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Nachts an den Tischen, USA im Achtelfinal, Schweizer Bahnausbau unter Druck

Israel und Hisbollah vereinbaren Waffenruhe, Trump enthüllt Katar-Air-Force-One, der Bundesrat streicht 2,5 Mrd. Franken Bahnausbau.

Von der MacherPost-Redaktion 20.06.2026, 04:00 ♪ 15 Min Audio · 2'008 Wörter
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Nachts an den Tischen, USA im Achtelfinal, Schweizer Bahnausbau unter Druck

In der Nacht haben Israel und die Hisbollah nach US-Vermittlung eine Waffenruhe vereinbart, Donald Trump hat in Florida eine von Katar geschenkte neue Air Force One enthüllt, und der Bundesrat hat Bahnausbauprojekte im Volumen von 2,5 Mrd. Franken aus der mittelfristigen Planung gestrichen. Das Wochenende beginnt mit einem dichten geopolitischen, sportlichen und innenpolitischen Block.

Geopolitik

Israel und Hisbollah: Waffenruhe nach toten Soldaten. Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz haben sich am Freitagabend auf eine Waffenruhe geeinigt, wie die israelische Armee und die BBC übereinstimmend berichten. Die Einigung kam, nachdem die Sorge gewachsen war, die anhaltenden Gefechte könnten das im Grundsatz vereinbarte Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran untergraben. In den vergangenen Tagen hatte die Hisbollah nach israelischen Armeeangaben vier Soldaten im Libanon getötet. Die Militärführung in Tel Aviv bestätigte die Waffenruhe als in Kraft, liess aber verlauten, die eigenen Streitkräfte würden «unmittelbare Bedrohungen weiterhin entfernen». Der Hisbollah-Generalsekretär Naim Qassem erklärte derweil, das «Projekt, die Miliz zu zerschlagen, sei gescheitert». Die Waffenruhe ist ein erster, noch fragiler Baustein im Rahmen des Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran (BBC, Spiegel).

USA und Iran: Memorandum, das niemand ganz will. Im Hintergrund steht ein im Grundsatz vereinbarter Verständigungsentwurf zwischen Washington und Teheran. Wie die BBC unter Berufung auf das Memorandum of Understanding berichtet, sieht das Papier im Gegenzug für die Wiederöffnung der Strasse von Hormus die Aufhebung der US-Gegenblockade iranischer Häfen, den Verzicht auf Sanktionen beim iranischen Ölexport sowie die schrittweise Freigabe eingefrorener Vermögen vor. Israel hatte zuvor klargestellt, es wolle im Libanon freie Hand behalten. Das Teheraner Regime habe den Konflikt mit der Strategie der Hormus-Blockade überstanden und sei gestärkt aus der Krise hervorgegangen, schreibt die BBC. Vizepräsident JD Vance hatte zunächst eine Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz geplant, reiste am Donnerstagabend jedoch auf Weisung des Weissen Hauses nicht an. Die Verhandlungsposition Washingtons wird in der britischen Analyse als deutlich geschwächt beschrieben.

Strasse von Hormus: Schiffsverkehr weiter gedrosselt. Die Zahl der Schiffsdurchfahrten durch die Strasse von Hormus ist nach Daten aus der Nacht zum Samstag erneut zurückgegangen, wie der «Spiegel» unter Berufung auf Schifffahrtsdaten schreibt. Durch die Meerenge läuft rund ein Fünftel der globalen Öl- und Gasversorgung. Der anhaltende Rückgang verstärkt den Druck auf die Energiepreise und erklärt, warum Grossbritannien und andere EU-Staaten ihre Reisewarnungen für Dubai noch nicht vollständig aufgehoben haben. Die BBC berichtet zugleich, dass die britischen Benzin- und Dieselpreise seit Kriegsbeginn am 28. Februar bereits wieder leicht gesunken sind. Die britische Notenbank hatte den Leitzins im Dezember 2025 zuletzt gesenkt und wegen der Energiepreise seither keine weitere Zinsreduktion mehr vorgenommen (Spiegel, BBC).

Polen entzieht Selenskyj den Orden des Weissen Adlers. Der polnische Präsident Karol Nawrocki hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die höchste polnische Auszeichnung, den Orden des Weissen Adlers, entzogen. Auslöser war die Entscheidung Kiews, eine ukrainische Militäreinheit nach der ukrainischen Aufstandsarmee UPA zu benennen. Nawrocki bezeichnete den Schritt als «unfassbar» und «zutiefst enttäuschend». Er betonte zugleich, der bilaterale Streit werde die polnische Unterstützung der Ukraine gegen Russland nicht beschädigen. Die Ukraine sprach ihrerseits von einem «strategischen Fehler» und «Respektlosigkeit». Die Spannungen werfen ein Schlaglicht auf die wachsende Müdigkeit im osteuropäischen Bündnis sechs Monate nach dem Amtsantritt von Nawrocki (BBC, Spiegel).

Meloni vs. Trump: Lügenvorwurf aus Rom. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat am Freitag Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, sie habe am Rande des G7-Gipfels in Évian-les-Bains «um ein gemeinsames Foto gebettelt». Die Behauptung sei vollständig «erfunden», erklärte Meloni. Italiens Aussenminister Antonio Tajani sagte eine für Anfang nächster Woche geplante Reise in die USA ab. Die offen ausgetragene Auseinandersetzung gilt als deutliches Zeichen dafür, wie weit sich das frühere enge Verhältnis zwischen Rom und Washington seit dem Krieg gegen den Iran entfernt hat. Die Auseinandersetzung gilt als deutliches Zeichen für die Erosion der traditionellen transatlantischen Achse seit Beginn der US-Militäroperation gegen Iran (BBC, Spiegel).

USA beenden HIV-Förderung in Südafrika. Die US-Regierung zieht ihre Finanzierung von HIV-Programmen in Südafrika zurück. Das Land hat nach Regierungsangaben mit 8 Mio. Betroffenen die grösste HIV-Population der Welt. Das State Department verband den Schritt mit dem Vorwurf, Pretoria schütze die weisse Minderheit der Afrikaner nicht ausreichend. Südafrikas Gesundheitsministerium erklärte, es sei nicht informiert worden und arbeite seit Längerem an einem Plan zur Selbstständigkeit. Hilfsorganisationen warnen, der Schritt könne die Versorgung von rund 1 Mio. antiretroviral behandelten Patientinnen und Patienten gefährden (BBC).

Schweiz

Bundesrat streicht Bahnausbau für 2,5 Mrd. Franken. Der Bundesrat hat am Freitag Bahnausbauprojekte im Umfang von 2,5 Mrd. Franken aus der mittelfristigen Planung gestrichen. Zürich reagierte mit scharfer Kritik auf den Entscheid, da mehrere Ausbauten im Grossraum Zürich betroffen sind. Damit sinkt die mittelfristige Investitionslinie der SBB deutlich unter das im Ausbauschritt 2035 vorgesehene Volumen. Der Zürcher Regierungsrat hatte im Vorfeld gewarnt, ein Stopp von Ausbauten auf der linksufrigen Zürichseelinie und im Raum Winterthur gefährde die Verlagerungspolitik des Bundes. Das Bundesamt für Verkehr bestätigte lediglich, die Liste werde «priorisiert» (NZZ).

Schutzstatus S: Bundesrat stellt sich hinter Verlängerung mit Sozialhilfe-Kürzung. Der Bundesrat stellt sich laut einem Bericht der «NZZ» hinter eine Verlängerung des Schutzstatus S für ukrainische Geflüchtete, koppelt die Verlängerung aber an Leistungskürzungen bei der Sozialhilfe. Mitte- und FDP-Ständeräte erhöhen parallel den Druck auf Justizminister Beat Jans und verlangen eine grundlegende Reform des Asylsystems. Die Vorlage dürfte im Sommer in die Vernehmlassung gehen. Die rund 65'000 in der Schweiz lebenden Schutzstatus-S-Bezügerinnen und -Bezieher erhalten heute deutlich höhere Sozialhilfeleistungen als anerkannte Flüchtlinge. Der Bundesrat begründet den Schritt mit der angespannten Finanzlage des Bundes (NZZ).

EV Zug trennt sich von Sportchef Reto Kläy. Der EV Zug hat sich nach zwölf Jahren von Sportchef Reto Kläy getrennt. Der Verein sprach von einer «grundlegenden Neuaufstellung» der sportlichen Führung. Kläy hatte den EVZ aus der unteren Tabellenhälfte in die Spitzengruppe der Schweizer Eishockeynationalliga geführt. Der EVZ hatte in den vergangenen beiden Playoff-Serien jeweils im Halbfinal gegen den späteren Meister verloren. Über die Nachfolge ist noch nichts entschieden. Die Trennung kommt für die Szene überraschend, galt Kläy intern zuletzt als unantastbar (NZZ).

Crans-Montana: Italiens Botschafter arbeitet für Opferstiftung. Italiens Botschafter in der Schweiz wechselt in die Stiftung für die Opfer der Katastrophe von Crans-Montana. Mit der Personalie verbindet die Stiftung ein Zeichen der bilateralen Solidarität nach dem Lawinenunglück vom Februar, bei dem mehrere italienische Gäste ums Leben kamen. Die Stiftung verwaltet nach eigenen Angaben Spenden in Höhe von rund 90 Mio. Franken. Der Botschafter wird seine neue Aufgabe ab dem Spätsommer antreten. Die Wahl gilt als bewusstes Signal der italienischen Regierung an die Hinterbliebenenfamilien (NZZ).

Deutschland

Bundeswehr erwägt Verpflichtung für Litauen-Brigade. Die deutsche Bundeswehr prüft nach Informationen des «Spiegel» eine zeitweise Verpflichtung von Soldatinnen und Soldaten für den Dienst in der Litauen-Brigade. Damit reagiert die Truppe auf die wachsenden Anforderungen der NATO-Ostflanke nach dem US-Beschluss, seine Präsenz in Europa zu überprüfen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte wiederholt betont, die Bundeswehr werde bis 2027 voll einsatzbereit für die Brigade in Rukla sein. Aktuell fehlen der Truppe nach Angaben des Verteidigungsministeriums mehrere hundert Soldatinnen und Soldaten für die Stellung. Eine zeitweise Verpflichtung wäre mit derzeitiger Rechtslage nur über eine Parlamentsvorlage möglich (Spiegel).

Bundesregierung plant starke Einschnitte beim Wohngeld. Die deutsche Bundesregierung plant laut einem Bericht des «Spiegel» deutliche Einschnitte beim Wohngeld. Im Raum stehen eine Reduktion des Kreises der Anspruchsberechtigten und eine Pauschalierung der Leistungen. Sozialverbände rechnen mit einer spürbaren Belastung für untere Einkommensgruppen. Das Wohngeld wurde zuletzt 2023 reformiert und ist seitdem einer der grössten Posten im Bundeshaushalt. Die Koalition steht unter dem Druck der Schuldenbremse und des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom November 2023. Eine Einigung im Kabinett wird noch vor der Sommerpause erwartet (Spiegel).

Neue Sparsamkeit der Deutschen belastet die Konjunktur. Die «NZZ» analysiert in einem Hintergrundstück, dass die seit dem Bundesverfassungsurteil verordnete Sparsamkeit des Bundes die deutsche Konjunktur weiter bremst. Konsumausgaben und Investitionen der öffentlichen Hand fielen im ersten Halbjahr 2026 schwächer aus als noch im Vorjahreszeitraum. Die deutsche Wirtschaftsleistung stagniert nach Berechnungen des ifo-Instituts im zweiten Quartal de facto. Mehrere ÖCD-Ökonomen sehen darin ein Risiko für die gesamteuropäische Erholung. Der Internationale Währungsfonds hatte seine Wachstumsprognose für Deutschland zuletzt auf 0,3 Prozent gesenkt (NZZ).

Unternehmen und Wirtschaft

Reliance kündigt grössten indischen Börsengang an. Mukesh Ambani hat am Freitag an der Aktionärsversammlung von Reliance den Entwurf eines Börsenprospekts für die Telecom-Tochter Jio Platforms vorgelegt. Jio betreibt nach Konzernangaben das grösste Mobilfunknetz Indiens mit mehr als 500 Mio. Teilnehmern. Das IPO-Volumen wird auf rund 4 Mrd. Dollar geschätzt, umgerechnet 3,02 Mrd. Pfund. Es wäre der grösste Börsengang der indischen Geschichte. Anleger beobachten die Platzierung auch als Stimmungstest für den indischen Aktienmarkt nach Monaten der Volatilität. Der indische Leitindex Sensex hatte im Mai zwischenzeitlich mehr als 8 Prozent verloren (BBC).

Ryanair-Chef O'Leary verlängert Vertrag bis 2032. Ryanair-Chef Michael O'Leary hat seinen Vertrag bis 2032 verlängert. Das neue Paket enthält ein Bonussystem, das ihm über 130 Mio. Pfund einbringen kann. O'Leary steht seit mehr als 30 Jahren an der Spitze der irischen Fluggesellschaft und hatte zuletzt mehrfach angekündigt, kürzer treten zu wollen. Ryanair betreibt nach eigenen Angaben die grösste Flotte Europas mit über 600 Flugzeugen. Die Vertragsverlängerung gilt auch als Signal an Investoren, dass der Konzern seinen aggressiven Wachstumskurs beibehält (BBC, Spiegel).

Berenberg: Finanzaufsicht beruft gesamte Geschäftsleitung ab. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat am Freitag die gesamte Geschäftsleitung der Berenberg Bank abberufen. Die Hamburger Privatbank gilt als eine der ältesten Deutschlands. Hintergrund sind laut «Spiegel» Defizite bei der Geldwäscheprävention und der Risikosteuerung. Eine Sprecherin der Bafin bestätigte den Schritt, äusserte sich aber nicht zum weiteren Verfahren. Die Bank beschäftigt weltweit rund 1500 Mitarbeitende. Eine ausserordentliche Generalversammlung soll innerhalb der nächsten 60 Tage eine neue Leitung bestellen (Spiegel).

Technologie und Regulierung

Grossbritanniens oberster KI-Regulator tritt zurück. John Edwards, Chef der britischen Informationsbehörde ICO und oberster KI-Aufseher des Landes, hat am Freitag seinen Rücktritt angekündigt. Die Behörde ist für die Regulierung von KI, den Datenschutz und das Informationsfreiheitsgesetz zuständig. Edwards steht der Behörde seit Januar 2022 vor. Er räumte ein, es habe «Anlässe gegeben, in denen ich schlecht geurteilt und unangemessene Witze gemacht habe». Wissenschaftsministerin Liz Kendall erklärte, sie habe Belege für «vulgare und hoch sexualisierte Sprache» im Umgang mit Mitarbeitenden gesehen. Edwards bleibt nach Regierungsangaben vorläufig im Amt, bis eine Nachfolge gefunden ist. Die britische Regierung plant zudem ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ab Anfang 2027 (BBC).

Sport

WM 2026: USA im Achtelfinal, Brasilien mit Cunha-Doppelpack. Bei der Fussball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko haben die Gastgeber am Freitagabend mit einem 2:0 gegen Australien vorzeitig die K.o.-Runde erreicht. Brasilien setzte sich im Parallelspiel gegen Haiti mit zwei Toren von Matheus Cunha durch. Schottland verlor gegen Marokko nach 71 Sekunden Gegentor knapp, bleibt aber rechnerisch im Rennen. Algerien legte unterdessen formell Protest gegen die Wertung des Spiels um den argentinischen Superstar Lionel Messi ein. Das Turnier geht am Samstagabend mit den Partien Deutschland gegen die Elfenbeinküste und Spanien gegen Südafrika weiter. Insgesamt haben 23 von 32 Teams die erste Runde überstanden (Spiegel, BBC Sport).

Marokkos Kapitän Hakimi muss in Frankreich vor Gericht. Marokkos Kapitän Achraf Hakimi vom französischen Meister Paris Saint-Germain steht in Frankreich vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Nanterre wirft dem 27-Jährigen vor, eine damals 24-jährige Frau 2023 in seiner Pariser Wohnung vergewaltigt zu haben. Ein Ermittlungsrichter hatte im Februar 2026 die Anklage zugelassen. Hakimi, der sein Land am Freitagabend als Kapitän gegen Schottland aufs Feld führte, weist die Vorwürfe zurück. Ein Berufungsantrag Hakimis auf Einstellung des Verfahrens wurde Medienberichten zufolge im Mai abgelehnt (BBC Sport).

Die Märkte heute

Der MSCI World steht am Morgen bei 4827,6 Punkten und liegt 0,72 Prozent tiefer als am Vortag. Die Unze Gold kostet 4172,9 Dollar, ein Minus von 3,58 Prozent. Bitcoin notiert bei 63'305 Dollar, ein Plus von 0,58 Prozent auf 24-Stunden-Sicht. Der Euro handelt bei 0,9248 Franken, der US-Dollar bei 0,8065 Franken (Stand EZB-Referenz 19.06.2026).

Ausblick

Im Tagesverlauf wird die deutsche Politik die Reaktion auf die Wohngeldpläne der Bundesregierung bestimmen. In Bern tagt die zuständige Kommission zur Schutzstatus-S-Vorlage. In London veröffentlicht die britische Statistikbehörde am Vormittag die Mai-Daten zum Konsumkreditmarkt. Sportlich beginnen am Samstagabend die nächsten WM-Gruppenpartien, darunter die Partie Deutschland gegen die Elfenbeinküste in Miami. Am Abend wird zudem die Schweizer Fussball-Nati ihr letztes Testspiel vor dem Sommer-Lehrgang bestreiten.

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