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Nacht der Entspannung, Wahlsonntag im Bundeshaus

Iran-Einigung, Schweizer Abstimmungssonntag, Hamilton im Ferrari, G7 vor Eröffnung: die Signale des Morgens.

Von der MacherPost-Redaktion 15.06.2026, 04:00 ♪ 13 Min Audio · 1'687 Wörter
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Nacht der Entspannung, Wahlsonntag im Bundeshaus

Die Schweiz hat die SVP-Initiative «Keine 10-Mio-Schweiz» klar abgelehnt. Gleichzeitig kommen aus Nahost, der Ukraine und dem G7-Gipfel in Evian Signale, die das geopolitische Klima über Nacht verändert haben. Der Iran und die USA haben sich nach monatelangem Krieg auf ein Friedensabkommen verständigt, Israel hat trotzdem die Vororte von Beirut bombardiert, und in Barcelona hat Lewis Hamilton im Ferrari seinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert. Ein Überblick über die wichtigsten Signale zum Wochenstart.

Schweiz: Deutliches Nein zur 10-Millionen-Initiative

Die Stimmbevölkerung hat die Volksinitiative «Keine 10-Mio-Schweiz» der SVP mit 54,8 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Die Vorlage wollte die ständige Wohnbevölkerung bis 2050 auf zehn Millionen Menschen deckeln. SVP-Präsident Marcel Dettling sprach nach den ersten Hochrechnungen von einem «schlechten Resultat für die Schweiz» und kündigte an, die Partei werde sich nun auf den «grossen Kampf mit der EU» konzentrieren, in dem es ebenfalls um die Zuwanderung gehen werde. Nationalrat Thomas Matter wertete das Resultat als Signal: Rund 45 Prozent Ja-Stimmen zeigten, dass «fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung die Nase voll hat». Eine zweite eidgenössische Vorlage, die Zivildienstreform, wurde angenommen. Regional sorgten die SVP-Wahlerfolge in Graubünden, Baselland und Glarus sowie die Wahl von Valérie Favre Accola in die Bündner Regierung für Schlagzeilen. Der Kanton Waadt verankerte den Mindestlohn in der Verfassung, der Kanton Bern lehnte die 147-Millionen-Franken-Sanierung des Kunstmuseums ab, in Zürich scheiterten alle drei Wohninitiativen. (Quelle: 20 Minuten, SRF)

G7 in Evian: Grossdemonstration in Genf, Macron unter Druck

Am Vorabend des G7-Gipfels in Evian haben in Genf Zehntausende gegen das Treffen der grossen Industrieländer protestiert. Vereinzelt kam es nach Polizeiangaben zu Ausschreitungen. Der französische Politologe Pascal Boniface sieht Präsident Emmanül Macron vor seinem letzten G7-Gipfel in einer schwierigen Lage: Die G7 seien gespalten, der Graben zwischen den USA und Europa tiefer als je zuvor. Konkrete Fortschritte erwartet Boniface am ehesten bei der Ukraine-Hilfe, beim zentralen Thema künstliche Intelligenz hingegen zeichne sich keine Einigung ab. Für die Schweiz ist der Gipfel auch ein logistischer Kraftakt: Während der dreitägigen Veranstaltung sind die meisten Grenzübergänge in der Region Genf geschlossen, Bauern fürchten Ernteausfälle. Am Eröffnungsabend empfängt Macron die Staatschefs in Versailles, Trump reist direkt aus Washington an. (Quelle: SRF, Kurier)

Iran-USA: Einigung auf Friedensabkommen, Blockade aufgehoben

Nach monatelangem Krieg haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung der Kampfhandlungen verständigt. Pakistan, das als Vermittler aufgetreten war, bestätigte die Einigung am späten Samstagabend. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Seeblockade in der Strasse von Hormus umgehend aufzuheben, und twitterte «let the oil flow». Offizielle Stellen sehen die Unterzeichnung noch in dieser Woche, eine erste Zeremonie könnte laut Berichten in der Schweiz stattfinden. Die Erleichterung an den Märkten war gross: Der Ölpreis gab deutlich nach, die Aktienbörsen in New York und Asien legten zu. Unklar ist, ob der Konflikt damit dauerhaft beigelegt ist, da mehrere Punkte weiter offen sind. Die iranische Bevölkerung leidet seit Monaten unter einer fast 90 Tage andauernden Internetsperre, die erst kürzlich gelockert wurde, und unter stark gestiegenen Preisen für Grundnahrungsmittel. (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 20 Minuten, AP)

Israel greift Beiruter Vororte an, Trump rügt Netanjahu

Ungeachtet der laufenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran hat die israelische Luftwaffe mehrere Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut bombardiert. Nach Angaben der libanesischen Staatsagentur NNA wurden mindestens zwei Menschen getötet und elf weitere verletzt. Die Armee sprach von Angriffen auf «Terroristen-Hauptquartiere» der Hisbollah als Reaktion auf erneuten Raketenbeschuss aus dem Libanon. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hatten den Angriff persönlich angeordnet. US-Präsident Trump äusserte Kritik, ein solcher Angriff «hätte nicht stattfinden dürfen», zumal er den frisch ausgehandelten Waffenstillstand mit dem Iran gefährden könne. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte amerikanische und israelische Stützpunkte zu «legitimen Zielen». (Quelle: Handelsblatt, Swissinfo, AP)

Ukraine: Russische Angriffe auf Kiew und Charkiw

Russland hat in der Nacht die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen angegriffen, nach ukrainischen Angaben schlugen Geschosse in mehreren Stadtteilen ein. Zuvor hatte die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters Feuer gefangen. Auch in Charkiw und in der südrussischen Region Belgorod gab es Drohnenschläge, die Strom- und Wärmeversorgung wurde in mehreren Bezirken unterbrochen. Im Mai verzeichneten die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben den höchsten Stand an verletzten und getöteten Zivilisten in der Ukraine seit April 2022. Eine diplomatische Lösung bleibt in weiter Ferne. (Quelle: SRF, Swissinfo)

SpaceX: Börsengang beschert Musk den Titel Billionär

Der Börsengang von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX am Freitag an der Wall Street gilt als der grösste in der Geschichte. Die Erstnotiz lag bei 150 US-Dollar nach einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar, zeitweise stieg der Kurs auf 176,52 US-Dollar, der Tagesschluss lag bei 161,11 US-Dollar. Damit erreichte SpaceX eine Bewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar und stieg aus dem Stand unter die sechs wertvollsten Unternehmen der Welt auf. Der Umsatz des Konzerns lag 2025 bei rund 19 Milliarden US-Dollar, der Verlust bei etwa 5 Milliarden. Mit dem Kursplus wurde Elon Musk laut US-Medien zum ersten Billionär der Geschichte. Rund 4.400 aktuelle und frühere SpaceX-Mitarbeitende dürften zu Millionären werden, etwa 400 davon zu Centimillionären. (Quelle: Handelsblatt, 20 Minuten)

KI: US-Regierung zwingt Anthropic zur Sperrung von Fable 5 und Mythos 5

Auf Anweisung der US-Regierung hat das KI-Unternehmen Anthropic den Zugriff auf seine Modelle Fable 5 und Mythos 5 für sämtliche ausländischen Nutzerinnen und Nutzer gesperrt. Als Grund wurden nationale Sicherheitsbedenken genannt, konkret eine Methode, mit der sich Schutzmechanismen der Modelle teilweise umgehen lassen sollen. Anthropic widerspricht der Darstellung und spricht von einem eng begrenzten Befund, der keinen universellen Jailbreak darstelle. Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben von einem Missverständnis aus und will innerhalb von 24 Stunden weitere Details veröffentlichen. Auch ausländische Anthropic-Mitarbeitende sind betroffen. Anthropic-CEO Dario Amodei hatte zuletzt 200 Millionen US-Dollar für die Erforschung der wirtschaftlichen Folgen von KI angekündigt, gleichzeitig schlägt das Unternehmen Massnahmen gegen jobverdrängende Effekte vor. (Quelle: Tagesschau, Deskmodder)

Formel 1: Hamilton feiert in Barcelona ersten Ferrari-Sieg

Lewis Hamilton hat im Ferrari seinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert. Beim GP von Spanien in Barcelona übernahm der Brite in der 38. Runde die Führung und brachte seinen 106. Grand-Prix-Erfolg souverän ins Ziel. Für den 41-jährigen Siebenfach-Weltmeister war es der erste GP-Sieg seit dem 28. Juli 2024 und der erste seit seinem Wechsel zu Ferrari Ende 2024. Hinter Hamilton komplettierten George Russell im Mercedes und der amtierende Weltmeister Lando Norris im McLaren das Podest, erstmals seit 1968 standen damit drei Briten ganz oben. Der bisherige WM-Leader Kimi Antonelli fiel nach fünf Siegen in Folge mit Motorproblemen aus, sein Vorsprung auf Hamilton beträgt nun noch 41 Punkte. Nico Hülkenberg (Audi) schied ebenfalls mit technischen Defekten aus. (Quelle: SRF, Motorsport-Magazin)

WM 2026: Deutschland mit 7:1 gegen Curaçao, Schweiz vor Gruppenstart

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem klaren 7:1-Sieg gegen Curaçao in die WM 2026 gestartet. Felix Nmecha traf früh, der FCZ-Spieler Joel Comenencia glich zwischenzeitlich aus, ehe Schlotterbeck per Kopf, Havertz per Elfmeter und die Offensive des DFB-Teams für klare Verhältnisse sorgten. Das 7:1 ist der höchste Sieg des bisherigen Turniers. Die Schweiz greift am Donnerstag in den Wettbewerb ein, in Gruppe B trifft das Team von Trainer Murat Yakin auf Bosnien-Herzegowina. In weiteren Samstagspartien besiegte die Elfenbeinküste Ecuador mit 1:0 durch ein spätes Tor von Diallo, Japan und die Niederlande trennten sich 2:2. Im Eröffnungsspiel hatte Schottland Haiti mit Mühe niedergerungen, die Türkei kassierte gegen Australien eine Auftaktniederlage. (Quelle: 20 Minuten, Nau.ch)

Knicks feiern erste Meisterschaft seit 53 Jahren

Die New York Knicks haben die beste Basketballliga der Welt wieder einmal ganz nach oben gebracht. Mit einem Sieg gegen die San Antonio Spurs holte das Team aus Manhattan am Samstagabend den ersten NBA-Titel seit 1973. Auf den Strassen Manhattans kam es nach Spielschluss zu tumultartigen Szenen, mehrere Busse wurden in Brand gesteckt, ein Teenager wurde angeschossen. Die Polizei sprach von «grösstenteils friedlichen» Feiern, räumte aber Ausschreitungen in mehreren Stadtteilen ein. (Quelle: AP, BBC)

David Hockney ist tot

Der britische Maler David Hockney ist am Samstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Er galt als einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart, bekannt wurde er unter anderem durch seine Poolbilder aus Los Angeles und seine frühen Arbeiten aus der Pop-Art-Bewegung. In den 1980er und 1990er Jahren prägte Hockney mit seinen grossformatigen Natur- und Stadtansichten, Collagen und digitalen iPad-Arbeiten eine ganze Künstlergeneration. Im vergangenen Jahrzehnt lebte und arbeitete der Künstler überwiegend in der Normandie. (Quelle: BBC, AP)

Skydiving-Unglück in Missouri fordert 12 Tote

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs während eines Skydiving-Ausflugs im US-Bundesstaat Missouri sind am Samstag 12 Menschen ums Leben gekommen, darunter 11 Fallschirmspringerinnen und Fallschirmspringer sowie die Pilotin. Die nationale Verkehrssicherheitsbehörde NTSB hat Ermittlungen aufgenommen, nach ersten Erkenntnissen könnte es sich um einen Triebwerksausfall kurz nach dem Start gehandelt haben. Skydiving-Flugzeuge sind in den USA nur schwach reguliert, frühere Unfälle offenbarten wiederholt Mängel bei Wartung und Sicherheitsaufsicht. (Quelle: AP, BBC)

Ebola im Kongo: Zahl der Fälle steigt weiter

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo breitet sich die Ebola-Seuche weiter aus. Die Gesundheitsbehörden meldeten zuletzt 782 bestätigte Fälle und 181 Tote. Die Erkrankungswelle konzentriert sich auf die Provinz Nord-Kivu, in der seit Jahrzehnten bewaffnete Gruppen aktiv sind und Helfer nur eingeschränkt Zugang haben. Die Weltgesundheitsorganisation hat zusätzliches Personal und Impfstoff in die Region entsandt. (Quelle: AP)

Die Märkte heute

Der Goldpreis notiert am Morgen bei 4.355,8 US-Dollar pro Unze, ein Plus von 2,25 Prozent. Der MSCI World Index steht bei 4.788,22 Punkten und legt 0,89 Prozent zu. Bitcoin kostet 65.404 US-Dollar und gewinnt 1,45 Prozent innert 24 Stunden. Der Euro fällt am Devisenmarkt auf 0,9217 Franken, der US-Dollar auf 0,7968 Franken (Quelle: Marktdaten, Stand 03:00 UTC).

Ausblick auf den Tag

In den nächsten Stunden startet der G7-Gipfel in Evian mit der ersten Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs. Am späten Nachmittag trifft US-Präsident Trump in Versailles zu einem Arbeitsdinner mit seinem Amtskollegen Macron ein, am Rande sind bilaterale Gespräche unter anderem mit Bundeskanzler Friedrich Merz geplant. In Lausanne beginnt das WTA-Turnier. Die Schweizer Börse SIX eröffnet um 09:00 Uhr, im Fokus stehen die morgen anstehenden Quartalszahlen des Luxuskonzerns Richemont. Die Wetterprognose für die Deutschschweiz verspricht Temperaturen um 24 Grad und vereinzelte Gewitter am Nachmittag. Im Fussball trifft die Schweiz am Donnerstag in Gruppe B auf Bosnien-Herzegowina, tags darauf kommt es zum Duell Brasilien gegen Marokko.

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