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Mittagsausgabe: Angriffe auf Iran, Boersen unter Druck, SpaceX vor Mega-IPO

USA fliegen zweite Welle, Ölpreis steigt, EZB vor Zinsentscheid, SpaceX-IPO rückt naeher

Von der MacherPost-Redaktion 11.06.2026, 10:00 ♪ 12 Min Audio · 1'608 Wörter
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Mittagsausgabe: Angriffe auf Iran, Börsen unter Druck, SpaceX vor Mega-IPO

Zwischen Golf und Börsenparkett verschärft sich die Lage. Die wichtigsten Entwicklungen des Vormittags.

Krieg am Golf: USA fliegen neue Angriffe, drei indische Seeleute getötet

Das US-Militär hat in der Nacht auf Donnerstag eine zweite Angriffswelle gegen Ziele im Iran geflogen. Präsident Donald Trump erklärte die Operation am späten Mittwochabend für beendet, kündigte aber weitere Schläge an, sollten die Revolutionsgarden ihre Stellungen wieder aufbauen. In der Folge geriet ein Öltanker unter indischer Flagge vor der Küste Omans in einen US-Beschuss. Drei indische Seeleute kamen ums Leben, die Regierung in Neu-Delhi bestellte den US-Botschafter ein. Die iranische Führung schloss Vergeltung nicht aus, die Strasse von Hormus blieb laut US-Angaben offen, Teheran sprach von einer vollständigen Sperrung. Der Ölpreis stieg im frühen Handel auf 92 Dollar je Fass Brent, Europa bereitet sich auf mögliche Lieferengpässe vor. Bundeskanzler Friedrich Merz signalisierte Bereitschaft, sich an einer Sicherung der Meerenge zu beteiligen. Die Preise an den Zapfsäulen dürften in den kommenden Tagen spürbar steigen, die EZB steht damit vor einer schwierigen Inflationsabwägung.

SpaceX vor grösstem Börsengang der Geschichte

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk bereitet seinen Börsengang an der Nasdaq vor. Mit einer erwarteten Bewertung von rund 1,5 Billionen Dollar wäre es der grösste IPO aller Zeiten, noch vor dem saudischen Staatsfonds und dem chinesischen Alibaba. Die Privatplätzeierung lief bereits im Vorfeld auf Hochtouren, Investoren aus dem Silicon Valley und von der Wall Street reissen sich um die Anteile. Auch klassische Handwerksbetriebe und Ingenieurspensionen aus dem Mittleren Westen gehören zu den stillen Profiteuren, die über Beteiligungsfonds mit dabei sind. Die Erstnotiz an der Nasdaq wird für die zweite Julihälfte erwartet. Banken wie Morgan Stanley, Goldman Sachs und JP Morgan teilen sich das Mandat und könnten zusammen bis zu 800 Millionen Dollar an Gebühren einstreichen. Der Schritt gilt als Lackmustest für die Risikobereitschaft der Märkte nach einer Phase vorsichtiger Erholung.

Commerzbank-Übernahme: UniCredit erhöht Druck auf Bundesregierung

Die italienische Grossbank UniCredit hat ihren Anteil an der Commerzbank auf knapp 28 Prozent ausgebaut und fordert erneut Gespräche über eine Übernahme. Vorstandschef Andrea Orcel argumentiert öffentlich, der Schritt sei ein normaler Vorgang auf dem europäischen Bankenmarkt. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz lehnt eine Komplettübernahme weiterhin ab und pocht auf den Erhalt des Frankfurter Standorts sowie der bestehenden Belegschaft. Wirtschaftsweise und Industrievertreter warnen vor einem Verlust strategischer Schlüsseltechnologien, falls die Commerzbank vollständig in italienische Hand gerät. Die italienische Regierung wiederum unterstützt UniCredit-Chef Orcel. Die nächsten Wochen dürften hart werden, ein Kompromiss zeichnet sich nicht ab.

Ukraine: Drohnenangriff auf russische Raffinerie, Saporischja vom Netz

Die ukrainische Armee hat in der Nacht auf Donnerstag eine Raffinerie in Südrussland mit Drohnen angegriffen und nach eigenen Angaben schwere Schäden angerichtet. Parallel meldete die IAEO, das Atomkraftwerk Saporischja sei erneut vom Stromnetz getrennt worden und werde nur noch über Notstrom versorgt. Direktor Rafael Grossi rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. In Kiew wertet man die Angriffe als notwendige Vergeltung für den Beschuss ziviler Ziele in der Ukraine. Die Lage an der Front bleibt angespannt, insbesondere um die Stadt Pokrowsk im Osten des Landes. Russland feuerte nach ukrainischen Angaben über 100 Drohnen auf mehrere Regionen, die Luftabwehr konnte nicht alle abfangen. Die humanitäre Lage in den betroffenen Gebieten verschlechtert sich zusehends.

EZB vor Hochzinsentscheid: Lagarde unter Inflationsdruck

Die Europäische Zentralbank trifft sich heute zur geldpolitischen Sitzung in Frankfurt. Präsidentin Christine Lagarde steht vor einer schwierigen Abwägung: Der jüngste Ölpreisanstieg heizt die Inflation wieder an, gleichzeitig schwächelt die Konjunktur im Euroraum spürbar. Volkswirte rechnen mehrheitlich damit, dass die EZB die Zinsen unverändert lässt, zugleich aber den Ton verschärft und weitere Erhöhungen signalisiert. Besonders im Fokus steht die Frage, ob Lagarde die Teuerung dauerhaft in den Griff bekommt oder ob eine zweite Welle droht. Die Schweizerische Nationalbank beobachtet die Entwicklung genau und dürfte ihren Zinspfad ebenfalls anpassen. Für den Franken bedeutet das kurzfristig Stärke gegenüber dem Euro, mittelfristig bleibt die Zinsdifferenz entscheidend.

UBS reorganisiert Region Wallis nach Weggang wichtiger Kundenberater

Die UBS hat in der Region Wallis eine umfassende Reorganisation ihres Wealth-Management-Geschäfts eingeleitet. Hintergrund ist der Abgang mehrerer erfahrener Kundenberater, die mit einem Teil ihrer Kundenmandate zur lokalen Konkurrenz gewechselt sind. Die Grossbank will betroffene Kunden künftig aus dem Hauptsitz in Zürich betreuen und die physische Präsenz im Wallis reduzieren. Mitarbeitende wurden bereits informiert, ein Sozialplan ist in Verhandlung. Der Schritt ist Teil eines grösseren Sparkurses, mit dem CEO Sergio Ermotti die Kostenbasis um mehrere hundert Millionen Franken senken will. Kunden aus dem Wallis, die teils seit Generationen bei der UBS sind, reagieren verunsichert. Die Konkurrenz aus Genf und Lugano sieht darin eine Chance, Marktanteile zurückzugewinnen.

Degussa: Führungswechsel an der Spitze des Edelmetallhändlers

Beim deutschen Edelmetallhändler Degussa kommt es zu einem abrupten Führungswechsel. Sowohl der CEO als auch der Finanzchef verlassen das Unternehmen mit sofortiger Wirkung, wie aus einer internen Mitteilung hervorgeht. Als Grund werden unterschiedliche Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung genannt. Der Verwaltungsrat sucht bereits Nachfolger, interimistisch übernimmt der Vorsitzende die Geschäfte. Degussa betreibt Filialen in mehreren Schweizer Städten und gehört zu den grössten unabhängigen Anbietern für Gold- und Silberprodukte im deutschsprachigen Raum. Der Abgang kommt für den Markt überraschend, da das Unternehmen zuletzt solide Geschäftszahlen präsentiert hatte.

Vontobel: Starke Eigenwerbung gegen den Branchentrend

Der CEO der Bank Vontobel, Georg Schubiger, hat sich in einem Interview kritisch über die Bescheidenheit der Schweizer Vermögensverwalter geäussert. Er ärgere sich, dass viele Häuser ihre Stärken kleinredeten, sagte Schubiger. Die Zürcher Privatbank sieht sich nach eigener Darstellung gut positioniert für den grossen Vermögenstransfer, der in den kommenden Jahren auf die Branche zukommt. Schätzungen zufolge gehen in der Schweiz rund eine Billion Franken an die nächste Generation über. Vontobel investiert massiv in digitale Plattformen und Künstliche Intelligenz, um junge vermögende Kunden besser anzusprechen. Die Konkurrenz aus Genf und Liechtenstein beobachtet die Entwicklung mit einer Mischung aus Respekt und Skepsis.

Deutsche Wirtschaft: Reformgespräche im Kanzleramt ohne Ergebnis

Bundeskanzler Merz hat am Mittwochabend Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften ins Kanzleramt geladen, um über Reformen zu beraten. Am Ende standen Absichtserklärungen, aber keine konkreten Ergebnisse. Wirtschaftsverbände forderten Steuersenkungen und einen schnelleren Mittelabfluss aus dem Sondervermögen für Infrastruktur. Die Gewerkschaften pochten auf höhere Löhne und einen besseren Kündigungsschutz. Besonders der Industriestandort Deutschland steht unter Druck, da Energiekosten und Bürokratie weiter steigen. Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel zuletzt auf den tiefsten Stand seit Anfang 2025. Merz kündigte weitere Gespräche für Juli an, eine Trendwende ist vorerst nicht in Sicht.

Nordirland: Ausschreitungen nach Messerattacke halten an

In mehreren nordirischen Städten kam es in der zweiten Nacht in Folge zu schweren Ausschreitungen. Auslöser war eine Messerattacke auf ein Mädchen in einer Kleinstadt nahe Belfast. Zwölf Polizisten wurden verletzt, Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung und Brandstiftung. Die Spannungen zwischen protestantischen und katholischen Gemeinschaften, die seit dem Karfreitagsabkommen von 1998 weitgehend befriedet schienen, drohen wieder aufzubrechen. Die britische Regierung verurteilte die Gewalt, Innenministerin Shabana Mahmood kündigte eine Verstärkung der Polizeipräsenz an. Wirtschaftliche Sorgen und eine wachsende Jugendarbeitslosigkeit gelten als Nährboden für die Eskalation.

Angebotsmieten in der Schweiz steigen kaum noch

Nach Jahren steigender Mieten hat sich der Schweizer Mietmarkt im Mai spürbar beruhigt. Laut dem neuesten Index von Wüest Partner stiegen die Angebotsmieten schweizweit nur noch um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In Genf und Zürich lagen die Zuwächse leicht darunter, in ländlichen Kantonen waren die Mieten teils rückläufig. Die Leerstände haben sich leicht erhöht, was Vermieter zu Zugeständnissen zwingt. Der Referenzzinssatz bleibt unverändert, die SNB sieht keinen akuten Handlungsbedarf. Für Mieterinnen und Mieter bedeutet die Entwicklung eine Atempause, ein echtes Ende des Mietwachstums ist allerdings noch nicht in Sicht.

Festhypotheken: Zinsentwicklung zeigt nach oben

Die Zinsen für Schweizer Festhypotheken steigen seit Wochenbeginn wieder leicht an. Wer heute eine 10-jährige Festhypothek abschliesst, zahlt im Schnitt 1,9 Prozent, Anfang Jahr waren es noch 1,6 Prozent. Hintergrund ist die EZB-Sitzung und der jüngste Ölpreissprung, der die Inflation in der Eurozone anheizt. Die SNB dürfte mittelfristig nachziehen, was die Hypothekarzinsen weiter unter Druck setzt. Banken empfehlen, aktuelle Anschlüsse bald zu prüfen und gegebenenfalls zu verlängern. Besonders betroffen sind Familien, die in den nächsten Monaten eine Anschlussfinanzierung benötigen.

Sport: WM-Auftakt, DFB vor Eröffnungsspiel

Die Fussballweltmeisterschaft 2026 beginnt am Donnerstagabend in Mexiko-Stadt mit dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Mexiko und einem noch zu bestimmenden Gegner. Die deutsche Nationalmannschaft unter Bundestrainer Julian Nagelsmann trifft am Samstag auf Japan. Bundestagspräsidentin Klara Geywitz wird das Team nach Mexiko begleiten. Bund und DFB erhoffen sich ein Sommermärchen, die Stimmung im Land ist verhalten, die Erwartungen sind niedrig. Parallel laufen die Vorbereitungen für den Confederations Cup 2027, der in Saudi-Arabien stattfinden soll. Die ersten Gruppenspiele beginnen am Freitag, die Übertragungsrechte liegen bei MagentaTV und der ARD.

Die Märkte heute

Der SMI notiert am Mittag bei 13'525 Punkten, ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Der DAX liegt bei 24'196 Zählern, knapp behauptet, während der breite MSCI World bei 201 US-Dollar steht, in Franken umgerechnet rund 161 Franken pro Anteil. Gold kostet aktuell 3'285 Franken die Unze, der Preis gab nach den Vortagesgewinnen leicht nach. Bitcoin wechselt bei rund 50'300 Franken den Besitzer, ein Plus von knapp 3 Prozent innert 24 Stunden. Der US-Dollar steht bei 0,80 Franken, der Euro bei 0,92 Franken. Die grossen Bewegungen bleiben aus, die Anleger warten auf den Ausgang der EZB-Sitzung am Nachmittag.

Ausblick

Am Nachmittag richtet sich der Blick auf die EZB-Zinsentscheidung um 14:15 Uhr und die anschliessende Pressekonferenz von Christine Lagarde. Am späten Abend folgen die üblichen US-Konjunkturdaten sowie der wöchentliche Erdölbestandsbericht. Die weitere Entwicklung am Golf bleibt das beherrschende Thema, jeder neue Angriffsbericht kann die Märkte kurzfristig bewegen. Im Sport startet die Fussball-WM, die Eröffnungsfeier beginnt um 22:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. MacherPost berichtet morgen früh um sechs Uhr in der nächsten Ausgabe ausführlich über alle Entwicklungen.

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