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SpaceX an der Börse, Iran-Deal in Sicht, DAX mit Wochenplus

12 Signale des Tages: Rekord-IPO in Texas, eine Waffenruhe, die schon brüchig ist, ein EZB-Entscheid mit Folgen für Hypotheken, und der Start einer WM, die niemand so recht will.

Von der MacherPost-Redaktion 12.06.2026, 16:00 ♪ 13 Min Audio · 1'688 Wörter
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SpaceX an der Börse, Iran-Deal in Sicht, DAX mit Wochenplus

Der 12. Juni 2026 in 12 Signalen: Rekord-IPO in Texas, ein Waffenstillstand, der noch keiner ist, ein EZB-Entscheid mit Folgen für Schweizer Hypotheken, und der Auftakt einer Fussball-Weltmeisterschaft, die niemand so recht will.

SpaceX startet an der Nasdaq – grösster Börsengang der Geschichte

Die Rakete hebt ab, diesmal an der Wall Street. Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX feierte am 12. Juni 2026 seinen ersten Handelstag an der Nasdaq und landete den grössten Börsengang, den es je gab. Der Eröffnungskurs lag bei 174 Dollar, die Bewertung schnellte auf 1,75 Billionen Dollar. Am ersten Tag sprang die Aktie laut vorläufigen Zahlen um 35 Prozent. Mit dem Erlös festigt Musk seinen Status als reichster Mensch der Welt; erste Schätzungen sprechen davon, dass er mit dem SpaceX-Anteil erstmals die Schwelle von einer Billion Dollar Privatvermögen überschreitet. Für Anleger ist das Debüt ein Testfall, denn kein Unternehmen dieser Grösse ist je so schnell an die Börse gegangen. In den kommenden Wochen wollen mit OpenAI und Anthropic zwei weitere Schwergewichte der KI-Branche folgen. Der Markt nimmt den Risikoappetit auf, den die grossen Häuser seit Monaten vermissen.

Iran-Deal: Trump sagt «nahe dran», Teheran sagt «nichts final»

Die Worte aus Washington klingen nach Entspannung, die aus Teheran nach Misstrauen. US-Präsident Donald Trump erklärte am 12. Juni 2026, ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs mit dem Iran sei «sehr nahe». Irans Aussenministerium widersprach umgehend: «Nichts ist finalisiert.» Gleichzeitig verdichten sich Hinweise, wonach die US-Sanktionen gegen den Iran in den kommenden Tagen teilweise aufgehoben werden sollen. Ein Reuters-Bericht, der am Donnerstag durchsickerte, nennt konkrete Schritte zur Freigabe eingefrorener Guthaben und zur Lockerung von Öl-Exportbeschränkungen. Die asiatischen Börsen reagierten am Morgen mit einem Kurssprung: Der MSCI-Index für Asien-Pazifik (ohne Japan) legte 3,2 Prozent zu. Sollte der Deal halten, wäre es die grösste geopolitische Wende des Jahres. Sollte er platzen, dürfte der Ölpreis, der zuletzt deutlich gefallen ist, rasch wieder in die Höhe schiessen.

Libanon: Waffenruhe nach Stunden schon wieder brüchig

Kaum verlängert, schon wieder unter Beschuss. Die von den USA vermittelte Feuerpause im Libanon, die am späten Donnerstagabend in Kraft trat und laut Washington um 45 Tage verlängert werden sollte, hielt nur wenige Stunden. In der Nacht zum 12. Juni 2026 meldeten libanesische Behörden 17 Tote durch israelische Luftschläge im Süden des Landes. Die Hisbollah erklärte, die Vereinbarung abzulehnen. US-Vizepräsident JD Vance hielt parallel in Jerusalem eine Pressekonferenz mit Premierminister Benjamin Netanyahu ab und sagte, dieser «habe in einigen Punkten falsch gelegen», ohne Details zu nennen. Die Lage bleibt das, was sie seit Monaten ist: ein Pulverfass, an dessen Rand Diplomatie und Gewalt im Stundentakt wechseln.

EZB erhöht Leitzins um 25 Basispunkte – Lagarde verlangt «Bewährung»

Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag, 11. Juni 2026, die drei Leitzinssätze um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Begründet wurde der Schritt mit dem Inflationsdruck, der vom Krieg im Nahen Osten ausgehe. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach von einer Zinserhöhung «auf Bewährung». Für Sparerinnen und Sparer heisst das: höhere Tagesgeldzinsen, für Baufinanzierende in Deutschland und in der Schweiz steigen die Hypothekarzinsen weiter an. Der Franken bleibt wegen des Zinsgefälles zur Eurozone unter Druck; der EUR/CHF-Kurs notiert am 12. Juni 2026 bei 0,9217. Schweizer Exportindustrien, die einen schwachen Franken über Jahre gewohnt waren, bekommen damit kein neues Konjunkturprogramm geschenkt. Die SNB hat in diesem Umfeld kaum Spielraum für eigene Zinssenkungen.

DAX schliesst mit kräftigem Wochenplus

Der deutsche Leitindex hat eine schwankungsreiche Woche mit einem klaren Plus beendet. Am Freitag, 12. Juni 2026, notierte der DAX zeitweise bei rund 24'537 Punkten und gab im Handelsverlauf einen Teil seiner Tagesgewinne wieder ab. Über die gesamte Woche steht dennoch ein deutliches Plus zu Buche, getragen vor allem von Halbleiterwerten und der Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten. Infineon war der stärkste DAX-Wert des bisherigen Jahres; die Jefferies-Analysten hoben das Kursziel von 75 auf 96 Euro an. Auslöser ist die KI-Nachfrage, die den Chiphersteller aus dem Standort Dresden in den Mittelpunkt der europäischen Halbleiter-Rally katapultiert hat. Eine Werkserweiterung in Sachsen dürfte die Lieferketten für die kommenden zwei Jahre absichern.

WM 2026: Mexiko gewinnt Eröffnungsspiel, drei Rote Karten

Die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 ist eröffnet, mit allem, was dazugehört. Vor rund 80'000 Zuschauern im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt besiegte Co-Gastgeber Mexiko Südafrika am 12. Juni 2026 mit 2:0 (1:0). Die Partie war weniger Fussball-Geschichte als Disziplinarkrimi: Gleich drei Platzverweise wurden ausgesprochen, einer davon gegen Südafrika schon früh in der zweiten Halbzeit. Schon vor dem Anpfiff hatte ein vermeintliches Propagandavideo der türkischen Mannschaft mit dem Slogan «Gehen wir zum Fussballspiel oder in den Krieg?» für Kritik gesorgt; das türkische Sportministerium wies die Vorwürfe zurück. Shakira trat bei der Eröffnungsfeier auf und wurde von einem Teil des Publikums mit Pfiffen bedacht. Die grosse Frage bleibt: Inwieweit die USA als Hauptgastgeber der WM politisch funktionieren, ist noch offen. Donald Trump verpasste das Eröffnungsspiel; Vizepräsident JD Vance vertrat ihn in Mexiko-Stadt.

Schweiz vor der 10-Millionen-Abstimmung

In zwei Tagen wird die Schweiz über einen weltweit einmaligen Eingriff in die Einwanderungspolitik entscheiden. Am Sonntag, 14. Juni 2026, kommt die sogenannte 10-Millionen-Initiative der SVP zur Abstimmung. Sie verlangt eine gesetzliche Obergrenze für die ständige Wohnbevölkerung. Wird die Initiative angenommen, dürfte die Zuwanderung aus Deutschland und anderen EU-Ländern massiv gedrosselt werden. Erste Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die EU-Staaten bereiten sich nach Recherchen auf beide Szenarien vor; die bilateralen Beziehungen zur Schweiz, insbesondere das Personenfreizügigkeitsabkommen, stehen auf dem Spiel. Bundesbern, Basel und Zürich melden ungewöhnlich viele eingegangene Briefcouverts, was als Zeichen einer starken Mobilisierung gilt. Es ist die wichtigste migrationspolitische Abstimmung in der Schweiz seit dem Masseneinwanderungs-Referendum von 2014.

Bundesrat: Apothekenreform und Drohung an die Kantone

In Bern stand am Freitag gleich doppelt die Sprach- und Gesundheitspolitik auf der Traktandenliste. Der Bundesrat segnete die Apothekenreform ab, die es Apotheken künftig erlaubt, mehr Impfungen anzubieten und in bestimmten Fällen verschreibungspflichtige Medikamente auch ohne ärztliche Verschreibung abzugeben. Damit folgt die Schweiz einem europäischen Trend zur Aufwertung der Apotheken als niederschwellige Anlaufstellen. Gleichzeitig drohte Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider den Kantonen, die den Französischunterricht in der Primarschule abschaffen wollen: Zürich, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden haben entsprechende Beschlüsse gefasst. Die Bundesrätin kündigte eine Änderung des Sprachengesetzes an, sollte der Trend anhalten. Der Sprachenstreit zwischen Deutschschweiz und Romandie ist damit zurück auf der politischen Bühne.

Google muss für KI-Zusammenfassungen haften

Ein Urteil mit Folgen für die gesamte Suchmaschinen-Branche. Das Landgericht München I hat Google per einstweiliger Verfügung dazu verpflichtet, für fehlerhafte Inhalte in den KI-generierten «AI Overviews» zu haften. Das Suchmaschinen-Privileg, das Anbieter wie Google bisher vor Verantwortung für Drittinhalte schützt, greift nach Auffassung der Richter nicht, wenn die Antwort von einer eigenen KI stammt. Konkreter Auslöser war ein Fall, in dem die Google-KI aus einem seriösen Unternehmen einen angeblichen Skandal konstruiert hatte. Die NZZ spricht von einer «Halluzination, die aus einer ehrbaren Firma einen Betrüger macht». Google hat angekündigt, die Zusammenfassungen in Europa vorläufig stärker einzuschränken. Die Entscheidung dürfte auch für Microsofts Copilot und die neuen KI-Suchmaschinen von OpenAI zur Richtschnur werden.

Apple WWDC: solide Plattformpflege, zaghafte KI-Offensive

Apple hat auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2026 seine «bislang wichtigste Software-Offensive» vorgestellt, wie Branchenkenner die Keynote zusammenfassen. Im Zentrum steht eine deutlich überarbeitete Siri mit neuen KI-Funktionen für iPhone, iPad und Mac. Beobachter werten das Paket als «solide Plattformpflege», dem grossen KI-Hype aber schuldet Apple noch Beweise. In der Europäischen Union fehlt die wichtigste KI-Neuerung vorerst, weil Apple mit den hiesigen Digitalgesetzen hadert. Der Druck auf den Konzern wächst: Google, Microsoft und Samsung haben ihre KI-Assistenten längst tiefer in die jeweiligen Betriebssysteme integriert. Ob Apples vorsichtiger Kurs aufgeht, hängt davon ab, ob die Kunden die schrittweise Verbesserung von Siri als endgültigen Befreiungsschlag akzeptieren oder weiter auf die Konkurrenz schielen.

Thailand trauert um Prinzessin Bajrakitiyabha

Die thailändische Königsfamilie hat ein lang erwartetes, aber schweres Kapitel abgeschlossen. Prinzessin Bajrakitiyabha, älteste Tochter von König Maha Vajiralongkorn (Rama X.), ist am 12. Juni 2026 nach mehr als drei Jahren im Koma gestorben. Sie wurde 47 Jahre alt. Die Prinzessin war im Dezember 2022 beim Training mit ihren Hunden zusammengebrochen und seither nicht mehr aus dem Koma erwacht. Bajrakitiyabha galt als beliebtestes Mitglied der Königsfamilie und war eine ausgebildete Juristin, die sich international für Frauengefängnis-Reformen eingesetzt hatte. Ihr Tod wirft Fragen der Thronfolge neu auf, denn der designierte Kronprinz, ihr Bruder Dipangkorn Rasmijoti, gilt als zurückgezogen. Die thailändische Regierung ordnete eine 100-tägige Trauerperiode an.

Geldpolitik USA: Fed bleibt voraussichtlich stabil

Die US-Notenbank dürfte beim Zinstreffen in dieser Woche die Zinsen stabil halten. Nach den Senkungen im vergangenen Jahr warten die Währungshüter nun erst einmal ab. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Fed im Jahr 2026 zwei weitere Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte vornehmen wird, sofern die Konjunktur mitspielt. Spannend wird die Frage, inwieweit Präsident Trump die Unabhängigkeit der Notenbank offen unter Druck setzt. Im Hintergrund laufen politische und juristische Debatten, die das Standing von Notenbankchef Jerome Powell schwächen könnten. Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger bleibt die Fed-Politik ein entscheidender Faktor, weil sie über den USD/CHF-Kanal (aktuell 0,7968) direkt auf die Bewertung von US-Aktien in Franken durchschlägt.

Die Märkte heute

Der MSCI World notiert am 12. Juni 2026 bei 4'790,91 Punkten, ein Plus von 0,73 Prozent gegenüber dem Vortag. Gold gibt nach einer mehrtägigen Rally um 3,05 Prozent auf 4'203,50 Dollar pro Unze nach. Die Gewinnmitnahmen sind ein typisches Signal dafür, dass Anleger Risikoappetit zurückgewinnen. Bitcoin notiert bei 63'895 Dollar, ein Tagesplus von 1,87 Prozent. Der Euro fällt auf 0,9217 Franken, der US-Dollar auf 0,7968 Franken; das Zinsgefälle zur EZB und die Aussicht auf einen Iran-Deel setzen den Franken unter Druck. Der DAX liegt im Wochenverlauf deutlich im Plus, getragen von Halbleiterwerten und Hoffnung auf Geopolitik-Entspannung.

Ausblick auf Samstag und Sonntag

Am Samstag stehen im Rahmen der WM 2026 die nächsten Gruppenspiele an, darunter Auftritte der favorisierten Mannschaften aus Brasilien und Frankreich. In der Schweiz beginnt die Schlussphase des Abstimmungskampfs um die 10-Millionen-Initiative; die letzten Umfragen werden am Samstagabend veröffentlicht. Am Sonntag öffnen die Urnen, zeitgleich mit dem ersten grossen europäischen Zinsentscheid des Folgequartals. Die Woche endet damit, wie sie geopolitisch begonnen hat: mit der Frage, ob der Iran-Deal hält und welche Wellen er durch die globale Wirtschaft schlagen wird. Die Antwort darauf werden wir am Montag an den Börsen lesen können.

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