Von Mercosur bis Trump, von Peking bis Brüssel: Die globale Ordnung verschiebt sich. Nationale Interessen gewinnen an Gewicht, multilaterale Institutionen verlieren an Einfluss. Was das für die Schweiz bedeutet, zwischen den grossen Blöcken navigieren zu müssen.
Es gab eine Zeit, in der die Globalisierung als unaufhaltsam galt. Der freie Handel von Waren, Dienstleistungen und Kapital schien das Modell der Zukunft zu sein, und multilaterale Institutionen wie die Welthandelsorganisation, die Vereinten Nationen und die Europäische Union galten als Garanten für Stabilität und Wohlstand. Diese Zeit ist vorbei. Anfang Juni zweitausendsechsundzwanzig zeigt die globale politische Landschaft ein Bild, das noch vor wenigen Jahren kaum denkbar gewesen wäre. Die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump verfolgen eine Politik des offenen Nationalismus, die Europäische Union kämpft mit internen Spannungen, China baut seine eigene Sphäre des Einflusses aus, und die Schwellenländer verhandeln zunehmend von Positionen der Stärke.