ASEAN+3 Stabilitätsdialog

Die Finanzminister und Zentralbankchefs der ASEAN+3-Gruppe haben sich in Samarkand, Usbekistan, zu einer koordinierten Abwehr gegen die wachsende Volatilität auf den globalen Märkten zusammengeschlossen. Noch vor wenigen Stunden veröffentlichten sie eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre Bereitschaft zur aktiven Intervention unterstrichen, um die makroökonomische Stabilität in der Region zu wahren. Diese schnelle Reaktionsfähigkeit ist bemerkenswert, denn sie zeigt, dass die Angst vor unkontrollierten Kapitalabflüssen realer ist, als es die ruhige Oberfläche der offiziellen Kommuniqués vermuten lässt.

In einer Zeit, in der die geldpolitischen Weichenstellungen in Washington und London oft unerwartete Seiteneffekte in den Schwellenländern auslösen, wirkt der ASEAN+3-Mechanismus wie eine notwendige Notbremse. Die Teilnehmer bekräftigten in ihrem Statement nach dem Treffen ihre starke Verpflichtung zu einem anhaltenden politischen Dialog. Das Ziel ist klar: Die Risiken, die von plötzlichen Kursbewegungen und Liquiditätsengpässen ausgehen, sollen schon im Keim erstickt werden, bevor sie sich zu einer systemischen Krise auswachsen können. Wer sich in den letzten Wochen mit den Wechselkursdynamiken zwischen dem japanischen Yen, dem chinesischen Yuan und den Währungen der südostasiatischen Nachbarn auseinandergesetzt hat, weiß, wie fragil dieses Gleichgewicht momentan ist.

Die Gruppe, bestehend aus den zehn ASEAN-Mitgliedsstaaten sowie China, Japan und Südkorea, verfügt über einen der größten Devisenreserven der Welt. Zusammengefasst beläuft sich dieser Puffer auf mehrere Billionen US-Dollar, eine Summe, die theoretisch ausreichen müsste, um massive Spekulationswellen abzufedern. Doch die reine Größe der Reserven ist nicht der entscheidende Faktor. Vielmehr geht es um die Signalwirkung. Wenn die Zentralbanken der Region gemeinsam handeln, senden sie ein klares Zeichen an die Hedgefonds und institutionellen Anleger, dass die Kosten für ein Wetten gegen die Währungsstabilität jetzt deutlich höher sind als früher.

Es ist interessant zu beobachten, wie sich die Rhetorik in Samarkand von der früheren, eher defensiven Haltung der ASEAN-Staaten unterscheidet. Früher war man sich oft uneinig, wie weit man in die Marktintervention eingreifen sollte,...