Der S&P 500 hat diese Woche einen Meilenstein erreicht, der in der aktuellen Marktdynamik kaum zu übersehen ist. Laut den Live-Updates von CNBC, die vor wenigen Minuten aktualisiert wurden, schloss der Index am Donnerstag erstmals über der Marke von 7.200 Punkten. Diese Ziffer ist nicht nur eine psychologische Hürde, sondern markiert zugleich den besten Monatsverlauf seit dem Jahr 2020. Wer sich in den letzten Tagen mit den Charts der Major Indices auseinandergesetzt hat, wird bemerkt haben, dass dieser Ausbruch keine isolierte Kuriosität ist. Es ist das Ergebnis einer kumulativen Kraftanstrengung, die sich über Wochen aufgebaut hat und nun in einer historischen Konzentration gipfelt.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache, auch wenn die Emotionen in den Trading-Floors oft anders klingen. Der Dow Jones Industrial Average legte an diesem Tag um rund 250 Punkte oder 0,5 Prozent zu, während der Nasdaq Composite sogar um 0,6 Prozent kletterte. Doch der S&P 500 bleibt der zentrale Referenzwert für die globale Equity-Performance. Sein Anstieg um 0,4 Prozent an diesem spezifischen Handelstag mag auf den ersten Blick moderat erscheinen. In der Aggregation der letzten vier Wochen jedoch offenbart sich ein Muster, das an die Euphoriephasen von 2020 erinnert, jedoch mit einer wichtigen Differenz: Die Fundamentaldaten sind heute anders gewichtet, die Volatilität, gemessen am VIX, liegt bei 18,25 Punkten und ist damit um 2,98 Prozent gefallen. Ein fallender VIX in Kombination mit steigenden Indizes ist ein klassisches Signal für risikoaffes Kapital, das sich sicher fühlt. Oder besser gesagt, sich sicher wähnt.

In meinen Jahren bei der UBS Equity Research habe ich gelernt, dass solche historischen Durchbrüche selten das Ende einer Bewegung markieren, sondern vielmehr den Beginn einer neuen Bewertungslogik. Der S&P 500 bei 7.200 Punkten bedeutet, dass die Marktkapitalisierung der enthaltenen Unternehmen auf einem Niveau gehandelt wird, das mit den gegenwärtigen Zinserwartungen nur schwer zu rechtfertigen ist, wenn man...