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Verhandlungen in der Schweiz, heisse Börsen, heisses Frankreich

USA und Iran ringen auf dem Bürgenstock um eine Roadmap, Hormuz wieder blockiert, Asien-Börsen verhalten, WM-Gruppenphase in vollem Gang.

Von der MacherPost-Redaktion 22.06.2026, 04:00 ♪ 13 Min Audio · 1'664 Wörter
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Verhandlungen in der Schweiz, heisse Börsen, heisses Frankreich

In der Nacht auf Montag haben die USA und Iran in der Schweiz die erste Verhandlungsrunde über ein Ende des seit Februar 2026 laufenden Krieges abgeschlossen. Vermittler sprachen am frühen Morgen von «ermutigenden Fortschritten». Gleichzeitig bleibt die Strasse von Hormuz nach iranischer Darstellung für die internationale Schifffahrt blockiert, was den Ölpreis erneut über 80 Dollar trieb. An den asiatischen Börsen zeigt sich ein gemischtes Bild, in Frankreich steigt die Temperatur Richtung 42 Grad, und an der Fussball-WM in Nordamerika geht die Gruppenphase in die zweite Runde. Hier ist der Überblick zum Wochenstart.

US und Iran ringen um Roadmap auf dem Bürgenstock

In der Innerschweiz haben am Sonntag hochrangige Delegationen unter Leitung von US-Vizepräsident J.D. Vance und dem iranischen Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf über ein Ende des seit Februar 2026 laufenden Krieges verhandelt. Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntagabend bestätigte, unterzeichneten beide Seiten ein Memorandum of Understanding. Die Gespräche dauern nach Angaben der Vermittler Katar und Pakistan die ganze Woche, Ziel ist eine abschliessende Vereinbarung innert 60 Tagen. US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag über soziale Medien öffentlich mit der Wiederaufnahme von Angriffen gedroht und parallel erklärt, die Gespräche liefen weiter. In der Nacht auf Montag zogen sich die Delegationen für Konsultationen zurück. Eine zentrale Streitfrage ist die Zukunft des iranischen Nuklearprogramms, eine zweite die Rolle der iranischen Stellvertreter-Milizen im Irak und im Libanon. Wirtschaftliche Sanktionen sollen laut US-Angaben schrittweise gelockert werden, sobald ein Abkommen unterzeichnet ist. (Reuters, NZZ, EDA)

Iran schliesst Strasse von Hormuz erneut

Die iranischen Streitkräfte haben in der Nacht auf Montag die Strasse von Hormuz erneut für den internationalen Schiffsverkehr gesperrt. Auslöser sind nach iranischer Lesart israelische Angriffe auf den Libanon, die gegen die seit Wochen laufende Waffenruhe verstiessen. Die Meerenge verbindet rund 20 Prozent der globalen Öltransporte, etwa 17 Millionen Fass Rohöl passieren sie täglich. Laut Al Jazeera ist der Schiffsverkehr in der Meerenge faktisch zum Erliegen gekommen, mehrere Reedereien leiteten ihre Tanker auf den längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung um. Die US-Marine entsandte zusätzliche Einheiten in den Golf. Die iranische Revolutionsgarde hatte zuvor mitgeteilt, in den vergangenen 24 Stunden 24 Handelsschiffe unter Aufsicht durchgelassen zu haben, was die Sprecher der USA als «Augenwischerei» zurückwiesen. (Al Jazeera, Jerusalem Post, Reuters)

Brent-Öl steigt über 80 Dollar, Asien-Börsen verhalten

Als Reaktion auf die erneute Hormuz-Sperre stieg der Brent-Preis in der Früh auf über 80 Dollar je Fass, nachdem er tags zuvor noch unter der Marke notiert hatte. Händler verwiesen zudem auf die Iran-Deal-Unsicherheit. In Tokio schloss der Nikkei-Index leicht im Plus, der südkoreanische Kospi ebenfalls. Der Hang Seng in Hongkong verlor rund 2 Prozent, weil Anleger die geopolitischen Risiken einpreisten. Die US-Futures lagen vor Handelsstart leicht im Minus, der Dollar-Index gab nach. Gold profitierte zwischenzeitlich als sicherer Hafen, Silber ebenfalls. (NDTV Profit, Reuters, CNBC TV18)

Getty Images schliesst Display-Partnerschaft mit OpenAI

Getty Images hat am Montag eine Display-Vereinbarung mit OpenAI bekanntgegeben. Lizenzierte Bildinhalte von Getty werden künftig direkt in ChatGPT angezeigt und mit Quellennachweis in generative Antworten eingebettet. Damit reagiert OpenAI auf den Druck von Verlegern und Urhebern, die seit Jahren gegen unautorisierte Nutzung klagen. Finanzielle Details wurden nicht genannt, der Markt wertete den Schritt als Signal für die laufenden Verhandlungen der KI-Branche mit klassischen Medienhäusern. Getty-Aktien legten im vorbörslichen Handel um rund 3 Prozent zu. (Getty Newsroom, Quiver Quantitative)

Benzin und Heizöl in der Schweiz billiger

In der Schweiz fallen die Preise für Benzin und Heizöl seit Tagen, weil sich die Versorgungslage nach den diplomatischen Fortschritten im Iran-Konflikt entspannt. Der Bund hatte im Mai die Pflichtlager-Freigabe vorbereitet und eine ausserordentliche Beschaffung von Heizöl organisiert. Haushalte bestellen seit Wochen kaum Heizöl nach, der Markt erwartet nun einen Ansturm, sobald die Preise weiter sinken. Der Liter Bleifrei 95 lag am Sonntag an Schweizer Tankstellen laut Vergleichsdiensten teils unter 1,70 Franken, Diesel knapp darüber. Heizöl für 3'000 Liter lag bei rund 3'200 Franken. (SRF, 20 Minuten)

Frankreich unter roter Hitzewarnung

Météo-France hat für die Hälfte des Landes die rote Hitzewarnstufe ausgerufen, die höchste Kategorie der vierstufigen Skala. Erwartet werden am Montag und Dienstag Höchstwerte um 42 Grad, regional auch darüber. In mehreren Départements, darunter Gironde und Rhône, gilt im Freien ein Alkoholverbot, Schulen bleiben teils geschlossen, öffentliche Wasserspender werden aufgestellt. Auch Belgien, die Niederlande und Teile Deutschlands sind betroffen, in Belgien wurde die Phase «orange» ausgerufen. Die Hitzewelle soll laut Prognosen bis Ende der Woche andauern, in Spanien und Italien warnen Behörden vor Extrembelastung für ältere Menschen. (BBC, Al Jazeera, AFP)

Schweizer Bauern gegen Mercosur-Kurs von Parmelin

Die Schweizer Landwirtschaftsorganisationen haben am Wochenende ihren Unmut über den Kurs von Bundesrat Guy Parmelin im Mercosur-Dossier verschärft. Nach der Ablehnung des Freihandelsabkommens durch den Nationalrat am 17. Juni mit 113 zu 65 Stimmen werfen die Verbände dem Wirtschaftsminister vor, die Verhandlungen auf EU-Linie weiterführen zu wollen. Der Schweizer Bauernverband fordert eine klare Blockade-Haltung gegenüber Billigimporten aus Südamerika. Parmelin hatte zuletzt betont, die Türen für Nachverhandlungen offen halten zu wollen. Der Bundesrat will das Geschäft noch vor der Sommerpause neu beurteilen. Bauernpräsident Markus Ritter sprach von einem «Vertrauensbruch» und kündigte eine ausserordentliche Delegiertenversammlung an. Die Reaktion zeigt, wie stark das Agrar-Thema die bürgerliche Wählerschaft weiter spaltet. (NZZ, Radio Central, SRF)

WM 2026: Spanien reagiert, Kap Verden legt nach

An der Fussball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada hat sich der zweite Spieltag der Gruppenphase fortgesetzt. Europameister Spanien schlug Saudi-Arabien mit 4:0, Jungstar Lamine Yamal traf erstmals im Turnier. Der WM-Neuling Kap Verden erkämpfte gegen Uruguay ein 2:2 und steht nach zwei Spielen mit 4 Punkten an der Spitze der Gruppe H. Belgien kam gegen den Iran nicht über ein 0:0 hinaus und steht vor dem Gruppen-Aus. Deutschland siegte unterdessen mit 1:0 gegen Côte d'Ivoire, Deniz Undav vom VfB Stuttgart erzielte das Siegtor. Für den Iran, der an der WM auch politisch im Mittelpunkt steht, war das 0:0 gegen Belgien ein Achtungserfolg. Die Partie England gegen Ghana und Brasilien gegen Uruguay stehen am Montagabend (MEZ) auf dem Programm. (Al Jazeera, AP, SRF, Kicker)

Serena Williams erhält Wildcard für Wimbledon

Die frühere Weltranglistenerste Serena Williams hat am Wochenende eine Wildcard für das diesjährige Wimbledon-Turnier erhalten und wird im Damen-Einzel antreten. Es ist ihre erste Einzel-Rückkehr auf der grossen Bühne seit dem Abschied im Jahr 2022. Die 44-jährige Amerikanerin hatte zuletzt nur Doppel gespielt und mehrere Comeback-Versuche angekündigt. Das Turnier beginnt am 30. Juni in London, der Siegerin winken rund 3,5 Millionen Pfund Preisgeld. Williams hält 23 Grand-Slam-Titel im Einzel, ein Rekord im Open Era. (Guardian, New York Times, NBC News)

Clark gewinnt US Open, Hockney beigesetzt

Im Golfsport hat Wyndham Clark am Sonntag die US Open im Oakmont Country Club bei Pittsburgh gewonnen und trotz Pfiffen des heimischen Publikums die Trophäe entgegengenommen. Es ist sein zweiter Major-Titel nach der PGA Championship 2023. Im Kulturbereich ist der britische Maler David Hockney am Samstag im engsten Kreis beigesetzt worden, wie sein Sprecher bestätigte. Er war am 17. Juni im Alter von 87 Jahren gestorben. Hockney gilt als einer der einflussreichsten britischen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. (BBC Sport, BBC, The Independent)

Kolumbien: De la Espriella knapp vorn, Rivale focht an

In Kolumbien hat der rechtskonservative Geschäftsmann Abelardo de la Espriella bei der Präsidentschaftswahl ein äusserst knappes Ergebnis erzielt. Nach vorläufigen Auszählungen liegt er mit wenigen tausend Stimmen vor seinem linken Rivalen, der die Wahl umgehend anfocht. De la Espriella war im Wahlkampf offen von US-Präsident Donald Trump unterstützt worden. Die nationale Wahlbehörde hat das vorläufige Ergebnis noch nicht bestätigt, eine Nachzählung wird erwartet. Die Wahl war vom eskalierenden inneren Konflikt mit Gürillagruppen der ELN und restlichen FARC-Einheiten überschattet, mehrere Regionen mussten unter erhöhter Sicherheit wählen. Beobachter der OAS und der EU sprachen von einem «hohen Mass an Spannungen» und forderten Transparenz bei der Auszählung. (AP, Al Jazeera, Reuters)

Äthiopiens Premier Abiy Ahmed klar wiedergewählt

In Äthiopien hat die Partei von Premierminister Abiy Ahmed die Parlamentswahl deutlich gewonnen. Die Prosperity Party sicherte sich nach Angaben der Wahlbehörde 421 von 436 Parlamentssitzen. Die Wahlbeteiligung war regional sehr unterschiedlich, im Konfliktgebiet Tigray und in der Amhara-Region kam es zu Spannungen. Beobachter warnen vor einer Fortsetzung der Fano-Aufstände, eine Reihe internationaler Wahlbeobachter sprach von Einschränkungen bei der Registrierung. Die Opposition kündigte eine Beschwerde beim Verfassungsgericht an. (Al Jazeera, BBC, AP)

Ebola-Sperre blockiert Goma-Rwanda-Grenzübergang

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben Behörden den Grenzübergang zwischen Goma und Rubavu nach Ruanda wegen eines Ebola-Ausbruchs geschlossen. Tausende Pendler und Lastwagen sind blockiert, Hilfsorganisationen sprechen von einer schweren Unterbrechung der Versorgungsketten in der Region Nord-Kivu. Nach WHO-Angaben gibt es 14 bestätigte Fälle und 8 Tote. Die US-Regierung hatte zuletzt Pläne für eine Quarantäne-Station in Kenia angekündigt, ein Gericht in Nairobi blockierte das Vorhaben am Sonntag für drei Wochen. US-Aussenminister Marco Rubio kündigte am Wochenende eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit der globalen Impfallianz GAVI an, um die Eindämmung zu beschleunigen. Die kongolesische Regierung rief die WHO und Ärzte ohne Grenzen zur Hilfe. (Al Jazeera, Reuters, AP)

Die Märkte heute

Am Montagmorgen zeigen die abrufbaren Indikatoren ein gemischtes Bild. Gold notiert bei 4'208,8 US-Dollar pro Unze und liegt damit 2,75 Prozent tiefer als am Vortag. Der MSCI World Index steht bei 4'827,6 Punkten, ein Minus von 0,72 Prozent. Bitcoin liegt bei 64'203 US-Dollar und damit praktisch unverändert zum Vortag (plus 0,02 Prozent). Der Euro notiert bei 0,9248 Franken, der US-Dollar bei 0,8065 Franken, jeweils zur Frankfurter/EZB-Referenz vom 19. Juni 2026.

Ausblick auf den Tag

Im Fokus steht am Montag die Fortsetzung der US-Iran-Gespräche in der Schweiz, eine zweite Verhandlungsrunde ist für den Nachmittag angesetzt. Sollte die iranische Seite die Strasse von Hormuz dauerhaft wieder öffnen, dürfte der Ölpreis nachgeben und die europäischen Börsen stützen. In Paris kommt die Eurogruppe zusammen, in Brüssel beraten die Aussenminister über das EU-Mercosur-Abkommen. In Genf startet die Uhrenmesse Open des Watch Manufactures, in Deutschland wird der ifo-Geschäftsklimaindex für Juni veröffentlicht. Sportlich stehen bei der WM die Partien England gegen Ghana und Brasilien gegen Uruguay an.

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