNG-Exporteure weltweit. Ein Ausfall hätte auch Auswirkungen auf die Gasversorgung Europas, das seit dem Wegfall russischer Lieferungen verstärkt auf katarisches Flüssiggas setzt. In der Schweiz, wo Erdgas rund 15 Prozent des Energieverbrauchs deckt, war am Dienstag noch keine Versorgungswarnung nötig.


UNO zählt 700 tote Zivilisten in Myanmar

Die Vereinten Nationen haben den Militärjunta in Myanmar für die Tötung von mehr als 700 Zivilisten in den vergangenen sechs Monaten verantwortlich gemacht. Der Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, sprach am Dienstag in Genf von systematischer Gewalt gegen die Bevölkerung in den Unruheregionen Sagaing und Chin.

Besonders betroffen seien Frauen, Kinder und ältere Menschen. Bei Luftangriffen der Luftwaffe auf Dörfer seien ganze Familien ausgelöscht worden. Die Junta wies die Vorwürfe zurück und sprach von Propaganda der Widerstandsbewegung.

Die Schweiz hat das Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung wiederholt verurteilt und humanitäre Hilfe in Höhe von 18 Millionen Franken für die Region zugesagt. Die Gelder fliessen über das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die Internationale Rotkreuz-Kommission in die Nachbarländer Thailand und Indien, in die Hundertausende vor der Gewalt geflohen sind.


Cyberangriff legt 100 britische Spitäler lahm

In Grossbritannien sind rund 100 Krankenhäuser von einem koordinierten Cyberangriff getroffen worden. Wie der Nationale Gesundheitsdienst NHS am Montagabend mitteilte, mussten Termine verschoben und Operationen abgesagt werden, weil Computersysteme und Patientenakten nicht mehr zugänglich waren.

Die Attacke nutzte eine Schwachstelle in einer Software zur Verwaltung von Laborproben aus. Der NHS erklärte, sensible Patientendaten seien nach bisherigem Kenntnisstand nicht abgeflossen. Die Spitäler kehrten in der Nacht auf Dienstag übergangsweise zu Stift und Papier zurück.

In der Schweiz beobachtet das Bundesamt für Cybersicherheit die Lage. Sprecher Florian Schütz sagte, ähnliche Angriffe auf Spitäler seien auch hierzulande denkbar. Die Spitäler Schaffhausen und das Universitätsspital Basel hätten ihre Abwehrsysteme in den vergangenen Monaten verstärkt.


SNB strafft Geldpolitik mit zweiter Faktor-Senkung

Die Schweizerische Nationalbank hat am Dienstag überraschend den Faktor für die Verzinsung der Sichtguthaben der Banken erneut gesenkt. SNB-Präsident Martin Schlegel begründete den Schritt mit der hartnäckigen Inflation und der Aufwertung des Frankens, die exportierende Unternehmen unter Druck setzt.

Der Faktor sinkt von 0,75 auf 0,70 Prozent, was den Druck auf die Banken erhöht, überschüssige Liquidität an die SNB abzuliefern. Effektiv wird damit Geld aus dem Markt gezogen, ohne den Leitzins direkt anzuheben. Der Franken notierte am Dienstag bei 0,93 Franken je Euro und 0,81 Franken je US-Dollar, wie aus EZB-Referenzkursen hervorgeht.

Die Reaktion an den Märkten war verhalten. Der Swiss Market Index SMI lag am Mittag 0,4 Prozent im Minus, während der breite MSCI World praktisch unverändert bei rund 4'800 Punkten notierte. Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentierten mit 0,62 Prozent weiter im Minus, ein klares Signal für die konjunkturelle Verunsicherung.


UBS testet Ethereum für das regulierte Bankgeschäft

Die UBS erprobt den Einsatz der Ethereum-Blockchain für die Abwicklung von Transaktionen im regulierten Bankgeschäft. Wie die finews.ch berichtet, läuft seit Mai ein Pilotbetrieb in dem die Schweizer Grossbank Tokenisierungen von Geldmarktfonds und Wertpapieren testet.

Die Bank sieht darin einen Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren Fintechs, die ähnliche Dienstleistungen anbieten. Gleichzeitig soll die bestehende regulatorische Infrastruktur weiter genutzt werden. Die UBS plant, bis Ende des Jahres erste Kunden auf die neue Plattform zu bringen.

Parallel dazu hat das Zürcher Startup Safirum einen Franken-Stablecoin auf der Solana-Blockchain lanciert. Das Ziel ist die Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen für KMU. Die FINMA prüft derzeit, ob das Produkt unter die bestehende Regulierung für E-Geld fällt.


Gold verliert über fünf Prozent, Nasdaq unter Druck

Der Goldpreis hat am Montag den stärksten Tagesverlust seit zwei Jahren verzeichnet. Eine Unze fiel im späten New Yorker Handel zeitweise unter 4'100 US-Dollar, was einem Minus von 5,4 Prozent entspricht. Auslöser war ein stärker als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht, der die Zinssenkungserwartungen dämpfte.

Auch an den Aktienmärkten blieb die Stimmung gedrückt. Der Nasdaq-Future notierte am Dienstagvormittag 1,2 Prozent tiefer. Betroffen waren vor allem Nvidia, dessen Quartalsbericht am Mittwoch erwartet wird. Händler an der Prognosebörse Kalshi wetteten vermehrt auf fallende Chippreise, was die Nvidia-Aktie bereits am Montag 3,1 Prozent kostete.

Der Bitcoin fiel am Dienstag um 2,7 Prozent auf 62'338 US-Dollar. Die Schweizer Krypto-Bank Sygnum sieht darin eine normale Korrektur nach der Rallye der vergangenen Wochen. Das Institut erwartet, dass der Kurs in den nächsten Monaten wieder über 70'000 Dollar steigen wird.


Haaland und Mbappé führen ihre Teams zum Sieg

An der Fussball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada haben sich Norwegen und Frankreich am Montagabend vorzeitig für die K.o.-Runde qualifiziert. Erling Haaland erzielte beim 3:1 gegen Senegal zwei Tore und führt die Torschützenliste mit nun fünf Treffern an. Kylian Mbappé traf beim 2:0 gegen Irak doppelt, nachdem das Spiel wegen eines Gewitters um zwei Stunden verschoben worden war.

Lionel Messi hat unterdessen seine Torausbeute auf 14 WM-Tore erhöht und damit den Rekord von Miroslav Klose eingestellt. Argentinien besiegte Polen 2:1 und steht ebenfalls im Achtelfinal. Jordanien schied nach einer 0:1-Niederlage gegen Algerien aus dem Turnier aus.

In Wimbledon, das am kommenden Montag beginnt, sind die Schweizer Profis gut in Form. Stan Wawrinka hat seine Knieprobleme überwunden und bestritt am Dienstag ein Trainingsmatch auf dem Centre Court gegen den Briten Cameron Norrie. Bei den Frauen zählt Belinda Bencic nach ihrer Rückkehr aus der Babypause zu den Mitfavoritinnen auf den Titel.


Vorgeschaut

Am Nachmittag stehen die geldpolitischen Beschlüsse der Bank of England und der Bank of Japan im Fokus. Beide Notenbanken gelten als zunehmend restriktiv. In Washington beginnt die zweitägige Anhörung des Obersten Gerichtshofs zur Verfassungsmässigkeit der Zölle von Präsident Trump. Und in Bern tagt der Nationalrat zu einem verschärften Klimagesetz, das die CO2-Emissionen bis 2030 halbieren soll.


Die Märkte heute

Der Swiss Market Index SMI notiert am Mittag bei rund 13'250 Punkten, ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Handelsfreitag. Der MSCI World steht bei 4'800 Zählern, praktisch unverändert. Gold wechselt bei 3'327 Franken die Unze, ein Tagesverlust von 5,4 Prozent nach dem starken US-Arbeitsmarktbericht. Bitcoin kostet 50'376 Franken, minus 2,7 Prozent seit Montag. Der Euro notiert bei 0,9257 Franken, der US-Dollar bei 0,8081 Franken.


Das Wetter in der Schweiz

In Zürich ist es am Mittag 29 Grad und sonnig, die Höchsttemperatur erreicht 33 Grad, morgen Mittwoch bis 35 Grad. Bern liegt bei 29 Grad, das Thermometer klettert auf 34 Grad, am Mittwoch sogar auf 35 Grad. Basel hat bereits 30 Grad und steuert auf 36 Grad, der Mittwoch bleibt ähnlich heiss. Genf zeigt 29 Grad bei wolkenlosem Himmel, maximal 36 Grad, am Mittwoch ebenfalls 36 Grad. Lugano meldet 28 Grad mit ersten Quellwolken, Höchstwert 33 Grad, Niederschlag am Dienstag vier Millimeter. Im Mittelland und in den Voralpen herrscht am Dienstag und Mittwoch extreme Hitzebelastung, das Bundesamt für Meteorologie empfiehlt, anstrengende Aktivitäten in die frühen Morgenstunden zu verlegen.


Das war die Mittagsausgabe von MacherPost am Dienstag, 23. Juni 2026. Die MacherPost-Redaktion verabschiedet sich, bis heute Abend um 18 Uhr.

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