
Die Furcht vor einem Machtvakuum in Washington hat sich vorläufig in Luft aufgelöst, doch die Stille, die auf die Bekanntgabe folgte, ist trügerisch. Jerome Powell wird die Fed nicht mehr als Chair führen, bleibt aber als Gouverneur im Amt, was die Kontinuität der US-Finanzpolitik über die aktuelle Krise hinaus sicherstellt. Diese Entscheidung, die am vergangenen Freitag, dem 29. April 2026, im Kontext der letzten Zinsentscheidung bekannt gegeben wurde, markiert kein Ende, sondern einen Übergang von der Person zur Institution. Die Märkte reagierten darauf mit einer seltsamen Mischung aus Erleichterung und Unbehagen, denn während die fachliche Expertise Powell’s unstrittig ist, fehlt die politische Durchsetzungskraft eines einzigen, unangefochtenen Chefs.
Die Amtszeit Powell’s als Vorsitzender des Federal Open Market Committee (FOMC) endet im Mai, also in wenigen Tagen. Dass er nicht wieder nominiert wird oder sich zur Wiederwahl stellt, war seit Monaten absehbar, doch die genaue Form der Ablösung bleibt unklar. Was bleibt, ist seine Position als Gouverneur des Board of Governors. Dieses Detail ist wichtig, ja, es ist sogar entscheidend für das Verständnis der kommenden Monate. Powell bleibt also im Raum, hört mit, stimmt mit, aber er führt nicht mehr. Diese Nuance wird in den Medien oft übersehen, weil die Schlagzeilen lieber von einem „Ende“ berichten, als von einer „Verdünnung“ der Macht.
Während Powell seine Rolle reduziert, bleibt die Zinspolitik der Fed stabil. Das FOMC hat die Leitzinsen unverändert im Bereich von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Dieser Schritt war nicht selbstverständlich. Die internen Debatten waren so gespalten wie in den letzten Jahrzehnten nicht mehr. Einige Mitglieder des Komitees forderten bereits eine Lockerung, andere eine weitere Straffung. Powell selbst hat sich in dieser Phase als Balancier zwischen den Lagern positioniert, nun aber geht er. Die Frage ist nicht mehr, wer den Ton angibt, sondern wie das Kollektiv handelt, wenn der zentrale Anker fehlt.
Die Entscheidung...
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