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Trump preist Iran-Deal an, Teheran bremst

Mittags-Update: Iran widerspricht Trump zur Hormuz-Einigung, SpaceX vor 1,8-Bio-IPO, britische Wirtschaft schrumpft.

Von der MacherPost-Redaktion 12.06.2026, 10:00 ♪ 15 Min Audio · 1'974 Wörter
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Trump preist Iran-Deal an, Teheran bremst

Die Hoffnung auf ein Ende des Nahost-Konflikts hat am Freitagvormittag die globalen Märkte bewegt. Die US-Regierung spricht von einer erzielten Einigung, Iran widerspricht. Parallel bereitet sich der grösste Börsengang der Geschichte vor, die britische Wirtschaft schrumpft, und im Aztekenstadion ist die Fussball-Weltmeisterschaft eröffnet worden. In Asien fallen Urteile, in Südkorea büsst die Datenschutzbehörde einen Online-Riesen, und in Peking unterstellt die Regierung dem US-Geheimdienst den Einsatz von «Spionage-Schildkröten».

Iran widerspricht Trump zu Hormuz-Deal

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstagabend erklärt, eine «grosse Einigung» mit Iran stehe kurz bevor. Die iranische Regierung wies die Darstellung am Freitagmorgen zurück. Ein hochrangiger Beamter in Teheran sagte der BBC, es sei «nichts» finalisiert. Berichte über ein Abkommen seien «spekulativ». Nach Angaben der iranischen Staatsagentur IRNA sieht ein Entwurf vor, die Strasse von Hormuz wieder vollständig für den Schiffsverkehr zu öffnen und US-Sanktionen gegen iranisches Öl schrittweise aufzuheben. Im Gegenzug solle Iran sein Nuklearprogramm einschränken und die Anreicherung von Uran auf unter 3 Prozent senken. Die Preise für Brent-Öl gaben im asiatischen Handel um 3 Prozent nach, erholten sich aber, als Teheran die Substanz der Meldung bestritt. Die Strasse von Hormuz, durch die rund 20 Prozent des globalen Ölhandels laufen, war seit Anfang Juni faktisch blockiert (BBC, CNBC, 12.6.).

SpaceX sammelt 75 Mrd. Dollar für grössten Börsengang aller Zeiten

Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX hat im Vorfeld seines Börsengangs an der Nasdaq 75 Mrd. US-Dollar bei Investoren eingesammelt. Die Bewertung liegt nach Berechnungen von CNBC bei rund 1,8 Bio. Dollar. Es wäre der grösste IPO der Geschichte und überträfe den bisherigen Rekordhalter, den Börsengang des saudischen Ölriesen Aramco aus dem Jahr 2019 (25,6 Mrd. Dollar), um ein Vielfaches. SpaceX hat das Privatkunden-Kontingent nach Angaben einer mit der Transaktion vertrauten Person auf einen niedrigen 20-Prozent-Bereich gekürzt. Institutionelle Investoren erhalten den Löwenanteil. Mit dem Erlös soll der Ausbau des Starlink-Satellitennetzes und die Entwicklung des Mars-Raketenprogramms Starship finanziert werden. Der Sprung an die Börse dürfte Musk zum ersten Dollar-Billionär der Welt machen. Beobachter werten den Schritt als «Referendum» über das Geschäftsmodell des Konzerns, der bislang vor allem von staatlichen Aufträgen der Nasa und des Pentagon lebt (BBC, CNBC, 12.6.).

Britische Wirtschaft schrumpft im April

Die britische Wirtschaft ist im April erstmals seit Monaten geschrumpft. Das Bruttoinlandprodukt sank nach vorläufigen Daten des Office for National Statistics um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Hauptgrund waren die Folgen des Iran-Kriegs für Unternehmen mit Aktivitäten im Nahen Osten, die unter steigenden Energiepreisen und Unsicherheit in der Schifffahrt litten. Auch die Industrieproduktion ging um 0,4 Prozent zurück, der Dienstleistungssektor stagnierte. Premierminister Keir Starmer sprach von einer «harten», aber vorübergehenden Phase. Die britische Notenbank Bö steht laut Marktteilnehmern vor der Entscheidung, ob sie den Leitzins bei ihrer nächsten Sitzung am 19. Juni weiter senkt. Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte gilt als möglich. Das Pfund Sterling verlor nach den Daten 0,3 Prozent gegenüber dem US-Dollar (BBC, 12.6.).

LVMH springt, Luxuswerte legen zu

Die Aussicht auf ein Ende des Iran-Konflikts hat am Freitagmorgen die Luxus-Branche beflügelt. LVMH, Eigentümer von Louis Vuitton und Dior, legte im Pariser Handel fast 5 Prozent zu. Auch Aktien von Kering, Hermès und Richemont zogen an. Der Mittlere Osten war in den vergangenen Jahren einer der am stärksten wachsenden Märkte für hochwertige Konsumgüter, litt in den letzten Wochen aber unter der Eskalation. Die Schweizer Richemont, Heimat von Cartier und IWC, notierte in Zürich rund 3,2 Prozent im Plus und gehört damit zu den Profiteuren auf dem heimischen Parkett. Auch die Aktie des Genfer Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan profitierte mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent. Der breite Schweizer Marktindex SMI stieg um 0,6 Prozent (CNBC, 12.6.).

Hugo Boss: Milliardär Mike Ashley will ganz übernehmen

Der britische Sportartikelhändler Frasers Group des Milliardärs Mike Ashley hat ein offizielles Übernahmeangebot für den deutschen Modekonzern Hugo Boss vorgelegt. Das Gebot beziffert sich auf 1,73 Mrd. britische Pfund. Frasers hält bereits 25 Prozent an Hugo Boss und will den Rest der Aktionäre auszahlen. Hugo Boss mit Sitz in Metzingen (Baden-Württemberg) beschäftigt weltweit rund 19'000 Mitarbeitende. Die Führung des Modekonzerns hat das Angebot bisher als «unattraktiv» zurückgewiesen. Analysten werten die Offerte als Versuch, ein renommiertes deutsches Markenunternehmen unter britische Kontrolle zu bringen (BBC, 11.6.).

Thailand trauert um Kronprinzessin Bajrakitiyabha

Die thailändische Kronprinzessin Bajrakitiyabha Mahidol ist im Alter von 47 Jahren gestorben. Sie war die älteste Tochter von König Maha Vajiralongkorn und seit Dezember 2022 nach einem Zusammenbruch beim Hundetraining im Koma gelegen. Die Nachricht löste im ganzen Land Trauer aus. Die Thailänder tragen traditionell in Trauerperioden violette oder schwarze Kleidung. Die Kronprinzessin galt als mögliche Thronfolgerin und war vor allem für ihre Arbeit in den Bereichen Strafvollzug und Frauenförderung international bekannt. Sie studierte in den USA und arbeitete für die Vereinten Nationen in Wien. Sie starb am späten Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Krankenhaus in Bangkok. Das Königshaus ordnete eine einjährige Trauerperiode an (BBC, Guardian, 12.6.).

Südkorea: 30 weitere Jahre Haft für Ex-Präsident Yoon

Ein Gericht in Seoul hat den bereits inhaftierten früheren Präsidenten Yoon Suk Yeol am Freitag wegen einer Drohnenoperation gegen Nordkorea zu 30 weiteren Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, Yoon habe den Einsatz befohlen, um Pjöngjang zu provozieren und einen Vorwand für die Verhängung des Kriegsrechts zu schaffen. Damit steigt die Gesamtstrafe gegen den 65-Jährigen auf mehr als 40 Jahre. Die Verurteilung vertieft die Spaltung im Land. Seine Anhänger werfen dem Gericht politische Motivation vor. Yoon war im Dezember 2024 nach einem gescheiterten Versuch, das Kriegsrecht auszurufen, festgenommen worden. Die oppositionelle Demokratische Partei fordert unterdessen Neuwahlen (BBC, 12.6.).

Drei indische Seeleute bei US-Angriff auf Tanker getötet

Beim US-Militärschlag gegen einen unter Palau-Flagge fahrenden Öltanker im Golf von Oman sind am Mittwoch drei indische Besatzungsmitglieder getötet worden. Die US-Streitkräfte hatten das Schiff beschossen, nachdem es Anweisungen nicht befolgt haben soll. Indiens Aussenministerium bestellte den US-Botschafter ein und verlangte eine vollständige Aufklärung. Die indische Marine hat ein Patrouillenschiff in die Region entsandt, um die verbleibende Besatzung zu bergen. Der Vorfall belastet die Beziehungen zwischen Washington und Neu-Delhi in einer ohnehin angespannten Phase. Indien bezieht einen Grossteil seines Öls aus dem Nahen Osten und ist auf sichere Schifffahrtsrouten angewiesen (BBC, 12.6.).

Fussball-WM in Mexiko mit Roten Karten eröffnet

Im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt ist am Donnerstagabend die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 mit dem Spiel Mexiko gegen Südafrika eröffnet worden. Mexiko gewann 2:0, doch das Ergebnis geriet zur Nebensache. Drei Spieler wurden vom Platz gestellt, so viele wie in einem WM-Eröffnungsspiel noch nie. In der Stadt kam es nach der Eröffnungsfeier mit Auftritten von Shakira und anderen Stars zu vereinzelten Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Die Sicherheitslage gilt als eines der grossen Risiken für das Turnier, das in Mexiko, den USA und Kanada ausgetragen wird. Insgesamt werden 48 Mannschaften um den Titel spielen. Englands Star Jude Bellingham sagte vor dem ersten englischen Gruppenspiel: «Wir müssen Liebe spüren.» England trifft am Sonntag auf Kroatien. Die gesamte WM-Organisation wird vom Wirtschaftsvolumen her als das «verrückteste» aller Zeiten beschrieben (BBC, 12.6.).

ChatGPT erreicht eine Milliarde monatliche Nutzer

Der KI-Dienst ChatGPT hat nach Angaben des Betreibers OpenAI im Mai 2026 erstmals die Marke von einer Milliarde monatlichen Nutzern überschritten. Damit ist ChatGPT die am schnellsten wachsende Verbraucheranwendung der Technologiegeschichte und liegt in der Grössenordnung von Instagram, das für den gleichen Schritt rund acht Jahre brauchte. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass das öffentliche Vertrauen in KI-Anwendungen in mehreren westlichen Ländern sinkt, insbesondere wegen Bedenken zu Datenschutz, Energieverbrauch und der Verbreitung synthetischer Inhalte. In Kanada hat eine Mutter OpenAI verklagt, weil ChatGPT ihrer Tochter Suidizid-Anleitungen gegeben haben soll. OpenAI bereitet unterdessen einen eigenen Börsengang vor, der laut Insidern für 2027 erwartet wird. Der Wert des Unternehmens wird auf über 500 Mrd. Dollar geschätzt (CNBC, Guardian, 12.6.).

China wirft «Spionage-Schildkröten» den USA vor

Die chinesische Regierung hat am Freitag den US-Geheimdiensten vorgeworfen, im chinesischen Küstengewässer mit Hilfe von Tieren Aufklärung zu betreiben. Eine Aussenamtssprecherin sprach von «Spionage-Schildkröten» und «Spionage-Fischen», die mit Sensoren ausgestattet seien. Belegt wurden die Vorwürfe nicht. In Diplomatenkreisen in Peking werden sie als Teil einer breiteren Propagandakampagne gewertet, mit der die Spannungen in der Taiwan-Strasse und im Südchinesischen Meer begründet werden sollen. China und die USA haben seit Monaten einen laufenden Streit über Cyber-Spionage und Satelliten-Aufklärung. Auch in Europa mehren sich Berichte, wonach chinesische Fischereiflotten in der Nähe kritischer Unterwasserkabel operieren (Guardian, 12.6.).

Südkorea verhängt Rekordbusse über Onlinehändler

Südkoreas Datenschutzbehörde hat gegen den Onlinehändler Coupang eine Busse in Höhe von umgerechnet 400 Mio. US-Dollar verhängt. Hintergrund ist ein Datenleck, von dem rund 37,5 Mio. Nutzer betroffen waren. Es handle sich um die höchste Busse, die in dem Land jemals gegen ein E-Commerce-Unternehmen verhängt wurde, teilte die Behörde mit. Coupang, in den USA auch als «Korean Amazon» bekannt, muss zudem seine Sicherheitssysteme umbauen. Die Aktie verlor im Seouler Handel vorbörslich rund 6 Prozent. Der Fall hat in Südkorea eine Debatte über die Datensicherheit grosser Online-Plattformen ausgelöst (BBC, 12.6.).

Papst Leo XIV. wirbt auf den Kanaren für Migranten

Papst Leo XIV. hat am Donnerstag die Kanarischen Inseln besucht, um auf die gefährliche Überfahrt afrikanischer Migranten aufmerksam zu machen. Auf der Insel Teneriffa sprach er mit Überlebenden, die in seeuntauglichen Booten aus Senegal und Mauretanien aufgebrochen waren. Nach UN-Angaben starben in diesem Jahr bereits mehr als 1'200 Menschen im Atlantik bei dem Versuch, die spanischen Inseln zu erreichen. Der Papst rief die europäische Politik zu einem «würdevollen Empfang» auf. Spanien hat in den letzten Monaten seine Aufnahmekapazitäten deutlich hochgefahren (BBC, 11.6.).

EU zwingt Meta zur Öffnung von WhatsApp für KI-Konkurrenz

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag eine formelle Verfügung gegen den US-Konzern Meta erlassen. Meta muss seine Messenger-Plattform WhatsApp für konkurrierende KI-Chatbots öffnen, wie aus einer Mitteilung in Brüssel hervorgeht. Hintergrund ist der Digital Markets Act, der grosse Plattformen zur Interoperabilität verpflichtet. Meta hat drei Monate Zeit, die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Das Unternehmen kündigte an, gegen die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen. Die Schweizer Wettbewerbskommission WEKO beobachtet das Verfahren mit Interesse, eine eigene Öffnungspflicht gibt es hier nicht (BBC, 9.6.).

Wetter in Mitteleuropa: Wärme am Wochenende, keine Hitzewelle

Nach einem ungewöhnlich nassen Start in den Juni kehrt über Mitteleuropa am Wochenende der Sommer zurück. In der Schweiz und in Deutschland werden am Samstag und Sonntag Höchstwerte zwischen 24 und 29 Grad erwartet, im Tessin lokal bis 31 Grad. Eine eigentliche Hitzewelle mit Werten über 35 Grad ist nach Angaben von MeteoSchweiz vorerst nicht in Sicht. Die Niederschläge der vergangenen Wochen haben die Trockenheit in weiten Teilen der Schweiz und Süddeutschlands gemildert. Die Waldbrandgefahr bleibt in einigen Kantonen dennoch erhöht (BBC Weather, 12.6.).

Grossbritannien startet grösste Meningitis-Impfkampagne seit Jahren

Der britische Gesundheitsdienst NHS beginnt am Montag mit einer landesweiten Impfkampagne gegen Meningokokken B, von der rund 1 Mio. junge Menschen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren profitieren sollen. Hintergrund ist ein Anstieg der Fälle im vergangenen Winter. Erfasst werden sollen insbesondere Studierende, die in Wohngemeinschaften leben. Das Impfprogramm kostet die öffentliche Hand rund 80 Mio. Pfund. In der Schweiz empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit BAG die Impfung gegen Meningokokken B bisher nur für Risikogruppen (BBC, 12.6.).

Die Märkte heute

Der Schweizer Leitindex SMI notiert am Mittag freundlich, gestützt vor allem von Richemont, das im Sog der LVMH-Rallye um 3,2 Prozent zulegt. Der Goldpreis gibt leicht nach auf 4'239,90 US-Dollar pro Unze, ein Minus von 2,21 Prozent gegenüber dem Vortag. Der MSCI World steigt um 0,29 Prozent auf 4'769,91 Punkte. Bitcoin notiert bei 63'393 US-Dollar, ein Plus von 0,85 Prozent in 24 Stunden. Der Euro steht bei 0,9221 Franken, der US-Dollar bei 0,7993 Franken (Stand EZB-Referenz 11.6.).

Ausblick

Am Nachmittag richtet EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Frankfurt eine Rede zur Geldpolitik aus. In den USA werden die Erzeugerpreise für Mai veröffentlicht, in der Schweiz die Konsumentenstimmung. Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran bleiben das dominierende Thema: Sollte sich das iranische Dementi verfestigen, dürfte der Rückschlag an den Energie- und Aktienmärkten am Nachmittag grösser ausfallen. Am Abend veröffentlicht die FIFA das detaillierte Sicherheitskonzept für die WM-Spielorte in Mexiko. In London beginnt der G7-Gipfel der Aussenminister mit dem Schwerpunkt Ukraine.

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