Wie vier Stück Papier, unterzeichnet in Washington im September 2020, die regionale Machtarchitektur verschoben haben, welche Akteure profitierten, welche sich verkrachten, und warum die Neuordnung fragil bleibt.
Israel platzierte Anfang 2026 eine Anleihe über 6 Milliarden US-Dollar. Die Nachfrage lag bei 36 Milliarden. Mehr als 300 Investoren aus über 30 Ländern griffen zu, darunter etliche, die den Staat Israel noch vor sechs Jahren offiziell nicht anerkannt hatten. Im November 2023 hatten 96 Prozent der Saudi-Bevölkerung in einer grossen Umfrage gefordert, arabische Staaten sollten alle Beziehungen zu Israel abbrechen. Bahrain zog seinen Botschafter aus Tel Aviv ab, Marokko drosselte seine hochfliegenden Sicherheitsabkommen, und der luxemburgische Vermögensverwalter Jared Kushner, der das Ganze einst eingefädelt hatte, sass als Geschäftsmann in Miami und kassierte Risikokapital ausgerechnet von jenen Golfmonarchien, die er in diplomatische Distanz zu Israel gebracht hatte. Was 2020 als historischer Friedensdurchbruch verkauft wurde, ist sechs Jahre später ein Hybrid: ein teilweise gelebtes Wirtschafts- und Sicherheitsprojekt mit breiter Unterschicht, aber einer politischen Achillesferse, die jederzeit aufreissen kann. Wer die regionale Neuordnung verstehen will, muss sich die Mechanik, die Akteure und die Gegenkräfte getrennt ansehen.