Die grossen Fluchtwährungen der letzten Jahre verlieren 2026 an Glanz. Bitcoin fällt unter fünfzigtausend Franken, Gold notiert seitwärts, der Swiss Market Index schwankt um die dreizehntausend. Wer sein Geld in Sicherheit wähnte, muss umdenken. Eine Spurensuche an den globalen Märkten.
Es gab eine Zeit, da waren die Antworten einfach. Wenn die Zentralbanken druckten, kaufte man Gold. Wenn die Politik unberechenbar wurde, stieg Bitcoin. Wenn die Schweiz stabil war, lohnte sich der Swiss Market Index. Diese Gewissheiten gehören ins Museum. Anfang Juni zweitausendsechsundzwanzig zeigt die globale Vermögenslandschaft ein Bild, das noch vor zwei Jahren kaum jemand vorhergesagt hätte. Bitcoin, das digitale Gold, notiert bei neunundvierzigtausend Franken und hat seit seinem Allzeithoch im Januar mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüsst. Gold, der Klassiker unter den Krisenwährungen, dümpelt bei dreitausendvierhundert Franken pro Unze, weit entfernt von den euphorischen Höhen, die noch im Herbst vergangenen Jahres prophezeit wurden. Und der Swiss Market Index, lange Zeit der Liebling vorsichtiger europäischer Anleger, schwankt um die dreizehntausenddreihundert Punkte, getrieben von einem starken Franken und einer Konjunktur, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet.