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USA und Iran vor Rahmenabkommen, Genf rüstet sich für den G7

Morgen-Briefing: Geopolitische Bewegung über Nacht, Schweizer Innenpolitik, WM-Auftakt und Märkte.

Von der MacherPost-Redaktion 13.06.2026, 04:00 ♪ 9 Min Audio · 1'227 Wörter
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USA und Iran vor Rahmenabkommen, Genf rüstet sich für den G7

Guten Morgen. Die Nacht brachte Bewegung in der Geopolitik: Aus Islamabad werden Durchbrüche in den USA-Iran-Gesprächen gemeldet. In der Schweiz laufen die Sicherheitsvorbereitungen für den G7-Gipfel in Évian-les-Bains auf Hochtouren, und der Bundesrat verschärft den Streit um das Frühfranzösisch an den Primarschulen. Die WM 2026 ist nach dem Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt auch für die Schweizer Gruppe eröffnet. An den Märkten legt der MSCI World leicht zu, Gold gibt nach.

USA und Iran einigen sich in Pakistan auf Eckpunkte

Nach mehreren Runden in Islamabad haben sich die USA und Iran nach pakistanischer Vermittlung auf ein Rahmenabkommen verständigt. Das berichtet unter anderem die «Tagesschau» unter Berufung auf das pakistanische Aussenministerium. Inhaltlich soll es laut SRF und Tages-Anzeiger um eine begrenzte Anreicherung, Zollkonzessionen und die Freigabe eingefrorener Milliarden gehen. Die «NZZ» spricht von einem «Verwirrspiel» Trumps, da einzelne Punkte widersprüchlich kommuniziert wurden. Ein abschliessendes Abkommen ist noch nicht unterzeichnet; eine Reaktion aus dem Weissen Haus stand am frühen Samstagmorgen aus (tagesschau.de, SRF, 12.06.).

G7-Gipfel in Évian: Genf schliesst provisorisch die Grenze zu Frankreich

Ab Samstag bereitet sich die Schweiz auf den G7-Gipfel vom 15. bis 17. Juni 2026 in Évian-les-Bains am Genfersee vor. Wie swissinfo.ch und SRF berichten, riegelt der Kanton Genf mehrere Grenzübergänge nach Frankreich ab, verstärkt die Polizeipräsenz und rechnet mit Demonstrationen, unter anderem von Klimagruppen. Die Kosten für die Schweizer Sicherheitsleistungen werden vom Bund übernommen; im Vorfeld hatte die «dialog»-Community von SRF kritisiert, die Schweiz solle nicht für den Gipfel mitbezahlen. Die «Tagesschau» erinnert an die Gewalt vom G8-Gipfel 2003 in Genf, als die Stadt tagelang unter Barrikaden lag (SWI swissinfo.ch, SRF, 12.06.).

Bundesrat verbietet Kantonen die Streichung des Frühfranzösisch

Der Bundesrat setzt seine Drohung um und verbietet den Kantonen, den Französischunterricht an der Primarschule zu streichen. Das berichtet der «Tages-Anzeiger» und bestätigen mehrere Bundeshaus-Quellen. Hintergrund ist der Entscheid des Kantons Aargau, ab dem Schuljahr 2027 stärker auf Deutschförderung zu setzen und Frühfranzösisch faktisch zurückzufahren. Der Bundesrat stützt sich auf das Sprachengesetz, das eine Landessprache ab der Primarschule vorsieht. Die «Aargauer Zeitung» spricht von einer direkten Konfrontation mit der Aargauer Regierung, die einen Volksauftrag umsetzen will (Tages-Anzeiger, Aargauer Zeitung, 12.06.).

10-Millionen-Initiative: hohe Stimmbeteiligung erwartet

Vor der Abstimmung vom Sonntag, 15. Juni 2026, zeichnet sich laut Tamedia-Umfragen eine überdurchschnittlich hohe Stimmbeteiligung an der Abstimmung zur «10-Millionen-Schweiz» ab. Die Initiative der SVP will die Zuwanderung über ein Verfassungsziel deckeln, ein indirekter Gegenvorschlag will flexible Stabilisierungsmassnahmen. Erste Umfragen deuten auf ein knappes Resultat hin. Für die Wirtschaft wäre eine Annahme laut economiesuisse mit jährlichen Verlusten von 0,3 Prozent Wachstum verbunden; das SECO hatte im Vorfeld vor einem Alleingang gegenüber der EU gewarnt (Aargauer Zeitung, SWI swissinfo.ch, 12.06.).

SpaceX startet grössten Börsengang der Welt, Musk wird Billionär

Der Börsengang von SpaceX an der Wall Street ist nach Berichten von Bloomberg und SRF der grösste IPO der Geschichte. Die Erstnotiz am Donnerstag lag deutlich über dem Ausgabepreis, am zweiten Handelstag legte die Aktie nochmals 11 Prozent zu. Damit übersteigt Elon Musks Vermögen laut «20 Minuten» und Watson erstmals die Marke von 1 Billion US-Dollar, was ihn zum ersten Dollar-Billionär der Welt macht. Die NZZ sieht in dem Hype zugleich das Risiko einer «story-getriebenen» Blasenbildung, da der Börsenwert bereits 35 Prozent über den jüngsten Privatmarkt-Bewertungen liege (SRF, Watson, NZZ, 12.06.).

WM 2026 eröffnet: Mexiko schlägt Südafrika, Krawalle in Mexiko-Stadt

Die Fussball-Weltmeisterschaft in Mexiko, den USA und Kanada ist am Freitagabend mit dem Spiel Mexiko gegen Südafrika in Mexiko-Stadt eröffnet worden. Mexiko gewann 2:0, das Spiel wurde nach schweren Ausschreitungen am Rande des Aztekenstadions mit Verletzten und Festnahmen überschattet. Bild und FAZ sprachen von Steinen, Raketen und schweren Waffen unter Demonstranten, die Polizei ging mit Tränengas vor. Jürgen Klopp kritisierte im deutschen TV das Konzept der Eröffnung. In der Schweizer Gruppe trennten sich Kanada und Bosnien-Herzegowina 1:1, Kanada rettete das Remis erst spät (Watson, FAZ, blue News, 12.06.).

Schweizer National League: Spielplan 2026/27 veröffentlicht

Die Schweizer National League hat den Spielplan für die Saison 2026/27 veröffentlicht. Meister HC Freiburg-Gottéron startet auswärts beim EHC Biel, die SCL Tigers eröffnen in Davos, der EV Zug empfängt die ZSC Lions. Das Eröffnungsspiel steigt am 10. September 2026, das Playoff-Final ist auf Mitte April terminiert. Insgesamt werden 52 Runden ausgetragen, ehe im Februar 2027 in Mailand die olympische Eishockey-Pause beginnt (Blick, SRF, 12.06.).

EU verschärft Asylsystem: Was heisst das für die Schweiz?

Das neue EU-Asylsystem ist am 12. Juni 2026 vollständig in Kraft getreten. Kernpunkte sind beschleunigte Verfahren an den Aussengrenzen, verpflichtende Solidaritätsbeiträge der Mitgliedstaaten und ein verpflichtender Verteilmechanismus für Asylsuchende. Die Schweiz ist über Schengen/Dublin an Teile des Systems angebunden, gehört aber nicht zum neuen «Solidaritätsmechanismus». Laut «Blick» und swissinfo.ch wächst der Druck auf Bern, sich finanziell stärker zu beteiligen, um die Nichteinhaltung der Verteilquoten auszugleichen. Die nächsten Verhandlungsrunden sind für September 2026 angesetzt (Blick, SWI swissinfo.ch, SRF, 12.06.).

David Hockney im Alter von 88 Jahren gestorben

Der britische Künstler David Hockney ist am Freitagabend in London gestorben. Das bestätigte sein Atelier. Hockney, 1937 in Bradford geboren, galt als einer der einflussreichsten Maler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Berühmt wurden seine Poolbilder, Doppelporträts und die iPad-Zeichnungen der 2000er-Jahre. Sein letztes grosses Werk, eine 200 Meter lange Graphic-Novel-Adaption, wird im Herbst 2026 in der Royal Academy gezeigt. Die NZZ würdigte ihn als «letzten grossen britischen Künstler des 20. Jahrhunderts» (NZZ, SRF, Spiegel, 12.06.).

Medizin: Charité testet DHEA gegen therapieresistente Depression

Die Berliner Charité hat in der Nacht zum Samstag den Start einer grossen klinischen Studie zum Hormon DHEA als Zusatztherapie bei therapieresistenter Depression bekannt gegeben. An der multizentrischen Studie nehmen 1200 Patientinnen und Patienten in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil, koordiniert wird sie von Prof. Dr. Mazda Adli. Erste Ergebnisse werden für Anfang 2028 erwartet. Parallel dazu berichten «AD HOC NEWS» und «it boltwise» über eine Kohortenstudie aus den USA, die zeigt, dass eine orthostatische Hypotonie das Alzheimer-Risiko verdreifacht, ein Befund mit möglicher Bedeutung für die Früherkennung (Charité, AD HOC NEWS, 12.06.).

Innerschweizer Schwingfest auf dem Stoos

Auf dem Stoos treffen am Sonntag beim Innerschweizer Schwing- und Älplerfest 2026 die drei Eidgenossen Fabian Staudenmann, Sven Schlegel und Mike Fanger auf die Nordwestschweizer Gäste. Im Spitzenpaarungen steigt Schlegel mit dem Appenzeller Alpiger gegen die Aargauer Gastgeber; der formstarke Appenzeller Armon Ott fordert Damian Lüscher. Übertragen wird live auf SRF 1. Für die Innerschweizer geht es um wichtige Kränze vor dem Kilchberger Schwinget Ende Juli (SRF, Schlussgang, 12.06.).

Die Märkte heute

Der MSCI World notiert am Morgen bei 4788 Punkten, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Gold fällt nach dem starken Lauf der Vorwoche um 2,2 Prozent auf 4239 US-Dollar pro Unze. Bitcoin zeigt sich mit 63'601 US-Dollar und einem Tagesplus von 0,2 Prozent nahezu unverändert. Der Euro gibt zum Franken leicht nach auf 0,9217, der US-Dollar notiert bei 0,7968 Franken. Die Referenzkurse stammen von der EZB (Frankfurt) und von CoinGecko (Stand 13.06.2026, 03:00 UTC).

Ausblick auf den Tag

Heute Vormittag veröffentlicht das Bundesamt für Statistik die Mai-Daten zur Beschäftigung. In Genf beginnt der G7-Gipfel mit den ersten bilateralen Treffen der Staats- und Regierungschefs, unter anderem mit Blick auf Iran und die Ukraine. In den Schweizer Kinos startet der neue Schweizer Film «Bündner Sturm» von Bettina Oberli. Abends öffnet die Fussball-WM in der Schweizer Gruppe mit dem Spiel Brasilien gegen Kroatien in Toronto.

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