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Eskalation am Golf, neuer Inflationsschock, Übernahmeschlacht in Frankfurt

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Von der MacherPost-Redaktion 10.06.2026, 16:00 ♪ 16 Min Audio · 2'042 Wörter
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Eskalation am Golf, neuer Inflationsschock, Übernahmeschlacht in Frankfurt

Die USA haben den Iran erneut bombardiert. Auslöser war ein abgeschossener Militärhubschrauber in der Strasse von Hormus. Teheran schlug zurück. Unterdessen erreicht die Teuerung in Amerika den höchsten Stand seit drei Jahren. Die Fed gerät unter Druck. In Frankfurt eskaliert der UniCredit-Feldzug gegen die Commerzbank. Und die Schweiz trauert um Jean Ziegler.

USA greifen Iran an, Vergeltungsschlag in der Golfregion

Die US-Streitkräfte haben am Dienstag iranische Stellungen an der Strasse von Hormus bombardiert. Anlass war der Abschuss eines Apache-Hubschraubers in der Nacht von Montag auf Dienstag, wie US-Präsident Donald Trump im Telefoninterview mit ABC News erklärte. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando CENTCOM sprach von einer verhältnismässigen Antwort auf iranische Aggression. Ziel der Angriffe in drei Wellen waren iranische Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen in der Umgebung der Städte Sirik und Bandar Abbas sowie auf der Insel Keschm. Iran reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain und Jordanien. In Kuwait wurde die Flugabwehr aktiviert. Aussenminister Abbas Araghtschi warnte die USA, die Region zu verlassen. Der designierte Verhandlungsführer der katarischen Vermittlungsdelegation traf in Teheran ein. Ein erfolgreicher Abschluss der laufenden Gespräche gilt als offen (Tagesschau, Reuters, BBC).

US-Inflation springt auf 4,2 Prozent, Fed unter Druck

Die US-Verbraucherpreise sind im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,2 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Frühjahr 2023 und der dritte Anstieg in Folge seit Beginn des Iran-Krieges. Der Anstieg wurde vor allem von Energiekosten getrieben. Die Federal Reserve steuert damit auf einen Zinserhöhungszyklus zu, der noch vor wenigen Monaten nicht absehbar war. Eine Reuters-Umfrage unter Ökonomen zeigt, dass die Erwartungen an Zinssenkungen in diesem Jahr nahezu verschwunden sind. Die US-Anleihenrenditen stiegen unmittelbar nach dem CPI-Bericht. Bondhändler rechnen wieder mit einer möglichen Leitzinserhöhung im späteren Jahresverlauf (CNBC, CBS News, Reuters, Bloomberg).

UniCredit baut Commerzbank-Anteil auf 37,7 Prozent aus

Die italienische Grossbank UniCredit hat ihren Anteil an der Commerzbank im laufenden Übernahmeverfahren deutlich erhöht. Wie aus einer Mitteilung des Mailänder Instituts hervorgeht, sind im Rahmen des seit Anfang Mai laufenden Angebots 10,91 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient worden. Der Anteil der Italiener steigt damit von 26,77 auf 37,68 Prozent. UniCredit bietet 0,485 eigene Papiere je Commerzbank-Aktie. Der Commerzbank-Vorstand hatte in den vergangenen Tagen mehrfach vor einer Übernahme gewarnt. Die Bank wirft UniCredit vor, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Geschäftspartnern wie der japanischen Investmentbank Nomura, nicht von unabhängigen Investoren. Commerzbank-Sprecher betonten, bislang habe keine einzige institutionelle Annahme identifiziert werden können. UniCredit wies die Vorwürfe zurück und sprach von Fehlinformationen. Die EZB muss noch über eine Aufstockung auf bis zu 29,9 Prozent entscheiden, die Italiener haben den Antrag bereits gestellt (finews.ch, Süddeutsche Zeitung, Tagesschau).

OpenAI meldet Börsengang bei der SEC an

Eine Woche nach dem Konkurrenten Anthropic hat auch OpenAI den Gang an die Börse eingeleitet. Das in San Francisco ansässige Unternehmen reichte einen Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Über den genauen Zeitpunkt sei noch nicht entschieden worden, teilte der ChatGPT-Entwickler mit. Das Trio der erwarteten Mega-Börsengänge aus dem Tech-Sektor ist damit komplett. Auch SpaceX von Elon Musk bereitet einen Börsengang vor, der für kommenden Freitag angekündigt ist. SpaceX strebt dabei aus dem Stand eine Bewertung von knapp 1,8 Billionen Dollar an, umgerechnet rund 1,56 Billionen Euro. Mit OpenAI und Anthropic stehen damit zwei der führenden KI-Konzerne vor dem Sprung auf das öffentliche Parkett. Die Bewertung von OpenAI wird in der Branche auf deutlich über 500 Milliarden Dollar geschätzt (Tagesschau, CNBC).

US-Kongress bewilligt 70 Milliarden Dollar für Trumps Migrationspolitik

Der US-Kongress hat das Finanzierungspaket für die Einwanderungsbehörden verabschiedet. Das Repräsentantenhaus stimmte mit knapper Mehrheit von 214 zu 212 zu. Das Volumen von fast 70 Milliarden US-Dollar, umgerechnet mehr als 60 Milliarden Euro, deckt die Einwanderungsbehörde ICE und die Grenzschutzbehörde CBP bis 2029 ab. Damit kann US-Präsident Donald Trump seine Abschiebepolitik bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit durchsetzen. Die Demokraten hatten das Vorhaben zuvor monatelang blockiert, nachdem bei einem ICE-Einsatz im Bundesstaat Minnesota zwei US-Bürger tödlich geschossen worden waren. Trump muss das Gesetzespaket noch unterzeichnen, was als Formsache gilt. Mit dem Geld sollen unter anderem zusätzliche Abschiebehaftplätze und Überwachungstechnik finanziert werden (Tagesschau, Spiegel).

Gewaltsame Ausschreitungen in Belfast nach Messerangriff

In der nordirischen Hauptstadt Belfast ist es in der Nacht zum Mittwoch zu schweren Ausschreitungen gekommen. Vermummte setzten einen Bus, mehrere Autos und Wohnhäuser in Brand. Anlass war ein Messerangriff vom Montagabend, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Die nordirische Polizei nahm einen 30 Jahre alten Tatverdächtigen aus dem Sudan fest, der 2023 ein Visum für fünf Jahre erhalten hatte. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt. Zu den Protesten hatte unter anderem der britische Rechtsextremist Tommy Robinson aufgerufen, bürgerlich Steven Yaxley Lennon. In sozialen Netzwerken kursierten Aufrufe zur Gewalt, Augenzeugen berichteten von Sprechchören Ausländer raus. Premierminister Keir Starmer verurteilte die Ausschreitungen scharf. Auch in Southampton und London kam es zu kleineren Protesten (Tagesschau, BBC, The Guardian).

Pakistan fliegt neue Luftangriffe auf Afghanistan

Pakistan hat seine Luftangriffe auf die afghanische Grenzregion fortgesetzt. Wie der zuständige Minister Ataullah Tarar mitteilte, flog die Luftwaffe Angriffe auf Stellungen mutmasslich militanter Gruppierungen in den Provinzen Kunar, Khost und Paktika. Pakistan spricht von 26 getöteten Kämpfern und vier vollständig zerstörten Zielen, darunter ein Ausbildungslager und ein Munitionsdepot. Die afghanischen Taliban erklärten hingegen, mindestens 13 Zivilisten seien getötet worden, darunter Kinder. Die Vereinten Nationen hatten bereits Mitte Mai mehr als 370 getötete Zivilisten seit Jahresbeginn gezählt. Die pakistanische Regierung wirft den Taliban vor, bewaffneten Gruppierungen wie der Tehrik-i-Taliban Pakistan Unterschlupf zu gewähren. An der rund 2600 Kilometer langen Grenze kommt es seit dem Februar immer wieder zu schweren Gefechten (Tagesschau, Al Jazeera, France 24).

Xi Jinping zu Staatsbesuch in Nordkorea

Zum ersten Mal seit sieben Jahren ist Chinas Staatschef Xi Jinping nach Pjöngjang gereist. Es ist seine erste Auslandsreise in diesem Jahr. Beim Empfang auf dem Flughafen spielten Marschkapellen, die Strassen der nordkoreanischen Hauptstadt waren mit Flaggen beider Länder und Konterfeis Xis geschmückt. In einem Leitartikel in der nordkoreanischen Staatspresse sprach Xi von einer unerschütterlichen Freundschaft und neuen Entwicklungschancen. Beobachter werten den Besuch als Signal an Moskau, dessen Einfluss auf Pjöngjang zuletzt stark gewachsen war. 2024 hatte Kremlchef Wladimir Putin einen Freundschaftsvertrag mit Kim Jong Un unterzeichnet, chinesische Experten sprechen von Argwohn in Peking. China ist seit dem Koreakrieg Nordkoreas wichtigster politischer und wirtschaftlicher Partner und unterhält als einziges Land einen bilateralen Beistandspakt mit Pjöngjang (Tagesschau, NZZ, Reuters).

Philippinen beklagen 37 Tote nach Erdbeben der Stärke 7,8

Auf den Philippinen ist die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben vom Montag auf mindestens 37 gestiegen. Behörden zählten zudem 480 Verletzte. Das Beben der Stärke 7,8 hatte die südliche Insel Mindanao erschüttert, das Epizentrum lag in der Nähe der Stadt General Santos City mit rund 700 000 Einwohnern. Mehr als 2000 Gebäude wurden schwer beschädigt oder zerstört. Besonders betroffen war der internationale Flughafen der Stadt, dessen Kontrollturm und Terminalgebäude Schäden aufwiesen. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie registrierte etwa 1100 Nachbeben. Präsident Ferdinand Marcos Jr. entsandte Expertenteams aus Manila, internationale Hilfe boten unter anderem die USA, Frankreich, Japan und Neuseeland an. Das Beben hatte sich am ersten Schultag nach den Ferien ereignet, mehr als 6200 Schulen blieben geschlossen (Tagesschau, Reuters).

FCAS: Berlin und Paris stoppen gemeinsames Kampfjet-Projekt

Deutschland und Frankreich haben das gemeinsame Kampfflugzeug-Projekt FCAS nach jahrelangen Verhandlungen gestoppt. Wie aus dem Umfeld der Bundesregierung verlautete, scheiterten die Gespräche an einer Einigung über die industrielle Aufteilung der Wertschöpfung und über die Frage der geistigen Eigentumsrechte. FCAS, das Future Combat Air System, war als europäische Antwort auf den US-Kampfjet F-35 gedacht. Die Rüstungsallianz zwischen dem Hersteller Dassault und dem deutschen Luftfahrtkonzern sollte bis 2040 ein einsatzbereites System hervorbringen. Schon im Vorfeld war Kritik an der komplexen Projektstruktur laut geworden. Nun stehen beide Regierungen vor der Frage, wie sie ihre Luftstreitkräfte langfristig modernisieren wollen (Tagesschau, ZDF, Spiegel).

Hongkong erhebt Anklage nach Hochhausbrand mit 168 Toten

Im Fall des verheerenden Hochhausbrands im Hongkonger Stadtteil Tai Po haben die Behörden Anklage erhoben. Betroffen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft sieben Personen und zwei Unternehmen. Ihnen werden fahrlässige Tötung und Verstösse gegen Brandschutzvorschriften zur Last gelegt. Bei dem Feuer in einer Wohnanlage waren im November 168 Menschen ums Leben gekommen, es war eine der schwersten Brandkatastrophen in der Geschichte der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass an dem betroffenen Wohnblock umfangreiche Renovierungsarbeiten ohne ausreichende Brandschutzmassnahmen durchgeführt worden waren. Der Fall hatte eine breite Debatte über die Sicherheitsstandards in der Baubranche Hongkongs ausgelöst (Die Zeit, Reuters, MarketScreener).

Schweizer Soziologe und Politiker Jean Ziegler gestorben

Der Schweizer Soziologe, Publizist und Politiker Jean Ziegler ist am Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben. Das bestätigte die Sozialdemokratische Partei der Schweiz. Ziegler war von 1981 bis 1999 Nationalrat für die SP im Kanton Genf und gehörte zu den schärfsten Kapitalismus-Kritikern des Landes. Internationale Bekanntheit erlangte er als Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung von 2000 bis 2008. Er verfasste zahlreiche Bücher, darunter den Bestseller Die Schweiz wäscht weisser. Ziegler engagierte sich zeitlebens für die Bekämpfung von Hunger und für eine globale Umverteilung. In der Schweiz polarisierte er mit provokanten Thesen. Die SP würdigte ihn als prägende Persönlichkeit der Schweizer Linken. Bundesrat und Parlament reagierten mit Nachrufen (SRF, NZZ, FAZ, 20 Minuten).

Pfizer-Chef sagt Termine bei Bundeskanzler Merz ab

Der Vorstandsvorsitzende des US-Pharmakonzerns Pfizer hat mehrere für diese Woche geplante Termine mit Bundeskanzler Friedrich Merz abgesagt. Hintergrund ist eine laufende Investitionsprüfung des Unternehmens am Standort Freiburg. Pfizer erwägt offenbar, geplante Investitionen in Milliardenhöhe zu verschieben oder zu reduzieren. Als Grund gelten steigende Energiekosten und Unsicherheiten über die künftige Ausgestaltung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes. Die Absage kommt zur Unzeit, da die deutsche Regierung um ausländische Direktinvestitionen wirbt. Die baden-württembergische Landesregierung reagiert besorgt. Am Standort Freiburg sind mehrere Tausend Arbeitsplätze direkt betroffen. Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte, man stehe in engem Austausch mit dem Unternehmen (Tagesschau, Badische Zeitung, Reuters).

New York Knicks erstmals seit 27 Jahren wieder im NBA-Finale

Die New York Knicks spielen erstmals seit 27 Jahren wieder in einem NBA-Finale. In der Best-of-Seven-Serie treffen sie auf die San Antonio Spurs. Spiel eins der Finalserie findet in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) statt. Die Knicks hatten sich im Halbfinale gegen die favorisierten Boston Celtics durchgesetzt. In Manhattan strömen die Fans zu Public-Viewing-Events, in Hell's Kitchen organisiert ein Lebensmittelhändler regelmässige Watch-Partys. Der letzte Titel der Knicks liegt 53 Jahre zurück. Damals gewannen sie 1973 ihren zweiten NBA-Meistertitel. Die Stadt New York erlebt einen Hype, der an vergangene Basketbalizeiten erinnert. Auch im Umfeld des Teams wächst die Euphorie, wenngleich Stimmen vor zu hohen Erwartungen warnen (Tagesschau, ESPN, New York Times).

Apple verschiebt Einführung von Siri AI in der EU

Apple hat die für diesen Sommer geplante Einführung der KI-gestützten Version von Siri auf iPhone und iPad in der Europäischen Union verschoben. Das bestätigte das Unternehmen am Dienstag. Als Grund nannte Apple regulatorische Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem EU-Digital Markets Act. Das neue Siri basiert auf Apple Intelligence und soll in den USA tiefere Integrationen in das Betriebssystem bringen. In der EU hatte Apple bereits zuvor angekündigt, bestimmte KI-Funktionen vorerst nicht oder nur eingeschränkt anzubieten. Nutzer in Europa müssen sich damit gedulden, bis Apple eine Lösung findet, die den DMA-Anforderungen genügt. Der Konzern erklärte, die Funktionen sollten sobald wie möglich nachgereicht werden (N-TV, apfeltalk, Süddeutsche Zeitung).

Die Märkte heute

Die US-Teuerung schickte die Anleihenrenditen steil nach oben, der Aktienmarkt geriet unter Druck. Der Goldpreis profitiert von der geopolitischen Unsicherheit am Golf und klettert auf 4 146,50 US-Dollar je Unze. Der MSCI World notiert bei 4 725,55 Punkten mit Verlusten zum Vortag. Bitcoin hat sich nach den Vortagesverlusten leicht erholt und liegt bei 62 144 US-Dollar, ein Plus von rund 1,2 Prozent binnen 24 Stunden. Der Schweizer Franken bleibt stark und fest: Der Euro fällt auf 0,9219 Franken, der US-Dollar auf 0,7978 Franken. An den Schweizer Aktienbörsen dominiert die Trauer um Jean Ziegler das Stimmungsbild, der SMI tendiert seitwärts.

Ausblick auf morgen

Die geopolitische Lage am Golf bleibt angespannt. Sollten die US-Iran-Gegenschläge weitergehen, dürfte der Ölpreis am Morgen weiter steigen, mit Folgen für Energieimporteure in Europa. In Frankfurt wird die Commerzbank-Führung auf den UniCredit-Vorstoß reagieren, eine Sondersitzung des Aufsichtsrats gilt als möglich. In Washington steht die Unterzeichnung des Migrationspakets durch Präsident Trump an. Und in Peking endet der Xi-Besuch in Nordkorea, mit einer gemeinsamen Erklärung wird noch im Laufe des Donnerstags gerechnet.

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