Der Kollaps einer Währung in zehn Akten. Und was er für jeden erklärt, der eine Notenbank ernst nimmt.
Im November 1923 kostete ein US-Dollar 4'210'500'000'000 Papiermark. Ein Brotlaib in Berlin wechselte für 200 Milliarden Mark den Besitzer, und das war am Tag. Wer sein Gehalt am Morgen holte und am Nachmittag einkaufen wollte, hatte schon einen Lohnverlust erlitten. Das Phänomen trägt einen Namen, der in keinem Lehrbuch fehlt: Hyperinflation. Was am 15. Oktober 1923 in einer Berliner Verordnung seinen Anfang nahm, endete am 20. November 1923 mit dem Tod des Reichsbankpräsidenten Rudolf Havenstein. Es war zugleich der Beginn einer kleinen Revolution, die in elf Tagen die grösste Geldkatastrophe der Zwischenkriegszeit stoppte. Wer verstehen will, warum Notenbanken unabhängig sein müssen, warum Defizite in Papierwährung gefährlich sind, und warum der Schweizer Franken eine ganz eigene Stabilitätsgeschichte schrieb, muss diese zehn Tage kennen. Hier sind zehn Sätze aus diesem Bericht, die das Rätsel in einem Satz auflösen. Jetzt der Reihe nach.