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Trump kündigt Iran-Deal an, BoJ hebt Zins auf 31-Jahres-Hoch

Verhandlungen in Genf, höchster BoJ-Zins seit 1995, SpaceX grösster IPO der Geschichte.

Von der MacherPost-Redaktion 16.06.2026, 10:00 ♪ 14 Min Audio · 1'814 Wörter
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Trump kündigt Iran-Deal an, BoJ hebt Zins auf 31-Jahres-Hoch

Die Verhandlungen über ein Ende des US-Konflikts mit Iran werden am Freitag in Genf fortgesetzt. Die Bank of Japan reagiert mit der stärksten Zinserhöhung seit Jahrzehnten auf die Inflation der Kriegsmonate.

In Washington, Tokio und am Finanzplatz Zug beginnt sich das Bild einer neuen Phase zu ordnen. US Vizepräsident JD Vance hat am Dienstagmorgen angekündigt, dass Präsident Donald Trump noch vor Freitag einen ersten Entwurf des Iran Abkommens veröffentlichen will. Die Vereinbarung sei «etwa anderthalb Seiten» lang und «sehr allgemein», viele Details würden später ausgearbeitet. Iran Aussenminister Seyed Abbas Araghchi bestätigte parallel eine neue Verhandlungsrunde in der Schweiz am selben Tag, an dem das Abkommen in Genf formell unterzeichnet werden soll. Hochrangige US Beamte teilten mit, die Strasse von Hormus werde am Freitag wieder geöffnet, am selben Tag wie die Unterzeichnung in Genf.

Für Israel bedeutet die Waffenruhe ein politisches Dilemma. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sieht sich in einer neuen sicherheitspolitischen Zwickmühle. Die israelische Offensive im Libanon hält an, obwohl das Iran Abkommen den Konflikt formal beenden soll. Pakistan hatte zuvor erklärt, die Vereinbarung schliesse den Libanon mit ein, doch frühere Waffenruhen dort haben nie gehalten. Für die Schweiz zählt die Genfer Verhandlungsrunde zu den prestigeträchtigsten aussenpolitischen Terminen des Jahres. Die Sicht der US Analysten: «Das Abkommen beendet Trumps Krieg, der die Grenzen der US Dominanz aufgezeigt hat», schrieb der BBC Nahostkorrespondent Jeremy Bowen. 24 Stunden nach Beginn des Konflikts liege die Lage am Golf faktisch dort, wo sie vorher war, mit dem Unterschied, dass mehrere Tausend Menschen ums Leben kamen.

BoJ hebt Leitzins auf 1 Prozent

Die Bank of Japan hat am Dienstag ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1 Prozent angehoben. Das ist der höchste Stand seit 1995, also seit 31 Jahren. Notenbankchef Kazuo Üda begründete den Schritt mit dem Inflationsdruck, den der US israelische Krieg gegen Iran über die Energiepreise in die japanische Wirtschaft getragen hat. Die BoJ hatte ihren Kurs seit 2024 schrittweise von der Nullzinslinie gelöst. Mit dem aktuellen Schritt erreicht die geldpolitische Normalisierung einen neuen Meilenstein. An den Devisenmärkten legte der Yen unmittelbar nach der Entscheidung um 0,8 Prozent zum Dollar zu. Die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihe stieg auf 1,45 Prozent, den höchsten Wert seit 2008. Die Zinsdifferenz zum Dollar verkleinerte sich damit weiter, was den Yen mittelfristig stützt.

B 52 Absturz in Kalifornien mit acht Toten

Auf der Edwards Air Force Base im Süden Kaliforniens ist am Montagabend ein B 52 Bomber der US Luftwaffe unmittelbar nach dem Start abgestürzt. Alle acht Insassen kamen ums Leben, darunter zwei Mitarbeiter von Boeing. Die Maschine befand sich nach Angaben des Stützpunktkommandeurs Colonel James Hayes auf einem «routinemässigen Testflug». Eine grosse schwarze Rauchsäule war kilometerweit sichtbar. Die Besatzung setzte sich aus Militärpersonal, zivilen Regierungsangestellten und Vertragspartnern zusammen. Die Unfalluntersuchung läuft, eine erste unabhängige Kommission soll bis Ende Woche eingesetzt werden. Edwards Air Force Base ist der wichtigste Teststandort der US Luftwaffe und Stammplatz des Testpilotenprogramms, in dem auch die Schweizer Pilotin der Luftwaffe Teile ihrer Ausbildung absolviert hat.

SpaceX IPO brachte 85,7 Milliarden Dollar

Der Börsengang von SpaceX am vergangenen Freitag an der Nasdaq war noch grösser als zunächst angenommen. Statt der kolportierten 75 Milliarden Dollar flossen dem Raketen und KI Unternehmen von Elon Musk insgesamt 85,7 Milliarden Dollar zu, wie aus den am Montagabend veröffentlichten Schlusszahlen hervorgeht. Das entspricht einem Aufschlag von rund 10 Milliarden Dollar und macht den Gang aufs Parkett zum grössten IPO der Geschichte. Musk hatte die Mittel seinen Mitarbeitern als «signifikante Wachstumsphase» angekündigt. Mit der Emission wurde Musk nach Berechnungen des Magazins Forbes der erste Billionär der Welt. SpaceX notiert am ersten Handelstag mit 230 Dollar pro Aktie, das entspricht einer Marktkapitalisierung von rund 800 Milliarden Dollar.

Fox kauft Roku für 22 Milliarden Dollar

Der US Medienkonzern Fox übernimmt den Streaming Anbieter Roku für 22 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 16 Milliarden britische Pfund. Der Deal besteht aus einer Mischung aus Bargeld und Aktien und bewertet jede Roku Aktie mit 160 Dollar. Nach Vollzug der Transformation entsteht nach übereinstimmenden Schätzungen der drittgrösste TV Anbieter in den USA gemessen am Zuschaueranteil. Fox verbindet damit sein Nachrichten und Sportangebot mit einer reichweitenstarken Streaming Plattform. Der Schritt gilt als Wette darauf, dass sich die TV Nutzung zunehmend ins Internet verlagert. An der Nasdaq legte die Roku Aktie nach Bekanntwerden um 18 Prozent zu, Fox notierte 3 Prozent tiefer. Mit dem Deal verschwindet ein weiterer reiner Streaming Player aus dem US Markt, was die Konsolidierung der Branche beschleunigt.

Anthropic trifft Weisses Haus wegen Claude Fable 5

Die KI Firma Anthropic trifft sich am Montag in Washington mit hochrangigen Mitarbeitern des Weissen Hauses. Hintergrund ist die kurzfristige Sperrung des jüngst veröffentlichten Modells Claude Fable 5. Die US Regierung hatte dem Unternehmen untersagt, ausländische Staatsbürger auf die Technologie zugreifen zu lassen, weil Bedenken zur Cybersicherheit bestehen. Bei dem Treffen mit dem US Handelsministerium unter Leitung von Secretary Howard Lutnick soll eine Lösung für den künftigen Zugang gefunden werden. Anthropic hatte den Service am Wochenende überraschend vom Netz genommen. Der Vorfall wirft ein neues Licht auf das Ringen zwischen der KI Branche und der US Sicherheitsbürokratie. Branchenbeobachter sehen darin den Auftakt zu einer schärferen Kontrolle von KI Modellen, die als «zu leistungsfähig für die Öffentlichkeit» eingestuft werden.

Thames Water rückt näher an Verstaatlichung

Der britische Wasserversorger Thames Water ist einem Schritt näher an der Verstaatlichung. Die Regierung in London hat dem Rettungsplan der Eigentümer formell widersprochen. Umweltsekretär argumentierte, der vorgelegte Deal leiste zu wenig für Verbraucher und Umwelt. Thames Water versorgt rund ein Viertel der britischen Haushalte mit Trinkwasser und steht seit Monaten unter finanziellem Druck. Eine Verstaatlichung wäre die erste vollständige Übernahme eines grossen britischen Versorgers seit der Privatisierungswelle der 1980er Jahre. Der Aktienkurs brach nach Bekanntwerden um 12 Prozent ein, die Rendite auf Unternehmensanleihen stieg auf 14,8 Prozent. Die Schulden des Unternehmens belaufen sich nach Schätzungen auf über 16 Milliarden Pfund.

UK verbietet Social Media für Unter 16 Jährige

Premierminister Keir Starmer hat das Verbot von Social Media Plattformen für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren angekündigt. TikTok, YouTube, Instagram und weitere Anbieter müssen ab Frühjahr 2027 eine technische Altersverifikation einbauen, andernfalls drohen Bussgelder in Millionenhöhe. Die Regelung ist Teil eines umfassenderen Online Safety Acts. Kritiker werfen der Regierung vor, mit Verboten allein das Problem der Bildschirmzeit nicht zu lösen. Für die grossen Plattformen bedeutet der Schritt kurzfristig sinkende Werbeumsätze in einem der wichtigsten europäischen Märkte. Meta, Google und Snap verloren an der Nasdaq zwischen 2 und 4 Prozent. Die britische Regulierungsbehörde Ofcom wird mit der Umsetzung beauftragt und soll bis Ende 2026 konkrete technische Standards vorlegen.

TVL Capital holt 5 Millionen Dollar aus Zug

Das Zuger Fintech TVL Capital hat in einer Finanzierungsrunde 5 Millionen Dollar für die Tokenisierung strukturierter Produkte eingesammelt. Angeführt wurde die Runde vom US Investor Framework Ventures, beteiligt sind zudem der niederländische Liquiditätsanbieter Flow Traders und weitere strategische Investoren. Das frische Kapital soll den Markteintritt von Chain Traded Products beschleunigen, dem Blockchain Pendant zu börsengehandelten Produkten. TVL Capital arbeitet bereits mit global systemrelevanten Banken und zentralen Handelsplattformen zusammen. Der globale Markt für strukturierte Produkte hat laut TVL ein ausstehendes Volumen von 2,5 Billionen Dollar. Der Standort Zug profitiert dabei von der Schweizer Regulierungsklarheit für digitale Vermögenswerte, die in den USA durch den Genius Act und den geplanten Clarity Act gerade erst geschaffen wird. Erste US Wertschriften könnten bereits in diesem Jahr direkt auf Blockchain Infrastrukturen gehandelt werden, wie die grossen Marktbetreiber DTCC, Nasdaq und New York Stock Exchange angekündigt haben.

ZKB Asset Management beruft neuen Leiter Index Solutions

Die Zürcher Kantonalbank baut ihr Asset Management um. Per Anfang 2027 übernimmt Fabio Pellizzari die Leitung des Bereichs Index Solutions. Er folgt auf Didier Böckli, der den Bereich seit 2010 von einer «ambitionierten Idee» zur tragenden Säule im Asset Management der ZKB entwickelt hat. Unter Böckli wuchs das verwaltete Vermögen auf 185 Milliarden Franken, womit Index Solutions nach eigenen Angaben der zweitgrösste Indexanbieter der Schweiz ist. Pellizzari verantwortet bisher den Bereich «ESG Strategie und Development» und trieb unter anderem die Lancierung nachhaltiger ETFs im Frühling voran. Die Rekrutierung seiner Nachfolge soll zeitnah starten. Pellizzari arbeitet seit 2020 im Asset Management der ZKB und war zuvor zwölf Jahre in verschiedenen Funktionen bei RobecoSAM und Robeco tätig, zuletzt als Leiter des strategischen Produktmanagements der Gruppe.

MiCA verschiebt das Gefüge im Crypto Valley

Die EU Regulierung MiCA verändert die Standortlogik für Kryptoanbieter grundlegend. Während die Schweiz zuvor von fragmentierten nationalen Aufsichten in Europa profitierte, öffnet eine einzige MiCA Lizenz den Zugang zu Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Die Börse Bybit, im September 2024 noch ohne Büro in Wien, beschäftigt inzwischen 45 Mitarbeitende in Österreich und ist mit einer FMA Lizenz live. Auch das Schweizer Krypto Bankhaus Amina baut parallel eine EU Einheit in Österreich auf und nutzt eine regulatorische Sandbox für neue Geschäftsmodelle. Für Krypto Private Banking, vermögende Kunden und institutionelle Anleger bleibt die Schweiz mit dem Standort Zug attraktiv. Im Retail Geschäft und im breiten Firmenkundengeschäft ist die EU jedoch deutlich im Vorteil. Die Austrian Business Agentur hat in den letzten 18 Monaten rund 28 internationale Krypto und Blockchain Unternehmen betreut und verweist auf ein Netzwerk von rund 250 Firmen im Blockchain und Kryptobereich. In Wien entsteht damit ein zweiter europäischer Hotspot, der das Schweizer Crypto Valley unter Druck setzt.

Schweizer Fussball an der WM in den Startlöchern

Die Schweizer Nationalmannschaft bestreitet am Dienstagabend ihr zweites Gruppenspiel an der Fussball Weltmeisterschaft in den USA. Nach dem Auftakt am Wochenende geht es für die Equipe von Trainer Murat Yakin gegen den Aussenseiter aus der asiatischen Qualifikationsgruppe. Parallel sorgt das iranische Team abseits des Platzes für Schlagzeilen. Trainer Amir Ghalenöi bezeichnete seine Mannschaft am Dienstag als «am stärksten unterdrücktes Team der Weltmeisterschaft», nachdem den Spielern kurzfristig Reisebeschränkungen auferlegt worden waren. Bei der Partie Iran gegen Neuseeland am Montag fielen die Tore von Chris Just, am Ende stand es 2 zu 2. Kap Verde sorgte tags zuvor mit einem 0 zu 0 gegen Spanien für die grösste Überraschung des Turniers, gehalten vom 40 jährigen Torhüter Vozinha. Der portugiesische Trainer von Kap Verde, Pedro Leitão, sprach von einem historischen Abend. Tunisien trennte sich nur ein Spiel nach dem Anpfiff von Trainer Sabri Lamouchi, die Behörden meldeten den Rauswurf am Dienstag.

Die Märkte heute

Am Devisenmarkt notiert der Euro bei 0,9212 Franken, der US Dollar bei 0,7937 Franken, jeweils zur Frankfurter EZB Referenz vom Vortag. Gold kostet 4364 Dollar pro Unze, ein Plus von 6,7 Prozent. Der MSCI World gewinnt 2,5 Prozent auf 4866 Punkte. Bitcoin wechselt bei 66'892 Dollar den Besitzer, ein Plus von 1,9 Prozent innert 24 Stunden.

Ausblick

Am Nachmittag stehen die Inflationszahlen aus der Eurozone im Fokus, am Abend veröffentlicht die US Notenbank die Protokolle der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses. In Genf beginnen die Iran Verhandlungen, an den Aktienbörsen in Zürich und Frankfurt wird ein ruhiger Handelstag erwartet. Die Schweizer Fussballer treffen am späten Abend auf ihren Gruppengegner.

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