Guten Tag, willkommen zur Mittagsausgabe von MacherPost am Sonntag, siebter Juni zweitausendsechsundzwanzig.
Der neue Nestlé Chef Philipp Navratil hat am Wochenende am Swiss Economic Forum in Interlaken eine erste Zwischenbilanz gezogen. Der grösste Nahrungsmittelkonzern der Welt steckt seit Monaten in einem tiefgreifenden Umbau. Bekannt sind Filialschliessungen in mehreren europäischen Märkten, ein strafferes Markenportfolio mit Fokus auf die umsatzstärksten Marken, und der Versuch, das Tiefkühlgeschäft in den Vereinigten Staaten mit aggressiver Social Media Werbung zu stabilisieren. Navratil sagte in Interlaken sinngemäss, Social Media funktioniere heute auch für Tiefkühlpizza. Der Aktienkurs hat seit seinem Antritt im vergangenen Jahr rund zwölf Prozent zugelegt, liegt aber immer noch deutlich unter dem Niveau, das Nestlé vor dem grossen Abgang von Mark Schneider innehatte. Für Schweizer Anleger bleibt Nestlé der wichtigste Schwergewichtswert im Swiss Market Index, gleich nach Novartis und Roche. Die nächsten Quartalszahlen erscheinen Ende Juli, dann wird sich zeigen, ob der Umbau trägt. Investoren schauen besonders auf den Ausblick für das zweite Halbjahr, in dem sich die starke Aufwertung des Frankens unmittelbar auf die Margen auswirken dürfte.