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Märkte im Aufwind, Iran-Deal bröckelt

Zwischen Trump-Deal und Netanyahu-Bombardements, G7 in Evian und Schweizer AKW-Schlappe: die wichtigsten Signale zum Dienstagmorgen.

Von der MacherPost-Redaktion 16.06.2026, 04:00 ♪ 13 Min Audio · 1'661 Wörter
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Märkte im Aufwind, Iran-Deal bröckelt

Zwischen Trump-Deal und Netanyahu-Bombardements, G7 in Evian und Schweizer AKW-Schlappe: die wichtigsten Signale zum Dienstagmorgen.

Schweizer Aktienmarkt haussiert nach Nahost-Einigung

Der Schweizer Leitindex SMI hat am Montag deutlich zugelegt. Auslöser war die Nachricht über ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, das die Ölroute durch die Strasse von Hormuz wieder öffnen soll. Händler in Zürich sprachen von einer «Welle der Erleichterung», nachdem der Iran-Konflikt die Börsen seit Wochen belastet hatte. Während die Schwergewichte den Gesamtindex bremsten, legten Holcim, AMS Osram und Belimo überdurchschnittlich zu. Gleichzeitig kündigte die Schweizer Börse SIX an, am 22. Juni einen neuen «SMI Equal Weight» als Alternative zum klassischen Leitindex zu lancieren. Er soll die Abhängigkeit von den paar dominierenden Schwergewichten verringern.

Bundesrat erteilt Rösti eine Abfuhr beim AKW-Gegenvorschlag

Der Nationalrat hat am Montag die Vorlage zum AKW-Neubau-Verbot mit klarer Mehrheit an den Bundesrat zurückgewiesen. Die vorberatende Kommission unter Bundesrat Albert Rösti wollte mit einem Gegenvorschlag den Bau neuer Reaktoren ermöglichen, scheiterte aber im Plenum. Der Bundesrat muss die Vorlage nun überarbeiten und Kosten sowie Zeitrahmen neuer AKW-Projekte transparenter darstellen. Wirtschaftsnahe Kreise zeigten sich enttäuscht, Umweltverbände sprachen von einem «Sieg der Vernunft». Der Entscheid gilt als Richtungssignal für die Schweizer Energiepolitik der nächsten Dekade.

SVP-Begrenzungs-Initiative war ein «Schweizer Brexit» und scheiterte

Internationale Medien greifen das deutliche Nein zur SVP-Initiative zur Bevölkerungsbegrenzung auf, das die Schweiz am vergangenen Sonntag erteilte. Eine Hochrechnung sieht die Ablehnung bei rund 55 Prozent, das Parlament hatte bereits im Dezember 2025 ein Nein ohne Gegenvorschlag empfohlen. Die Initiative wollte die Schweizer Wohnbevölkerung auf 10 Millionen Menschen deckeln und bei Überschreitung einen automatischen Aufnahmestopp auslösen. Britische und amerikanische Kommentatoren sprachen von einem «Schweizer Brexit»-Moment, der die wirtschaftliche Offenheit des Landes bestätige. Zeitgleich scheiterten in Zürich kommunale Wohnbau-Initiativen, dafür kamen Gegenvorschläge zu Tempo 30 und zum kommunalen Vorkaufsrecht durch.

Netanyahu setzt Trump-Iran-Deal faktisch ausser Kraft

Während US-Präsident Donald Trump in Washington den «Sieg über den Iran» feiert, hat Israels Premierminister Benjamin Netanyahu das Rahmenabkommen vom Wochenende faktisch ignoriert. Die israelische Luftwaffe flog am Montag weitere Angriffe im Libanon und bombardierte Stellungen im Südlibanon, wie die libanesische Regierung in Beirut mitteilte. Trump hatte mit pakistanischer Vermittlung einen Waffenstillstand verkündet und zugleich einen 300 Milliarden Dollar schweren Investitionsfonds für den Iran in Aussicht gestellt, falls Teheran die Vereinbarung einhalte. Internationale Leitmedien sehen darin einen neuen amerikanisch-israelischen Bruch. Iranische Demonstranten hissten bei einem WM-Spiel in den USA hundertfach die historische Oppositionsflagge, was die FIFA zuvor gerichtlich durchsetzen verbieten liess.

EU startet offiziell Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine

In Luxemburg haben am Montag die offiziellen Beitrittsverhandlungen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine begonnen, parallel auch mit Moldau. EU-Erweiterungskommissar Dubravka Suta eröffnete die ersten Verhandlungscluster, die Justiz und Grundrechte betreffen. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem «historischen Tag», Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sicherte Kiew weitere Unterstützung zu. Russland verurteilte den Schritt scharf, der Kreml sprach von einer «gefährlichen Eskalation». Die EU erweiterte ihre Sanktionsliste und nahm einen russischen Bischof, der als Wladimir Putins «persönlicher Priester» gilt, ins Visier. In Kyiw zerstörte ein russischer Angriff in der Nacht ein Höhlenkloster von Welterbe-Rang.

B-52-Bomber in Kalifornien abgestürzt

Auf der Luftwaffenbasis Edwards in Kalifornien ist am Montagabend ein strategischer Bomber vom Typ B-52 unmittelbar nach dem Start abgestürzt. Nach Angaben der US Air Force werden acht Besatzungsmitglieder vermisst, die Bergung läuft. Die Maschine gehörte zur Testflotte des Edwards Flight Test Center und war zu einem Routineeinsatz gestartet. Die Unfallursache ist noch unklar, die Luftaufsichtsbehörde NTSB ermittelt. Es ist der schwerste Bomberverlust der US-Streitkräfte seit 1994. Die Maschine war eines der letzten Exemplare der 1955 eingeführten Modellreihe.

G7-Gipfel in Evian unter Spannung

Im französischen Evian-les-Bains hat am Montag der G7-Gipfel begonnen, der als heikelster der letzten Jahre gilt. Frankreichs Präsident Emmanül Macron war beim Empfang von US-Präsident Trump demonstrativ abwesend und warb unterdessen für mehr Multilateralismus. Im Zentrum stehen der Ukraine-Krieg, der Iran-Deal und die Frage weiterer Hilfen für Kiew. Oxfam veröffentlichte parallel einen Bericht zur wachsenden Ungleichheit in den G7-Staaten, der die Kluft zwischen Arm und Reich auf neue Rekordwerte beziffert. Polizei und Sicherheitskräfte sind mit einem Grossaufgebot im Einsatz, mehrere Gegendemonstrationen sind angemeldet.

SpaceX-IPO hat 10 Milliarden Dollar mehr eingebracht als gedacht

Der Börsengang von SpaceX hat laut Angaben vom Wochenende insgesamt 10 Milliarden Dollar mehr eingebracht als ursprünglich angenommen. Die Aktie schloss am ersten Handelstag bei 161,11 Dollar und katapultierte das Unternehmen auf eine Bewertung von über 2 Billionen Dollar, den höchsten Wert eines Börsengangs aller Zeiten. Die Nachfrage übertraf das Angebot um ein Vielfaches, institutionelle Investoren mussten sich mit kleinen Zuteilungen begnügen. US-Wirtschaftsmedien werten den Erfolg als Vertrauensbeweis in das gesamte Raumfahrtsegment. Branchenbeobachter sehen darin den Auftakt zu einer zweiten Welle grosser Tech-IPOs in diesem Sommer.

Nvidia plant 25-Milliarden-Anleihe für das KI-Wettrennen

Der Chipkonzern Nvidia will sich mit einer Anleihe im Volumen von bis zu 25 Milliarden Dollar frisches Kapital beschaffen, seine erste Unternehmensanleihe seit fünf Jahren. Wie Finanzagenturen übereinstimmend berichten, dient das Geld vor allem dem Ausbau der KI-Rechenzentrumskapazitäten und der Skalierung der nächsten GPU-Generation. Nvidia weist eine Netto-Cash-Position aus und nutzt dennoch den Anleihemarkt, um den wachsenden Investitionsbedarf im KI-Geschäft zu finanzieren. Die Nachricht schickte die Nvidia-Aktie am Montag in den USA auf ein neues Allzeithoch. Branchenkenner werten die Emission als Signal an die Halbleiterkonkurrenten AMD und Intel.

F1 GP Kanada an Antonelli, Spielberg wartet

Der Mercedes-Pilot Kimi Antonelli hat am vergangenen Sonntag den Grossen Preis von Kanada in Montréal gewonnen, Teamkollege George Russell wurde tragische Figur nach einer späten Kollision. Damit verschärft sich der Meisterschaftskampf vor dem Österreich-Wochenende in Spielberg am 28. Juni. Dort wird ein Opern-Weltstar die Nationalhymne singen, Pirelli bringt das volle Reifen-Sortiment. Hamilton, inzwischen Dritter in der Fahrerwertung, sprach vor dem Rennen von der «besten Phase» seiner Karriere. In den Schweizer Medien dominiert das Rennen die Formel-1-Berichterstattung, die Rennen in Österreich und Silverstone prägen den Juli.

Wimbledon startet kommende Woche mit erhöhtem Preisgeld

Das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt am Montag in London, die Organisatoren haben das Preisgeld um 20 Prozent auf insgesamt über 60 Millionen Pfund erhöht. Die Spielerinnen und Spieler akzeptierten die Erhöhung im Gegenzug für den Verzicht auf Drohungen mit einem Protest-Boykott. Im Vorfeld hatte der Weltranglistenerste Jannik Sinner seinen Antritt aus gesundheitlichen Gründen abgesagt, die ehemalige Spitzenspielerin Serena Williams erwägt ein Comeback. Bei den Herren gilt Carlos Alcaraz als Favorit, bei den Damen Aryna Sabalenka. Die Live-Übertragung läuft im Schweizer Fernsehen und bei Eurosport.

Schweiz bereitet sich auf längere Hitzeperiode vor

MeteoSchweiz kündigt für die zweite Wochenhälfte eine längere Hitzeperiode mit Temperaturen bis 35 Grad an, in Basel-Binningen sind absolute Junirekorde möglich. MeteoNews rechnet mit einer stabilen Hochdrucklage über Mitteleuropa, die Gewitterneigung bleibt gering. Die Trockenheit in den Alpen verschärft sich laut dem Bundesamt für Umwelt, die Waldbrandgefahr steigt in den Südtälern. Für die Landwirtschaft ist die Hitzewelle ein zweischneidiges Schwert: einerseits beschleunigt sie das Wachstum, andererseits steigt der Bewässerungsbedarf. In den Städten wird die Ozonbelastung ab Mittwoch kritische Werte erreichen.

Die Märkte heute

Der Schweizer Franken notiert zum Euro bei 0,9212, zum US-Dollar bei 0,7937. Gold handelt bei 4'333 Dollar pro Unze, ein Plus von 5,47 Prozent seit dem Vorfeld. Der MSCI World steigt um 3,77 Prozent auf 4'859,45 Punkte, befeuert von der Iran-Einigung. Bitcoin wechselt bei 65'695 US-Dollar den Besitzer, ein Tagesgewinn von 0,43 Prozent.

Ausblick auf den Tag

Im Fokus steht heute die Schweizer Politik: Der Nationalrat setzt die Beratungen zum AKW-Gegenvorschlag fort, im Ständerat beginnt die Sommersession mit Migrationsvorlagen. International blicken die Märkte auf den G7-Gipfel in Evian, der heute mit Wirtschafts- und Klimathemen fortgesetzt wird. In London tagt das britische Unterhaus zur Social-Media-Altersgrenze, Premier Keir Starmer will die Regelung für unter 16-Jährige noch diese Woche vorlegen. Und in den USA veröffentlicht die Fed am Mittwoch ihren Zinsentscheid, die Erwartungen am Markt liegen unverändert auf Stabilität.

Kap Verde schlägt Spanien, Belgien rettet Punkt gegen Ägypten

Die Fussball-Weltmeisterschaft in den USA liefert weiter Überraschungen. Am Montag schlug der 40-jährige Keeper Vozinha den Europameister Spanien mit Kap Verde 0:0, der Aussenseiter sicherte sich damit einen historischen Punkt im Turnier. Belgien rettete gegen Ägypten nach Rückstand in der Schlussphase durch ein Tor von Romelu Lukaku noch das 1:1. Uruguay kam gegen Saudi-Arabien über ein 1:1 nicht hinaus und liegt damit hinter Saudi-Arabien in der Gruppe zurück. Die Schweizer Nati bereitet sich unterdessen in Miami auf das nächste Gruppenspiel vor, Stürmer Breel Embolo hat seine Knieprobleme überwunden. Nationaltrainer Murat Yakin nominierte am Wochenende drei zusätzliche Spieler aus dem B-Kader nach.

G7 in Evian trifft auf wachsende Ungleichheit

Parallel zum G7-Gipfel in Evian veröffentlichte Oxfam einen neuen Bericht zur Vermögensverteilung. Demnach besitzen die reichsten 1 Prozent der Bevölkerung in den G7-Staaten inzwischen 47 Prozent des Gesamtvermögens, ein historischer Höchststand. Oxfam fordert eine globale Vermögenssteuer und schärfere Regulierung von Steuerflucht-Ländern. Die Organisation kritisiert die G7-Staatschefs für die zögerliche Haltung bei der Reform des internationalen Steuersystems. Der Bericht erscheint jährlich zeitgleich zum Gipfeltreffen und hat in den Vorjahren jeweils die Agenda beeinflusst. In Evian demonstrierten am Montag mehrere hundert Menschen gegen die wirtschaftliche Ungleichheit.

Britischer Premier kündigt Social-Media-Verbot für Minderjährige an

Der britische Premierminister Keir Starmer hat am Montag ein gesetzliches Verbot von Social-Media-Plattformen für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren angekündigt. Das Gesetz soll noch in dieser Woche dem Parlament vorgelegt werden und ab 2027 in Kraft treten. Betroffen sind Plattformen wie Instagram, TikTok, X und Snapchat, die in Grossbritannien ihre Algorithmen umbauen müssen. Begründet wird der Schritt mit dem starken Anstieg von Online-Belästigung, psychischen Erkrankungen und Schlafstörungen bei Minderjährigen. Britische Medien werten den Schritt als «historischen Eingriff in die digitale Selbstbestimmung», Frankreich und Deutschland beobachten das Vorhaben mit grossem Interesse.

Wetter

Heute Dienstag in Zürich 28 Grad und sonnig, am Mittag einzelne Quellwolken. In Bern 27 Grad, trocken, gegen Abend leichter Wind aus Westen. In Basel 30 Grad mit ersten Anzeichen der Hitzewelle, Ozonwerte steigen. In Genf 29 Grad und leicht bewölkt, am Lac Léman leichter Seewind. In Lugano 31 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit, in den Alpen oberhalb 2'000 Meter winterlich mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.

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