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Mittagsausgabe: Iran-Krieg, Nestlé, SpaceX, Nordkorea, CH-Wirtschaft

Nestlé unter neuer Führung, Iran-Krieg mit Folgen für Energie, SpaceX-IPO 1,75 Billionen, Xi-Kim-Treffen in Nordkorea, Schweizer Wirtschaft: Detailhandel, SNB, E-Auto-Förderung.

Von der MacherPost-Redaktion 07.06.2026, 12:00 ♪ 14 Min Audio · 1'771 Wörter
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Guten Tag, willkommen zur Mittagsausgabe von MacherPost am Sonntag, siebter Juni zweitausendsechsundzwanzig.

Schweizer Wirtschaft: Nestlé, CH-Media, E-Auto, Reuss Private

Der neue Nestlé Chef Philipp Navratil hat am Wochenende am Swiss Economic Forum in Interlaken eine erste Zwischenbilanz gezogen. Der grösste Nahrungsmittelkonzern der Welt steckt seit Monaten in einem tiefgreifenden Umbau. Bekannt sind Filialschliessungen in mehreren europäischen Märkten, ein strafferes Markenportfolio mit Fokus auf die umsatzstärksten Marken, und der Versuch, das Tiefkühlgeschäft in den Vereinigten Staaten mit aggressiver Social Media Werbung zu stabilisieren. Navratil sagte in Interlaken sinngemäss, Social Media funktioniere heute auch für Tiefkühlpizza. Der Aktienkurs hat seit seinem Antritt im vergangenen Jahr rund zwölf Prozent zugelegt, liegt aber immer noch deutlich unter dem Niveau, das Nestlé vor dem grossen Abgang von Mark Schneider innehatte. Für Schweizer Anleger bleibt Nestlé der wichtigste Schwergewichtswert im Swiss Market Index, gleich nach Novartis und Roche. Die nächsten Quartalszahlen erscheinen Ende Juli, dann wird sich zeigen, ob der Umbau trägt. Investoren schauen besonders auf den Ausblick für das zweite Halbjahr, in dem sich die starke Aufwertung des Frankens unmittelbar auf die Margen auswirken dürfte.

Die grösste private Schweizer Mediengruppe CH Media mit Sitz in Aarau hat am Wochenende ein neues Nachrichtenportal lanciert. Die Plattform bündelt Inhalte aus der Deutschschweiz, dem Aargau und der Ostschweiz in einem einzigen digitalen Auftritt. In einer Belegschaft von rund zwölfhundert Personen war zuletzt mehrfach Stellenabbau angekündigt worden. Der Schritt kommt überraschend, da das private Medienhaus gleichzeitig einen Sparkurs fährt. Beobachter werten die Lancierung als Versuch, im umkämpften Werbemarkt Reichweite zurückzugewinnen. Erste Reaktionen aus dem Verlagswesen zeigen Skepsis, ob das neue Portal gegen die kostenlosen Angebote von grossen Tech Konzernen bestehen kann.

Der Bund startet ein neues Förderprogramm für Batterie Zustands Checks an gebrauchten Elektroautos. Hintergrund ist, dass die Preise für gebrauchte Stromer in den letzten Monaten deutlich gesunken sind, weil viele Käuferinnen und Käufer Zweifel an der Lebensdauer der Batterie haben. Der Bund will mit standardisierten Checks mehr Transparenz schaffen und so den Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos stärken. Pro Fahrzeug gibt es einen Zuschuss von bis zu zweihundertfünfzig Franken, das Programm läuft bis Ende zweitausendsiebenundzwanzig. Parallel prüft das Bundesamt für Energie, ob ähnliche Checks auch für Lastwagen und Lieferwagen eingeführt werden.

Das Schweizer Wealth Management Haus Reuss Private Access hat in dieser Woche einen Management Buyout abgeschlossen und firmiert neu unter dem Namen Renard Solutions. Der bisherige Inhaber Philipp Schwander bleibt an Bord. Das Haus betreut nach eigenen Angaben rund eine Komma acht Milliarden Franken Vermögen, primär für Familien aus der Deutschschweiz. Mit dem neuen Namen soll die internationale Expansion vorangetrieben werden, erste Gespräche mit asiatischen Family Offices laufen bereits.

Der Zürcher Softwarehersteller Adnovum verstärkt seine Führung im Versicherungsbereich und stellt zum nächsten Wachstumsschub an. Das Unternehmen beschäftigt rund siebenhundert Personen und ist auf sichere Identitäts und Zugangslösungen spezialisiert, ein Thema, das mit der zunehmenden Digitalisierung im Banken und Versicherungswesen wächst. Genauere Zahlen zum Auftragsbestand nennt das Unternehmen nicht, der Umsatz dürfte nach Schätzungen von Branchenkennern im niedrigen dreistelligen Millionenbereich liegen.

Weltlage: Iran, SpaceX, Nordkorea, USA, Selenskyj, Papst

Die Angriffe im Persischen Golf dauern an. In den vergangenen Tagen haben sich die Vereinigten Staaten und Iran gegenseitig Angriffe in der Meerenge von Hormus geliefert, ein zwischenzeitlich vermittelter Waffenstillstand bröckelt zusehends. Der Ölpreis Brent Crude hat in dieser Woche zwischenzeitlich die Marke von siebenundachtzig Dollar pro Fass überschritten, im Juni liegen die Spritpreise in den Vereinigten Staaten laut Erhebungen rund vierhundertfünfzig Dollar pro Haushalt und Jahr über dem Vorjahresniveau. Die Eurozone hat im Mai eine Teuerung von drei Komma zwei Prozent gemeldet, getrieben vor allem von den Energiekosten. Die Schweizer Inflation bewegt sich weiter deutlich tiefer, im Mai lag sie bei rund einem Komma vier Prozent. Die Schweizerische Nationalbank bleibt nach eigener Linie expansiv, eine Zinssenkung im Juni ist nicht in Sicht. Für die exportorientierte Schweizer Industrie bleibt ein starker Franken das grössere Problem als die Energiekosten. Besonders betroffen sind die Uhrenhersteller, die Chemie und der Maschinenbau. Mehrere Westschweizer Mittelständler haben bereits Kurzarbeit angekündigt.

Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX bereitet den Börsengang vor. Berichtet wird über eine angestrebte Bewertung von eins Komma sieben Billionen Dollar, was SpaceX zum wertvollsten nicht börsenotierten Unternehmen der Geschichte machen würde. Der bekannte Wall Street Bewerter Aswath Damodaran hat in dieser Woche gesagt, die Bewertung sei zu reichlich, der Markt rechne schon viel Optimismus ein. Für Schweizer Anleger ist das Thema indirekt relevant, denn SpaceX verhandelt mit mehreren Schweizer Telekom Anbietern über Satelliten Internet Kooperationen im Alpenraum. Zudem ist die UBS einer der wichtigsten Bankberater für institutionelle Investoren, die in SpaceX Vor Börsengang Runden eingestiegen sind. Die UBS dürfte bei einem Börsengang eine prominente Rolle als Konsortialbank spielen. In der Schweiz fragen sich erste Vermögensverwalter, ob Privatkunden über strukturierte Produkte an SpaceX partizipieren können, sobald die Aktie an der Börse handelt.

Der chinesische Präsident Xi Jinping wird in den kommenden Tagen in Pjöngjang erwartet, es ist der erste Besuch eines chinesischen Staatsoberhaupts in Nordkorea seit Jahren. Der Termin liegt strategisch günstig, denn Wochen zuvor hat Xi in separaten Treffen sowohl den amerikanischen Präsidenten als auch den russischen Präsidenten getroffen, zwei Länder, die das nordkoreanische Sicherheitsdenken dominieren. Im Zentrum dürften Wirtschaftshilfen, mögliche neue Sanktionsumgehungen und eine Vertiefung der militärischen Kooperation stehen. Für die Schweiz hat das Thema nur am Rand Bedeutung, die Sanktionspolitik gegenüber Nordkorea läuft im Staatssekretariat für Wirtschaft routiniert weiter. Schweizer Unternehmen sind kaum direkt betroffen, die Uhrenexporte nach China laufen allerdings weiterhin auf hohem Niveau, weshalb die geopolitische Stabilität in der Region auch für die Schweizer Exportwirtschaft wichtig bleibt.

Eine Drohne hat in der Nacht auf Samstag die Anlage für abgebrannte Brennelemente im Kernkraftwerk Tschernobyl getroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Angriff als abscheulich verurteilt, die Anlage war bereits seit der Katastrophe von neunzehnhundertsechsundachtzig stillgelegt. Der Angriff erfolgt wenige Tage vor Selenskyjs Reise nach London, wo er mit dem britischen Premierminister über weitere Waffenlieferungen sprechen will. Russland hat den Angriff bislang nicht kommentiert. Die Schweiz prüft unterdessen Munitionslieferungen über Drittstaaten, ein politisch heikles Thema, das in der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats kontrovers diskutiert wird.

US Verteidigungsminister Pete Hegseth hat am Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie in einer Rede am Strand von Omaha Beach Europa wegen seiner Migrationspolitik scharf kritisiert. Er sprach von einer Invasion über das Mittelmeer. Die Rede hat in mehreren europäischen Hauptstädten für diplomatische Verstimmung gesorgt. In der Schweiz hat die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats eine Aussprache für die nächste Session angekündigt. Schweizer Beobachter werten die Rede als Zeichen dafür, dass die Vereinigten Staaten unter der aktuellen Regierung weniger bereit sind, europäische Positionen in Migrationsfragen mitzutragen.

In Armenien hat am Sonntagmorgen eine Parlamentswahl begonnen, die als Richtungsentscheid zwischen pro westlichem und pro russischem Kurs gilt. Die pro westliche Regierung von Nikol Paschinjan steht unter massivem Druck aus Moskau, gleichzeitig kritisiert die Opposition den wirtschaftlichen Niedergang. Erste Hochrechnungen werden am späten Abend erwartet. Die Schweiz beobachtet die Wahl mit einer offiziellen Wahlbeobachtermission, geleitet von einer Berner Diplomin. Schweizer Entwicklungshilfe für Armenien ist an die Fortschritte bei Rechtsstaatlichkeit und Demokratie gekoppelt.

Die iranische Regierung hat Fussballspielern und Funktionären die Ausreise in die Vereinigten Staaten untersagt, obwohl die iranische Mannschaft Visa für die Weltmeisterschaft erhalten hatte. Es handelt sich um eine Vergeltungsmassnahme im Kontext der jüngsten Spannungen. Die iranische Mannschaft wird voraussichtlich an der Weltmeisterschaft nicht teilnehmen, der Weltfussballverband FIFA prüft den Ausschluss. Für den Weltfussball wäre es der erste politisch bedingte Ausschluss einer Nationalmannschaft seit Jahrzehnten.

In Deutschland wächst die amerikanische Militärpräsenz an der Ramstein Air Base, dem grössten amerikanischen Stützpunkt in Europa. Hintergrund ist die Verlegung zusätzlicher Logistik und Aufklärungskapazitäten für den Nahen Osten und Osteuropa. Die Schweiz beobachtet die Entwicklung, hat aber keinen direkten Bezug. Für die Anrainer in Rheinland Pfalz bedeutet die Erweiterung zusätzlichen Lärm und mehr zivilen Verkehr. In der Schweizer Luftwaffe wird die Entwicklung mit Aufmerksamkeit verfolgt, da die Region strategisch zwischen Nato und osteuropäischen Luftraum liegt.

Die Polizei hat am Samstag eine Internatsschule in Zug evakuiert, nachdem eine schriftliche Drohung eingegangen war. Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonal wurden in Sicherheit gebracht, die Durchsuchung des Gebäudes hat keine konkrete Gefährdung ergeben. Der Täter ist flüchtig, die Polizei sucht mit einem grösseren Aufgebot. Die Kantonspolizei Zug hat eine Hotline für besorgte Eltern eingerichtet und betont, dass der Schulbetrieb am Montag normal weitergehen soll.

Papst Leo der Vierzehnte hat am Wochenende in Madrid eine Messe unter freiem Himmel gefeiert. Über eine Million Menschen haben nach Schätzungen der Veranstalter an der Zeremonie teilgenommen. Es ist die erste Auslandsreise des neuen Papstes. Auf der Agenda stehen auch Gespräche mit der spanischen Regierung über Migration und die Aussenpolitik der Europäischen Union. Aus der Schweiz haben sich mehrere Bischöfe und Gläubige auf den Weg nach Madrid gemacht, die offizielle Schweizer Delegation wird vom Bischof von Basel angeführt.

Gesellschaft: Schwingfest, Berglauf, Bär, Drohne

Im Aargau läuft am Wochenende das kantonale Schwing und Älplerfest. Im Live Stream verfolgt das Publikum unter anderem den Auftritt von Sinisha Lüscher, der für einen Wurf nach dem anderen jubelt. Im Aargau gehört das Kantonale zu den wichtigsten Sportereignissen des Frühsommers. Mehrere tausend Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe vor Ort, darunter auch mehrere Mitglieder des Aargauer Regierungsrats.

Im Berner Oberland hat in dieser Woche die Schmetterlingssaison begonnen. Auf einer Höhe von rund tausendzweihundert Metern wurden in der Region Grindelwald rund dreitausendachthundert Falterarten gezählt, eine der artenreichsten Populationen der Alpen. Das Schutzgebiet ist ganzjährig zugänglich und wird von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft wissenschaftlich begleitet. Erste Besucherinnen und Besucher aus dem In und Ausland haben sich bereits angemeldet.

In der japanischen Präfektur Fukushima hat ein Bär in einer Industrieanlage vier Menschen angegriffen, anschliessend öffnete er ein Fenster und flüchtete. Die Polizei sucht das Tier mit Suchhunden und Fallen. Anwohnerinnen und Anwohner werden aufgefordert, die Region zu meiden. Die Behörden schliessen nicht aus, dass weitere Bären aus den umliegenden Wäldern in Industriegebiete vordringen.

Ausklang: Märkte, Wetter, Tschüss

An den Börsen notiert der Swiss Market Index bei dreizehntausenddreihundertsieben Punkten, ein Minus von null Komma sechs Prozent seit dem letzten Handelsfreitag. Der MSCI World steht bei dreitausendsiebenhundertneunundvierzig Franken, praktisch unverändert. Gold kostet dreitausendvierhundertsechs Franken die Unze, leicht fester. Bitcoin wechselt bei achtundvierzigtausendneunhundertdreiundfünfzig Franken den Besitzer, plus ein Komma zwei Prozent.

Zum Wetter heute Nachmittag und morgen Montag: in Zürich aktuell dreiundzwanzig Grad und sonnig, morgen achtundzwanzig Grad mit Schauer am Nachmittag. In Bern dreiundzwanzig Grad, trocken, morgen siebenundzwanzig Grad und Regen. In Basel dreiundzwanzig Grad und klar, morgen achtundzwanzig Grad mit Schauern. In Genf fünfundzwanzig Grad und leicht bewölkt, morgen achtundzwanzig Grad mit Niederschlag. In Lugano siebenundzwanzig Grad und trocken, morgen achtundzwanzig Grad und sonnig. In den Alpen oberhalb von zweitausend Metern bleibt es winterlich.

Das war die Mittagsausgabe von MacherPost am Sonntag, siebter Juni zweitausendsechsundzwanzig. Die MacherPost-Redaktion verabschiedet sich, bis heute Abend um achtzehn Uhr.

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