Wie ein Computervirus in einer iranischen Uranfabrik die Spielregeln der Geopolitik neu schrieb, und warum Salt Typhoon, NotPetya und Pegasus heute zeigen, wie wenig die Welt daraus gelernt hat.
Im November 2025 warnte die australische Security Intelligence Organisation, Hacker mit Verbindungen zur chinesischen Volksbefreiungsarmee hätten versucht, in kritische australische Infrastruktur einzudringen. Im selben Monat sass in Washington ein 10-Mio.-Dollar-Kopfgeld auf den Köpfen jener Männer und Frauen, die als Mitglieder der Gruppe Salt Typhoon die Telefone von Donald Trump und JD Vance abgehört hatten sollen. Wer heute über Cyberkrieg redet, redet über zwei Welten zugleich. Die eine ist die akute, sichtbare: ein zerstörerischer Angriff, der ein Kraftwerk vom Netz trennt, ein Spionage-Virus, das Jahre unentdeckt in einer Behörde sitzt, eine Ransomware-Bande, die eine Lösegeldzahlung in Bitcoin erpresst. Die andere ist die stille, langsame: ein neues Schlachtfeld, das die klassische Diplomatie kaum kennt, auf dem Täter und Opfer oft unsichtbar bleiben und auf dem eine kleine, gut ausgerüstete Gruppe Wirkung entfalten kann, für die früher eine Armee nötig war.