Der G7-Gipfel in Kanada hat in der Nacht auf Dienstag ein neues Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet und der Ukraine zusätzliche Militärhilfe zugesichert. Gleichzeitig meldet die Schweiz für Mittwoch Temperaturen über 30 Grad, in Basel-Binningen sind absolute Junirekorde möglich. Die Inlandkonjunktur zeigt sich unterdessen gedämpft, weil der Iran-Krieg Lieferketten verteuert.
Die Staats- und Regierungschefs der sieben grossen Industriestaaten haben sich am späten Montagabend auf ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Es richtet sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen gegen die russische Schattenflotte, die Rüstungsindustrie und Teile der Finanzinfrastruktur. Zeitgleich sagten die G7 zusätzliche Militärhilfe für die Ukraine zu, ohne die Summen zu beziffern. Der ukrainische Generalstab meldete in der Nacht neue russische Angriffe auf Slowjansk und Saporischschja, bei denen nach Behördenangaben mehrere Wohnblöcke in Flammen aufgingen. Für die Schweiz als Sitz bedeutender Rohstoffhändler hat das Paket unmittelbare Folgen: Das Staatssekretariat für Wirtschaft, kurz SECO, hat seine Verordnung über Massnahmen im Zusammenhang mit der Ukraine-Situation angepasst und am Dienstag publiziert. Auch sanktionierte russische Sportler und Kulturschaffende, die trotz internationalem Bann an Wettkämpfen teilnehmen oder Kreml-Propaganda verbreiten, stehen neu auf der Liste. Insgesamt umfassen die neuen Sanktionen 162 Einzelpersonen und 41 Organisationen aus Russland und Belarus. Der Schweizer Rohstoffhandel, der nach Schätzungen der Finma rund 8 Prozent des weltweiten Öl- und Getreidehandels abwickelt, ist vom neuen Sanktionsregime direkt betroffen.