Die Nacht brachte die wohl grösste geopolitische Wende des Monats. US-Präsident Donald Trump und Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf unterzeichneten in der Schweiz ein 14-Punkte-Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs. Die Eidgenossenschaft übernahm erneut die Vermittlerrolle, Aussenminister Ignazio Cassis bestätigte am Vormittag die geplante Folgesitzung auf dem Bürgenstock. In Bern hebt das Parlament das AKW-Neubauverbot auf und kippt zugleich das Mercosur-Abkommen. Das IMD-Ranking weist der Schweiz derweil einen Dämpfer zu: Sie fällt auf Rang 3. Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins bei 0,0 Prozent. Die Börsen reagieren verhalten.
US-Präsident Donald Trump und der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf haben in der Nacht auf Donnerstag in der Schweiz ein 14-Punkte-Rahmenabkommen unterzeichnet. Das Memo sieht ein Ende der Kampfhandlungen, den Verzicht Irans auf Atomwaffen und ein internationales Wiederaufbaupaket von 300 Milliarden Dollar vor. Die Schweizerische Eidgenossenschaft übernahm dabei erneut die Rolle als Vermittlerin. Aussenminister Ignazio Cassis bestätigte am Vormittag die geplante Folgesitzung auf dem Bürgenstock; über Ablauf und Details wollte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten vorerst keine weiteren Angaben machen (BBC, NZZ, SRF). Im iranischen Parlament stösst der Deal auf Kritik. Israelische Politikerinnen und Politiker zeigten sich ablehnend, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äusserte Vorbehalte gegenüber einzelnen Formulierungen zur Rolle der Revolutionsgarden (Al Jazeera). In Israel, dem Gazastreifen und dem Libanon gingen die Kämpfe am Mittwochabend laut BBC vorerst weiter. Im Golf von Oman passierten laut Schiffs-Tracking-Daten drei iranische Tanker mit Rohöl die Linie der US-Blockade, was die Wirksamkeit der Seeabsperrung infrage stellt (BBC). Das Abkommen tritt am Donnerstag formell in Kraft. Die Erklärung umfasst 14 Abschnitte, die Trump im Vergleich zu seinen ursprünglichen Forderungen deutlich zurückgenommen hat. Eine unabhängige Verifikation der iranischen Abrüstungsschritte fehlt bislang.