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Morgenausgabe: Energiepolitik, Industrieproduktion, Immobilien, Sicherheit

Schweizer Wirtschaft am Sonntagmorgen: Bundesrat Rösti zur Energiepolitik, Industrieproduktion Q1 mit Auftragsplus, Immobilienmarkt unter Druck, Arbeitsmarkt robust, Einbruchserie in Zürich.

Von der MacherPost-Redaktion 07.06.2026, 06:00 ♪ 8 Min Audio · 1'023 Wörter
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Guten Tag, willkommen zur Morgenausgabe von MacherPost am Sonntag, siebter Juni zweitausendsechsundzwanzig.

Wirtschaft: Energie, Industrie, Immobilien, Export

Die Schweizer Energiepolitik steht vor einer Weichenstellung. Bundesrat Albert Rösti hat am Samstag am Swiss Economic Forum angekündigt, dass der Bundesrat im Herbst eine neue Strategie zur Versorgungssicherheit vorlegen wird. Im Zentrum steht der Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Photovoltaik, sowie der Erhalt der bestehenden Wasserkraft. Die Atomenergie bleibt nach den Worten von Rösti eine Option, der Bundesrat wird aber keine Empfehlung für den Bau neuer Kernkraftwerke aussprechen. Für die Schweizer Stromwirtschaft bedeutet das mehr Planungssicherheit, die Energiebranche hatte in den letzten Monaten wiederholt auf den Investitionsstau hingewiesen. Die Stromkonzerne Axpo, Alpiq und BKW begrüssten die Ankündigung.

Die Schweizer Industrieproduktion ist im ersten Quartal leicht gestiegen. Nach Angaben des Bundesamts für Statistik legte die Produktion im verarbeitenden Gewerbe um null Komma acht Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, die Uhrenindustrie verzeichnete ein Plus von zwei Komma drei Prozent. Besonders stark wuchs die Pharmaindustrie mit einem Plus von drei Komma einem Prozent, getrieben von der Nachfrage nach neuen Krebsmedikamenten. Die Maschinenindustrie schrumpfte dagegen um null Komma vier Prozent, die Ausrüstungsinvestitionen bleiben verhalten. Für die Schweizer Wirtschaft insgesamt ist die Entwicklung ein positives Signal, der Ausblick bleibt aber unsicher.

Der Schweizer Immobilienmarkt zeigt erste Anzeichen einer Erholung. Nach mehreren Quartalen mit rückläufigen Transaktionsvolumen haben sich die Preise für Wohneigentum im ersten Quartal leicht stabilisiert, in einigen Regionen wie Genf und Zürich wurden wieder steigende Preise registriert. Die Schweizerische Nationalbank führt die Entwicklung auf die tiefen Zinsen und die wachsende Bevölkerung zurück, warnt aber vor überzogenen Erwartungen. Die Hypothekarzinsen bleiben mit rund zwei Prozent auf historisch niedrigem Niveau. Für Kaufinteressenten ist das Fenster günstig, obwohl die Finanzierungsvorschriften der Banken restriktiv bleiben.

Der Schweizer Arbeitsmarkt bleibt robust. Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei zwei Komma drei Prozent, praktisch unverändert gegenüber dem Vormonat. Die Zahl der offenen Stellen ist mit rund fünfzigtausend auf einem hohen Niveau, besonders gesucht sind Fachkräfte im Gesundheitswesen, in der Informatik und im Ingenieurwesen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft erwartet für das zweite Halbjahr eine weiterhin stabile Beschäftigungsentwicklung, obwohl der Margendruck in der exportorientierten Industrie zunimmt. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit zwei Komma sieben Prozent weiterhin leicht über dem Durchschnitt, der Bund hat zusätzliche Förderprogramme angekündigt.

Die Schweizer Exportwirtschaft hat im ersten Quartal ein gemischtes Bild gezeigt. Die Pharmainzeigte ein starkes Plus, die Uhrenindustrie ein leichtes, die Maschinenindustrie stagnierte. Besonders betroffen ist die chemische Industrie, die mit einem Rückgang von ein Komma fünf Prozent zu kämpfen hat. Die Exportvereinigung Swissmem sieht die Entwicklung mit Sorge und fordert von Bern eine aktivere Industriepolitik. Insbesondere die Energiepreise und die Frankenstärke machten der Branche zu schaffen.

Sicherheit & Klima: Polizei, Luftwaffe, Landwirtschaft

Im Kanton Zürich hat die Polizei am Samstagabend einen mutmasslichen Einbrecher festgenommen. Der Mann hatte versucht, in ein Geschäft in der Innenstadt einzubrechen, und wurde von einer Patrouille überrascht. Bei der Festnahme leistete der Verdächtige Widerstand, zwei Polizisten wurden leicht verletzt. Der Mann, ein abgewiesener Asylbewerber aus Marokko, befindet sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Einbruchs und Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Die Schweizer Luftwaffe hat am Samstag einen Übungsflug über den Alpen durchgeführt. Zwei F achtzehn Kampfjets absolvierten einen Tiefflug durch das Lauterbrunnental, wie die Luftwaffe mitteilte. Der Flug sei Teil einer regulären Trainingsmission gewesen und habe den normalen Flugbetrieb nicht beeinträchtigt. Die Anwohnerinnen und Anwohner waren zuvor über den Übungsflug informiert worden, Beschwerden gab es keine.

Die Schweizer Landwirtschaft leidet unter der anhaltenden Trockenheit. In den östlichen Landesteilen, vor allem in der Ostschweiz und in Graubünden, sind die Niederschläge in den letzten Wochen um die Hälfte unter dem Durchschnitt geblieben. Die Bauern mussten bereits mit der Bewässerung von Getreide und Gemüse beginnen, die Kosten dafür steigen. Der Schweizer Bauernverband fordert von Bund und Kantonen finanzielle Unterstützung für die betroffenen Betriebe.

Gesellschaft: Genf, Drogen, Tessin, Berglauf

In Genf hat am Samstag das grosse Feuerwerk zum Abschluss des Musikfestivals stattgefunden. Rund hunderttausend Menschen säumten die Uferpromenade, um das Spektakel über dem Genfersee zu verfolgen. Das Festival, das seit Donnerstag dauerte, zog in diesem Jahr insgesamt fünfhunderttausend Besucherinnen und Besucher an. Für die Hotellerie und Gastronomie der Region war es ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, die Auslastung lag bei über neunzig Prozent.

In der Schweiz hat die Polizei am Samstag eine grössere Drogenoperation in mehreren Kantonen durchgeführt. Rund hundert Polizisten durchsuchten fünfzehn Objekte in Zürich, Bern, Basel, Genf und Lausanne. Es wurden rund zwanzig Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, einen internationalen Drogenring betrieben zu haben. Die Mengen an sichergestellten Drogen sind noch unklar, die Ermittlungen dauern an. Die Aktion erfolgte in Zusammenarbeit mit Europol.

Im Kanton Graubünden hat am Samstag ein Bergläufer einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Der Bündner Kari Furrer lief die fünfundvierzig Kilometer lange Strecke von St. Moritz nach Pontresina in drei Stunden und zweiundzwanzig Minuten, sechs Minuten schneller als der bisherige Rekord. Der Lauf war Teil des Engadin Sommerlaufs, an dem rund dreitausend Sportlerinnen und Sportler teilnahmen.

Im Tessin hat am Samstag das traditionelle Fest der San Giovanni stattgefunden. Tausende Menschen versammelten sich am Ufer des Luganersees, um den Schutzpatron der Stadt zu ehren. Höhepunkt war ein grosses Feuerwerk, das bei klarer Sicht über dem Wasser abgefeuert wurde. Für die Tourismusbranche der Region ist das Fest einer der Höhepunkte des Sommerkalenders.

Ausklang: Märkte, Wetter, Tschüss

An den Börsen notiert der Swiss Market Index bei dreizehntausenddreihundertsieben Punkten, ein Minus von null Komma sechs Prozent seit dem letzten Handelsfreitag. Der MSCI World steht bei dreitausendsiebenhundertneunundvierzig Franken, praktisch unverändert. Gold kostet dreitausendvierhundertvierzehn Franken die Unze, leicht fester. Bitcoin wechselt bei neunundvierzigtausenddreihundertvierzehn Franken den Besitzer, plus zwei Komma vier Prozent seit gestern.

Zum Wetter heute Sonntag und morgen Montag: in Zürich heute zweiundzwanzig Grad und sonnig, morgen achtundzwanzig Grad mit Schauer am Nachmittag. In Bern dreiundzwanzig Grad und trocken, morgen siebenundzwanzig Grad und Regen. In Basel dreiundzwanzig Grad und klar, morgen achtundzwanzig Grad mit Schauern. In Genf vierundzwanzig Grad und leicht bewölkt, morgen achtundzwanzig Grad mit Niederschlag. In Lugano fünfundzwanzig Grad und trocken, morgen achtundzwanzig Grad und sonnig. In den Alpen oberhalb von zweitausend Metern bleibt es winterlich.

Das war die Morgenausgabe von MacherPost am Sonntag, siebter Juni zweitausendsechsundzwanzig. Die MacherPost-Redaktion verabschiedet sich, bis zur Mittagsausgabe um zwölf Uhr.

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