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Vance am Bürgenstock, Reusser in Villars, neue Stau-Rekorde

USA-Iran-Gespräche laufen in der Schweiz, Reusser holt dritten Tour-Titel, Armee plant Drohnenbataillon.

Von der MacherPost-Redaktion 21.06.2026, 16:00 ♪ 14 Min Audio · 1'809 Wörter
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Vance am Bürgenstock, Reusser in Villars, neue Stau-Rekorde

Auf dem Bürgenstock liefen am Sonntag die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Marlen Reusser krönte in Villars-sur-Ollon ihren dritten Tour-de-Suisse-Titel mit einem Etappensieg im Zeitfahren. In der Schweiz erreichte die Zahl der Staustunden einen neuen Höchststand. Die Armee kündigte unterdessen den Aufbau eines eigenen Drohnenbataillons bis zum Jahr 2028 an. Das Abend-Briefing zum Sonntag, 21. Juni 2026.

Vance sieht «grosse Fortschritte» in den Iran-Gesprächen

Auf dem Bürgenstock haben am Sonntag die hochrangigen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran begonnen. US-Vizepräsident JD Vance landete am Morgen auf dem Militärflugplatz Emmen und reiste anschliessend in den Kanton Nidwalden weiter. Die iranische Delegation war bereits am Vorabend in der Schweiz eingetroffen. Nach der ersten Gesprächsrunde sprach Vance von «grossen Fortschritten» und bezeichnete die Gespräche als «historisch». Gleichzeitig pocht Teheran weiter auf das Recht zur Urananreicherung. US-Präsident Donald Trump drohte über seine Plattform mit «noch härteren Angriffen», falls keine Einigung zustande kommt. Die Schweiz leistet als Gastgeberin wie schon beim ersten Rahmenabkommen ihre guten Dienste: Aussenminister Ignazio Cassis traf sich am Rande mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi. Am Samstag hatte Israel auf Druck der USA eine Waffenruhe im Südlibanon angeordnet. Am Sonntag meldete der Libanon dennoch israelische Luftangriffe, die nach Einschätzung von Beobachtern die Gespräche gefährden (Welt, NZZ, SRF).

Flugchaos in Zürich wegen der Bürgenstock-Sperrzone

Die Sperrung des Luftraums rund um den Bürgenstock hat am Sonntagmorgen den Flugbetrieb am Flughafen Zürich für rund zwei Stunden lahmgelegt. Wie die Schweizer Flugsicherung Skyguide bestätigte, handelte es sich um die übliche Sicherheitszone für die Konferenz, nicht um eine technische Störung. Während des Ausfalls gingen am Flughafen Zürich keine Maschinen vom Boden ab. Der Flugverkehr normalisierte sich im Verlauf des späten Vormittags. Für die Flughafenbetreiberin ist der Vorfall trotzdem unangenehm: Nach den Pannen im Vorjahr mit grossen Verspätungen steht Zürich bei den Airlines unter besonderer Beobachtung (Tages-Anzeiger, aeroTELEGRAPH, Skyguide).

Israel fliegt Angriffe im Südlibanon trotz Waffenruhe

Trotz der von Israel am Samstagabend angeordneten Waffenruhe mit der Hisbollah hat die israelische Luftwaffe am Sonntag den Südlibanon weiter bombardiert. Beirut meldete zahlreiche Tote und Verletzte. Israel hatte in den Tagen zuvor wiederholt klargemacht, dass es einen Atomdeal zwischen Washington und Teheran als strategische Bedrohung seiner Sicherheit betrachtet. Premierminister Benjamin Netanjahu äusserte sich am Wochenende besorgt über den laufenden Verhandlungskurs. Am Samstag kündigte die iranische Führung an, die Strasse von Hormus erneut zu sperren, was den globalen Ölhandel unmittelbar treffen würde. Rund 20 Prozent der weltweiten Öltransporte laufen durch diese Meerenge (Spiegel, FAZ, ORF).

Marlen Reusser holt den dritten Tour-de-Suisse-Titel

Die Bernerin Marlen Reusser hat zum dritten Mal die Tour de Suisse der Frauen gewonnen. In Villars-sur-Ollon entschied die 33-Jährige die Schlussetappe, ein Zeitfahren, für sich und krönte ihren dritten Gesamtsieg mit einem zweiten Etappensieg in dieser Austragung. Reusser sprach nach dem Rennen von einer «schwierigen Phase», die sie durchgemacht habe, und gestand, «nicht mit dem grössten Selbstvertrauen» an den Start gegangen zu sein. Die Bernerin ist die dominante Zeitfahrerin der letzten Jahre und eine der wenigen Schweizer Athletinnen mit Siegen an grossen Landesrundfahrten. Mit dem Hattrick tritt sie in die Fussstapfen von Männern wie Fabian Cancellara und Pascal Richard, die das Schweizer Zeitfahren über Jahre geprägt haben. Bei den Männern steht derweil Tadej Pogacar im Rampenlicht, der in dieser Woche das Feld dominiert hatte (SRF, Blick, sport.ch).

Am Bergkranzfest in Schwarzsee führen die Berner

Am Bergkranzfest in Schwarzsee zeigten die Berner Schwinger am Sonntagvormittag den Innerschweizern den Meister. Nach vier Gängen lagen Adrian Walther, Daniel Tschumi und zwei weitere Berner Schwinger in Führung. Der Innerschweizer Topfavorit Jonas Amrhyn musste das Fest früh verletzt aufgeben. Für eine Überraschung sorgte der Waadtländer Romain Collaud, der den mehrfachen Schwingerkönig Michael Moser in einem Spitzenkampf besiegte. Im 3. Gang wartete auf Collaud und Walther das direkte Duell, das mit Spannung erwartet wurde. Das Bergkranzfest in Schwarzsee ist nach dem Stoos-Schwinget das wichtigste Kranzfest der Innerschweizer Saison (sport.ch, Luzerner Zeitung).

Schweiz plant ein Drohnenbataillon bis 2028

Die Schweizer Armee will bis zum Jahr 2028 ein eigenes Drohnenbataillon aufstellen. Das kündigte Verteidigungsminister Martin Pfister am Wochenende im Rahmen seiner Reformagenda an. Der Aufbau gehört zu einem grösseren Umbau der Streitkräfte, der den Wegfall zahlreicher Stabsoffizierstellen und eine stärkere Ausrichtung auf die Landesverteidigung vorsieht. Mit der neuen Einheit reagiert Bern auf die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg, in dem unbemannte Systeme eine zentrale Rolle spielen. Auch die Nato-Partner rüsten in diesem Bereich massiv auf. Die Schweiz will mit der Drohneneinheit verhindern, dass sie den Anschluss an die neuen Gefechtsformen verliert. Gleichzeitig sollen Überkapazitäten in der Verwaltung der Armee abgebaut werden (Nau, St. Galler Tagblatt, Blick).

Rekordwert: 68'040 Staustunden auf Schweizer Strassen

Die Schweizer Strassen haben im vergangenen Jahr einen neuen Negativrekord aufgestellt. 68'040 Stunden Stau wurden 2025 gezählt, 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Das zeigen Auswertungen, die am Sonntag publik wurden. Besonders betroffen sind die grossen Agglomerationsräume Zürich, Bern und Basel sowie die Nord-Süd-Achsen rund um den Gotthard. Der Bundesrat steht unter Druck, da die Staubelastung trotz laufender Ausbauprojekte weiter wächst. Eine vom Bundesamt für Strassen vorgeschlagene Temporeduktion auf 80 km/h auf vielbefahrenen Strecken sorgt bereits seit Monaten für politischen Streit. Verkehrsverbände argumentieren, dass eine Reduktion des Tempos den Verkehrsfluss zusätzlich verlangsamen würde (20 Minuten, Blick).

Deutschland dreht Rückstand gegen die Elfenbeinküste

Die deutsche Fussball-Nationalmannschaft hat am Samstagabend einen Rückstand gedreht und einen Test gegen die Elfenbeinküste mit 3:2 gewonnen. Den entscheidenden Treffer erzielte Deniz Undav nach Vorlage von Florian Wirtz. Es war der erste Auftritt der DFB-Elf nach dem vorzeitigen WM-Qualifikationserfolg und Teil der Vorbereitung auf das Turnier im kommenden Sommer. Für die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann war es der dritte Sieg im dritten Spiel der laufenden Länderspielphase. Auffällig: Die deutsche Defensive leistete sich erneut Gegentore, nachdem die Mannschaft in den letzten Jahren als eine der stabilsten Abwehrreihen Europas galt. Im Schweizer Lager kann die Nati unterdessen den ersten WM-Gruppensieg feiern, den sie tags zuvor eingefahren hatte (kicker, Blick, Sportschau).

Open-Source-KI: 7,5 Mio. Entwickler nutzen OpenCode

Im Schweizer Software-Ökosystem sorgt derweil das Open-Source-KI-Tool OpenCode für Aufsehen. Wie die Entwickler-Community am Sonntag vermeldete, nutzen inzwischen 7,5 Mio. Entwicklerinnen und Entwickler das Werkzeug, das in mehreren unabhängigen Erhebungen zum «KI-Tool des Jahres» gewählt wurde. OpenCode ermöglicht es, KI-Agenten lokal auf dem eigenen Rechner laufen zu lassen, ohne Daten an Cloud-Anbieter zu übertragen. Der Erfolg passt zum Trend, dass klassische Software-Firmen wie Microsoft, Nvidia und Google verstärkt auf lokale KI-Verarbeitung setzen. Für Unternehmen, die mit sensiblen Daten arbeiten, ist die lokale Verarbeitung oft die einzige Option, die regulatorisch akzeptabel ist (BornCity, AD HOC NEWS).

Polens Präsident entzieht Selenski den Weissen-Adler-Orden

Im Streit zwischen Polen und der Ukraine hat Präsident Karol Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenski den höchsten polnischen Orden, den Weissen Adler, entzogen. Hintergrund ist die Ernennung einer ukrainischen Militäreinheit, die den Namen einer umstrittenen nationalistischen Organisation aus dem Zweiten Weltkrieg trägt. Die polnische Seite wertet dies als Affront gegen das polnische Opfergedenken. Selenski hatte den Orden daraufhin an Warschau zurückgeschickt. Der Konflikt belastet die Beziehung zwischen zwei der wichtigsten Verbündeten der Ukraine. Der ukrainische Aussenminister warnte, der Eklat komme der russischen Propaganda zugute. Auch im EU-Rahmen sorgt der Streit für Spannungen, da Polen einer der grössten Unterstützer der Ukraine in der Waffenhilfe bleibt (Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau, ZEIT).

Schweizer Wettbewerbshüter zwingen Äschbach zur Gewinnrückgabe

Die Schweizer Wettbewerbskommission hat die Confiserie Äschbach aus Cham angewiesen, einen Teil ihrer während der Corona-Pandemie erzielten Sondergewinne zurückzugeben. Das Unternehmen hatte in den Jahren 2020 und 2021 deutlich höhere Margen erzielt, weil viele Konkurrenten ihre Produktion drosseln mussten und die Nachfrage nach Schweizer Schokolade weltweit stieg. Die Verfügung ist Teil einer Reihe ähnlicher Entscheide gegen Detailhändler und Lebensmittelhersteller. Die Wettbewerbshüter prüfen, ob die höheren Preise durch die Pandemie gerechtfertigt waren. Äschbach wehrt sich rechtlich gegen die Anordnung. Unterdessen sorgt die Migros weiter für Schlagzeilen: Der frühere Denner-Besitzer Philippe Gaydoul hat die Strategie von Migros-Chefin Isabelle Irminger scharf kritisiert und ihr vorgeworfen, die Denner-Filialen «veralten» zu lassen. Gaydoul hatte Denner 2017 für einen symbolischen Franken an die Migros verkauft (Blick, NZZ).

Nvidia und Microsoft bringen KI-Agenten-Standard voran

Nvidia, Microsoft und Google haben sich am Wochenende auf einen gemeinsamen Standard für KI-Agenten verständigt. Die «Agent Runtime Description» (ARD) soll dafür sorgen, dass autonome Software-Agenten künftig über verschiedene Plattformen hinweg interoperabel arbeiten können. Zeitgleich bringt Nvidia seine KI-Workstation DGX Station erstmals in einer Variante für Windows auf den Markt. Microsoft setzt bei seinen neuen Surface-Geräten vollständig auf die Snapdragon-X2-Plattform und verzichtet auf Intel-Prozessoren. Der Trend zur lokalen KI-Verarbeitung wird damit auch im Endkundenmarkt sichtbar. Beobachter werten die Standardisierung als Reaktion auf die wachsende Fragmentierung des Marktes für autonome Software (AD HOC NEWS, Börse Express).

Pistorius will Bundeswehr-Soldaten für Litauen verpflichten

Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius will offenbar Bundeswehrsoldaten für den Litauen-Einsatz an der Nato-Ostflanke verpflichten. Grund ist ein spürbarer Personalmangel in der Bundeswehr, der den Einsatz der deutschen Brigade im Baltikum gefährdet. Pistorius steht damit vor einer politisch heiklen Entscheidung: Eine Verpflichtung von Soldaten würde das Prinzip der Freiwilligkeit durchbrechen, das in der Bundeswehr bisher gilt. Die deutschen Verteidigungsplaner hatten den Aufbau der Brigade als zentralen Beitrag zur Abschreckung Russlands angekündigt. Im Baltikum bereiten sich die Nato-Staaten seit Monaten auf mögliche russische Provokationen vor. Auch die Schweizer Armee steht mit ihrem Drohnenbataillon vor einer ähnlichen Herausforderung beim Personalaufbau (Berliner Zeitung, Welt, Berliner Morgenpost).

Hitzerekord in Zürich: 37 Grad am Freitag

Die Schweiz hat am Freitag den bisherigen Hitzerekord des Jahres 2026 erreicht. In Zürich wurden am Nachmittag 37 Grad Celsius gemessen, womit die Werte in weiten Teilen der Schweiz über der 35-Grad-Marke lagen. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz sprach von einer «aussergewöhnlichen Hitzewelle» für die Jahreszeit. In Genf und Basel wurden ebenfalls Werte über 35 Grad registriert. Die Hitzewelle hat die Staustunden zusätzlich erhöht, weil mehr Menschen in klimatisierte Autos ausweichen. Für den Sonntag wurde eine leichte Abkühlung erwartet. Wegen der anhaltenden Trockenheit gilt in mehreren Kantonen eine erhöhte Waldbrandgefahr (Blick, SRF).

Die Märkte heute

Der Schweizer Franken zeigt sich am Sonntagnachmittag stabil gegenüber dem Euro und dem Dollar. Die Europäische Zentralbank referenzierte den EUR/CHF am Freitag bei 0,9248, den USD/CHF bei 0,8065. Der MSCI World notiert bei 4'827,6 Punkten, ein Minus von 0,72 Prozent gegenüber der Vorwoche. Gold fiel auf 4'172,9 USD pro Unze, ein Tagesverlust von 3,58 Prozent. Bitcoin liegt bei 64'049 USD, ein leichtes Plus von 0,24 Prozent in den letzten 24 Stunden (EZB-Referenz, Yahoo Finance, CoinGecko).

Ausblick auf Montag

Am Montag richtet sich der Blick zunächst nach Wien, wo die zweite Phase der USA-Iran-Gespräche fortgesetzt werden soll. In Bern tagt die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats, auf der Traktandenliste steht der Drohnenbataillon-Plan von Verteidigungsminister Martin Pfister. In Tokio beginnt die Notenbanker-Konferenz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, an der auch Vertreter der Schweizerischen Nationalbank teilnehmen. An den Märkten dürften die asiatischen Börsen den Auftakt machen, wobei der Rekordstau und der starke Franken die Schweizer Blue Chips weiter belasten könnten. In Deutschland beginnt der letzte Sitzungsblock vor der Sommerpause, in Brüssel laufen die Vorbereitungen für den nächsten EU-Gipfel.

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