Der geopolitische Makro-Bruch: Von der Marktlogik zur Staatsmacht

Wie staatliche Interventionen, Zölle und Währungsfragmentierung die DACH-Strategie neu definieren

Der geopolitische Makro-Bruch: Von der Marktlogik zur Staatsmacht

Der geopolitische Makro-Bruch hat die ökonomische Grundannahme der letzten drei Jahrzehnte ad acta gelegt. Staaten instrumentalisieren wirtschaftliche Verflechtungen systematisch als strategisches Druckmittel, während multilaterale Institutionen wie die Welthandelsorganisation (WTO) oder der Internationale Währungsfonds (IWF) an Glaubwürdigkeit verlieren [4]. Laut Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln (wirtschaftspolitisches Thinktank mit Fokus auf deutsche und europäische Makroökonomie), konstatiert der Trend klar: „Die Geopolitik dominiert die Geoökonomie“ [4]. Geoökonomie bezeichnet dabei die traditionelle Sichtweise, dass wirtschaftliche Interdependenzen Konflikte entschärfen und Märkte sich selbst regulieren. Diese Logik bricht auf.

Peter Klimek, Physiker und Komplexitätsforscher sowie Direktor des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) (Forschungsinstitut für Lieferketten-Analyse), warnt vor den Folgen: „Geopolitik hebelt die Logik der Märkte aus“ [7]. Das zeigt sich exemplarisch an der Eskalation im Iran-Krieg, die kaskadenartig über Global Choke Points (kritische maritime Engpässe wie die Straße von Hormus = 20 % weltweiter Öl-/Gasexporte) wirkt [5,7]. Ölpreise klettern von 70 auf ca. 110 USD pro Fass, während die US-Inflationsrate der Fed-Schätzung nach innerhalb von zwei Monaten von 2,4 % auf 3,6 % steigt [10]. Zentralbanken stehen vor einem Dilemma: Angebotsschocks lassen sich nur mit grobschlächtigen Zinserhöhungen bekämpfen, was Arbeitsplätze kostet. Fed-Gouverneur Stephen Miran räumt ein: „Ich halte es für angemessen, die Zinsen zu senken. Die Politik der Fed bremst den Arbeitsmarkt“ [9]. EZB-Rat Joachim Nagel signalisiert hingegen Härte: „Die Zentralbank die Zinssätze anheben könnte, wenn sich die Aussichten für die Eurozonenwirtschaft nicht deutlich verbessern“ [11].

Peking reagiert auf diese Fragmentierung mit rechtlichen und handelspolitischen Gegenmaßnahmen. Seit 2021 aktiviert China erstmals wieder seine Blocking Rules (chinesisches Recht zum Schutz vor ungerechtfertigten ausländischen Gesetzen) und untersagt Unternehmen explizit, US-Sanktionen gegen iranische Ölraffinerien zu befolgen [21]. „Economic Fury lege...