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G7 verschärfen Russland-Kurs, Schweiz steuert auf Hitzewelle zu

Neue Sanktionen aus Kanada, EZB-Zinserhöhung wirkt nach, Pogacar eröffnet die Tour de Suisse

Von der MacherPost-Redaktion 17.06.2026, 04:00 ♪ 14 Min Audio · 1'784 Wörter
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G7 verschärfen Russland-Kurs, Schweiz steuert auf Hitzewelle zu

Der G7-Gipfel in Kanada hat in der Nacht auf Dienstag ein neues Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet und der Ukraine zusätzliche Militärhilfe zugesichert. Gleichzeitig meldet die Schweiz für Mittwoch Temperaturen über 30 Grad, in Basel-Binningen sind absolute Junirekorde möglich. Die Inlandkonjunktur zeigt sich unterdessen gedämpft, weil der Iran-Krieg Lieferketten verteuert.

G7 beschliessen neue Sanktionen und Militärhilfe für die Ukraine

Die Staats- und Regierungschefs der sieben grossen Industriestaaten haben sich am späten Montagabend auf ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Es richtet sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen gegen die russische Schattenflotte, die Rüstungsindustrie und Teile der Finanzinfrastruktur. Zeitgleich sagten die G7 zusätzliche Militärhilfe für die Ukraine zu, ohne die Summen zu beziffern. Der ukrainische Generalstab meldete in der Nacht neue russische Angriffe auf Slowjansk und Saporischschja, bei denen nach Behördenangaben mehrere Wohnblöcke in Flammen aufgingen. Für die Schweiz als Sitz bedeutender Rohstoffhändler hat das Paket unmittelbare Folgen: Das Staatssekretariat für Wirtschaft, kurz SECO, hat seine Verordnung über Massnahmen im Zusammenhang mit der Ukraine-Situation angepasst und am Dienstag publiziert. Auch sanktionierte russische Sportler und Kulturschaffende, die trotz internationalem Bann an Wettkämpfen teilnehmen oder Kreml-Propaganda verbreiten, stehen neu auf der Liste. Insgesamt umfassen die neuen Sanktionen 162 Einzelpersonen und 41 Organisationen aus Russland und Belarus. Der Schweizer Rohstoffhandel, der nach Schätzungen der Finma rund 8 Prozent des weltweiten Öl- und Getreidehandels abwickelt, ist vom neuen Sanktionsregime direkt betroffen.

Eine Woche nach dem Waffenstillstand: Iran-Krieg bremst Ostschweizer Wirtschaft

Rund eine Woche nach dem von Pakistan vermittelten Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran zeigt die Ostschweizer Wirtschaft deutliche Bremsspuren. Der «St. Galler Tagblatt» berichtet am Dienstag von verteuerten Lieferungen, unterbrochenen Lieferketten und steigenden Energiekosten, die mittelständische Maschinenbauer und Logistiker treffen. Die Internationale Währungsfonds-Chefin hatte zuletzt in einem Interview gewarnt, die Erholung des globalen Energiesektors werde nach dem Waffenstillstand Zeit brauchen. Die unmittelbare Folge für die Schweiz ist eine Verschärfung der ohnehin angespannten Industrieproduktion. Besonders betroffen sind Unternehmen, die auf Komponenten aus der Golfregion angewiesen sind. Die Ostschweizer Industrie exportiert etwa 40 Prozent ihrer Waren in den asiatisch-pazifischen Raum, wo die Lieferwege über den Persischen Golf liefen.

EZB erhöht Leitzins erstmals seit 2023: von 2 auf 2,25 Prozent

Die Europäische Zentralbank hat am 11. Juni den Leitzins erstmals seit fast drei Jahren erhöht, von 2,0 auf 2,25 Prozent. Der Schritt gilt als Reaktion auf den durch den Iran-Krieg ausgelösten Ölpreisschock und die hartnäckige Inflation im Dienstleistungssektor. Die nächsten Inflationsdaten aus dem Euroraum werden am Freitag erwartet und gelten als Lackmustest, ob die Erhöhung ausreicht. Für die Schweiz bleibt die EZB-Politik ein wichtiger Taktgeber, weil die Schweizerische Nationalbank ihre Geldpolitik mit Augenmass auf die Preisstabilität im Inland ausrichtet. Am Devisenmarkt zeigt sich der Franken weiter stark, was der exportorientierten Wirtschaft zusätzlich zu schaffen macht. Volkswirte rechnen damit, dass die EZB im September einen weiteren Schritt nachlegen wird, falls die Inflation nicht deutlich nachlässt.

SpaceX kauft das KI-Coding-Startup Cursor für 60 Milliarden Dollar

Im Wettlauf mit OpenAI und Anthropic hat SpaceX das KI-Coding-Startup Cursor für rund 60 Milliarden US-Dollar übernommen. Damit gehört der Deal zu den grössten Softwareübernahmen des laufenden Jahres. SpaceX erweitert mit dem Kauf seine KI-Kompetenz, während OpenAI und Anthropic nach einem Bericht mit erheblichen Verlusten konfrontiert sind, weil Nutzer die Modelle bis ans technische Limit beanspruchen. Am Schweizer Aktienmarkt löste die Nachfrage nach KI-Chips zuletzt Phantasie aus, AMS Osram und Huber+Suhner gehörten zu den meistgehandelten Titeln. Der Ausbau der KI-Infrastruktur beflügelt die gesamte Halbleiter-Zulieferkette, wovon auch Firmen in der Deutschschweiz profitieren.

OpenAI und Anthropic planen die nächste Börsenwelle

Nach dem erfolgreichen SpaceX-Börsengang im Mai bereiten OpenAI und Anthropic laut Insidern den grössten IPO-Poker der KI-Ära vor. Im Raum stehen Bewertungen von 500 Milliarden US-Dollar für OpenAI und rund 300 Milliarden für Anthropic. Beide Unternehmen verhandeln parallel mit Banken über den Zeitpunkt ihrer Börsengänge. Apple plant unterdessen, seine Sprachassistentin Siri für externe KI-Modelle zu öffnen, wie aus einem Bericht hervorgeht. Das wäre ein weiterer Hinweis auf die zunehmende Konsolidierung des Marktes und den Druck auf etablierte Tech-Giganten. Ein 200-Dollar-Abo für ChatGPT könnte OpenAI laut einer Analyse bis zu 14'000 Dollar pro Nutzer kosten, weil die Inferenz-Kosten die Margen auffressen.

Hitze rollt an: MeteoSchweiz erwartet «historische» Temperaturen

Der Sommer kehrt mit Wucht zurück: Ab Mittwoch rechnet MeteoSchweiz mit Temperaturen von 30 Grad und mehr, in Basel-Binningen sind nach Angaben von MeteoNews sogar absolute Junirekorde möglich. Die Tageszeitung Watson zitiert einen Klimäxperten mit den Worten, «was auf uns zukommt, ist absolut historisch und einmalig». Auch der SRF-Wetterbericht spricht von einer Hitzewelle, «die an Rekorden kratzt». Gesundheitsbehörden empfehlen älteren Menschen und chronisch Kranken, sich am Nachmittag in kühlen Räumen aufzuhalten und ausreichend zu trinken. Die Hitzewelle hält nach aktuellen Modellen mindestens bis zum kommenden Wochenende an. In den Alpen steigt die Nullgradgrenze vorübergehend auf über 4'000 Meter, was den Spätfrühlingstourismus begünstigt, aber die Gletscherschmelze beschleunigt. Auch in Deutschland, Frankreich und Spanien werden Werte über 35 Grad erwartet. Die europäische Stromproduktion läuft auf Hochtouren, da viele Haushalte auf Klimaanlagen setzen. Bund und Kantone haben für betroffene Regionen zusätzliche Hitzewarnungen der Stufe 3 herausgegeben.

Nachrichtendienst stellt Lagebericht «Sicherheit Schweiz 2026» vor

Der Nachrichtendienst des Bundes hat am Dienstag seinen aktuellen Lagebericht «Sicherheit Schweiz 2026» präsentiert. Im Zentrum stehen die Bedrohung durch Cyberangriffe, die Zunahme russischer und iranischer Nachrichtendienste auf Schweizer Boden sowie ein fiktiver Luftangriff auf die Schweiz, bei dem die Luftabwehr an ihre Grenzen stiess. Parallel hat der Ständerat die Armeebotschaft verabschiedet, die unter anderem die Beschaffung weiterer F-35-Kampfjets vorsieht. Das Geschäft geht nun in den Nationalrat. Über die F-35-Beschaffung wird in den kommenden Wochen weiter debattiert. Der Bericht zeigt zudem, dass die Zahl der Cybervorfälle mit Bezug zur Schweiz im vergangenen Jahr um 22 Prozent gestiegen ist.

Neue WSL-Karte zeigt Licht und Schatten der Schweiz

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, kurz WSL, hat am Dienstag eine neue Karte zur Lebensqualität in der Schweiz veröffentlicht. Sie kombiniert Satellitendaten, Umfragen und amtliche Statistiken und zeigt Regionen mit hoher Lebensqualität, aber auch Schattenseiten wie Lärmbelastung, Luftverschmutzung und mangelnde Erreichbarkeit. Auffällig ist, dass die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten kleiner werden, während die Belastung in den grossen Agglomerationsräumen Zürich, Genf und Basel weiter zunimmt. Die Karte dient Forschern, Planern und der Politik als Grundlage für künftige Investitionsentscheidungen.

Schweiz und Bosnien trennen sich unentschieden

Die Schweizer Fussballnationalmannschaft hat am Dienstagabend in der WM-Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina unentschieden gespielt. Wie die «Luzerner Zeitung» am Mittwochmorgen bilanziert, bot die Partie viel Spektakel, aber keinen Sieger. Die Nati bleibt damit in der Gruppe unter Druck, das nächste Spiel am Wochenende gegen Serbien gilt als vorentscheidend für die weitere Qualifikation. Trainer Sergei Barbarez, selbst frühere Schweizer Nati-Legende, betreut die bosnische Auswahl. In der deutschen Gruppe spielten zeitgleich weitere Partien der europäischen Qualifikation, darunter Norwegen gegen den Irak und Frankreich gegen Senegal.

Messi egalisiert mit Hattrick den Torrekord von Klose

Lionel Messi hat am Dienstagabend beim WM-Qualifikationsspiel Argentiniens einen Dreierpack erzielt und damit den Torrekord von Miroslav Klose bei Weltmeisterschaften egalisiert. Es ist Messis sechstes Tor bei dieser WM-Endrunde, womit er mit dem deutschen Stürmer an der Spitze der ewigen Torschützenliste steht. Für den alleinigen Rekord fehlt ihm noch ein weiteres Turniertor. Parallel feierte Erling Haaland mit Norwegen einen Auftaktsieg über den Irak und untermauerte seine Ausnahmeform in der Königsklasse der Stürmer. Haaland steuerte zwei Treffer zum norwegischen Erfolg bei.

Tour de Suisse startet mit Pogacar und Roglic

Mittwoch beginnt die Tour de Suisse mit einem neuen Konzept, das Frauen- und Männerrennen parallel austrägt. Bei den Männern ist Tadej Pogacar als Topfavorit am Start, herausgefordert wird er laut der «Aargauer Zeitung» von seinem Landsmann Primoz Roglic. Die Rundfahrt dient für Pogacar als letzter Formtest vor der Tour de France im Juli. Veranstalter Urs Senn gibt das ambitionierte Ziel aus, bei Männern und Frauen jeweils einen Etappensieg zu holen. Bei den Frauen ruhen die Schweizer Hoffnungen auf Marlen Reusser. Das Rennen führt über fünf Etappen und endet am Sonntag mit einer Bergankunft in den Alpen. Insgesamt werden über 200 Fahrerinnen und Fahrer aus 30 Teams am Start erwartet. Die Organisatoren rechnen mit rund einer Million Zuschauerinnen und Zuschauern entlang der Strecke. Für die Tourismusregionen ist die Tour de Suisse ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, die direkten Ausgaben werden auf über 25 Millionen Franken geschätzt.

EU-Rat tagt zu Migration, Mercosur-Abkommen bleibt umstritten

In Brüssel kommen am Dienstag die EU-Innenminister zu einer Sondersitzung zusammen, um über die geplanten «Return Hubs» in Drittstaaten zu beraten. Das Vorhaben hat direkte Folgen für die Schweiz, wie SRF am Mittwoch berichtet. Gleichzeitig bleibt das Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südamerika umstritten. Der «SRF»-Beitrag vom Dienstag beleuchtet die Kontroverse zwischen Umweltschutz und wirtschaftlichen Vorteilen. Die Schweiz beobachtet die Entwicklungen genau, weil ein Abschluss auch für bilaterale Verträge wegweisend wäre. Bundesbern hat sich bisher nicht öffentlich positioniert.

Schweizer Satelliten-Technologie sorgt für besseren Datenfunk

Ein Bericht von Nau zeigt am Dienstag, dass Schweizer Technologie künftig die Datenkommunikation von Satelliten verbessern soll. Eine Kooperation zwischen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und einem Berner Unternehmen hat einen neuartigen Funkchip entwickelt, der Datenraten verdoppeln und gleichzeitig den Energieverbrauch senken soll. Erste Tests im Orbit sind für Anfang 2027 geplant. Für die Schweizer Raumfahrtindustrie ist der Durchbruch ein wichtiger Schritt im internationalen Wettbewerb.

Schweizer Börse bringt Gewinn ins Trockene

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag einen Teil seiner Vortagesgewinne gehalten. Wie Cash berichtet, schoben vor allem Zykliker den SMI nach oben, während die defensiven Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé bremsten. Die UBS-Aktie notierte erstmals seit 2008 wieder über 40 Franken. Der neue SMI, der am 22. Juni als Alternative zum bestehenden Leitindex startet, sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit bei Investoren. Gleichzeitig drückte der fallende Ölpreis auf die Kurse der Energietitel, während Gold zulegte. Die Vorgaben aus den USA waren am Dienstag uneinheitlich. Die Futures auf die grossen Indizes deuteten auf einen ruhigen Handelsauftakt hin. Investoren warten auf die US-Konjunkturdaten am Nachmittag und den Fed-Sprecher am Abend, die Hinweise auf den nächsten Zinsschritt geben könnten.

Die Märkte heute

Gold notiert am Dienstagmorgen bei 4354 US-Dollar pro Unze, ein Plus von 6,5 Prozent seit dem Vortag. Der MSCI World steht bei 4846 Punkten und legt 2,1 Prozent zu. Bitcoin wechselt bei rund 65'851 US-Dollar den Besitzer, ein Plus von 0,3 Prozent. Der Euro kostet 0,9224 Franken, der US-Dollar 0,7956 Franken. Der Schweizer Franken bleibt damit fest und gibt der heimischen Exportindustrie weiterhin Gegenwind. Die Zinserhöhung der EZB vom 11. Juni wirkt dabei zusätzlich nach.

Ausblick auf den Tag

In der Schweiz beginnt am Mittwoch die Tour de Suisse, gleichzeitig rollt die erste grosse Hitzewelle des Sommers heran. In Brüssel setzt der EU-Rat seine Beratungen über Migrationsabkommen fort, an den US-Märkten richtet sich der Blick auf die Konjunkturdaten am Nachmittag. Am Devisenmarkt bleibt der Franken im Fokus, weil die geldpolitischen Entscheidungen der EZB weiter nachwirken.

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