
Fed hält Kurs trotz Energie
Die US-Notenbank ist sich einig: Am 29. April bleibt alles beim Alten. Laut aktuellen Prognosen von Equals Money steht die Entscheidung bereits fest, doch die Stille davor ist gewichtig. Diese Woche wird nicht über neue Ziffern gerungen, sondern über die Qualität der bestehenden Stabilität.
Rafael Senn, 05:30 Uhr.

Während in Zürich die ersten Börsenhändler ihre Kaffeeschalen leeren, beobachten wir in Washington ein seltsames Phänomen. Die Energiepreise klettern weiter, getrieben von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Doch die Fed reagiert nicht mit panischer Anhebung. Stattdessen lässt sie den Leitzins unverändert im Zielbereich von 3,5 % bis 3,75 %. Das ist keine Passivität. Es ist eine gewollte Abwägung.
Die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes ist hier der entscheidende Faktor. Obwohl die Inputkosten für Unternehmen steigen, zeigt die Beschäftigungslage in den USA eine bemerkenswerte韧性. Die Inflationstreiber durch Energie werden zwar beobachtet, aber sie durchschlagen noch nicht vollständig in die Kerninflation. Würde die Fed jetzt scharf einschreiten, würde sie eine bereits schwächelnde Konjunktur unnötig gefährden. Die Erfahrung der letzten zwei Jahre zeigt: Vorsicht ist hier die höhere Tugend.
Wer sich in Züriher Büros umhört, hört oft den Satz: “Wir warten ab.” Doch abwarten ist aktiv. Die Fed signalisiert, dass sie den Überblick behält. Die Savings yields liegen weiterhin über der Inflation. Das ist ein seltener Gewinn für Sparer. Doch es ist auch ein Risiko. Denn niedrige Zinsen können Asset-Bubbles nähren. Die Notenbank balanciert auf einem schmalen Grat.

Die Energiepreise sind ein Dauergast. Sie machen sich in den Tankstellen bemerkbar, aber weniger in den Mieten. Das gibt der Fed Luft. Sie muss nicht sofort reagieren, weil die Kerninflation noch im Zaum gehalten wird. Doch die Gefahr liegt im Verborgenen. Eine prolonged conflict könnte die Preise weiter treiben. Dann würden die Kosten schneller durchschlagen.
Wir stehen am Vorabend der Entscheidung. Die Märkte preisen den Status quo bereits ein. Doch was...
Kommentare (0)
Anmelden um zu kommentieren und bewerten.
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!